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Politik

Strafgerichtshof verhaftet Kongos Rebellenführer Bemba

Die belgischen Fahnder schlugen in der Nähe von Brüssel zu: Kongos Rebellenführer Bemba muss sich in Kürze vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten. Der Vorwurf: Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Rebellenführer Bemba(Quelle: AP)

Damals noch in Freiheit: Rebellenführer Bemba

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat den Rebellenführer und früheren Vizepräsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Jean-Pierre Bemba, verhaften lassen. Das bestätigte das Gericht in den Niederlanden am Sonntag (25.5.2008). Bemba werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Kongos Nachbarland, der Zentralafrikanische Republik, vorgeworfen.

Konkret geht es um Verbrechen, die zwischen 2002 und 2003 verübt wurden. Die von Bemba angeführte "Bewegung für die Befreiung des Kongo" hatte in Zentralafrika systematisch die Zivilbevölkerung angegriffen, Frauen vergewaltigt, Menschen gefoltert und mehrere Städte geplündert. Nach Aussage des zuständigen Chefanklägers, Luis Moreno Ocampo, gingen die Kämpfer Bembas dabei mit schockierender Brutalität vor.

Flucht nach Portugal

Ungeachtet der schweren Menschenrechtsverletzungen war Bemba 2006 bei der Präsidentenwahl im Kongo gegen Amtsinhaber Joseph Kabila angetreten. Bemba unterlag, im Frühjahr 2007 kam es zu Kämpfen zwischen seiner Miliz und Regierungstruppen. Mehrere hundert Menschen kamen dabei ums Leben. Kongos Regierung erhob gegen Bemba Anklage. Ihm werden in der Heimat Putschversuch und Verrat vorgeworfen. Kurz nach der Anklage floh Bemba nach Portugal und tauchte dort unter.

Haftbefehl geheim gehalten

Der Haftbefehl gegen ihn war wegen Fluchtgefahr geheim gehalten worden. Am Samstag konnten belgische Fahnder zuschlagen und verhafteten Bemba in der Nähe von Brüssel. Das Gericht in Den Haag rechnet damit, dass er zunächst einem Richter in Belgien vorgeführt und dann voraussichtlich in den nächsten Wochen in die Niederlande überstellt wird.

Bemba ist der erste Angeklagte, der im Zusammenhang mit den Ermittlungen des Strafgerichts zu Kriegsverbrechen in Zentralafrika verhaftet wurde und sich nun für seine Taten verantworten muss. Im Juni soll der erste Prozess des Weltgerichts zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit beginnen. Es geht um den Einsatz von Kindersoldaten im Kongo. (haz)

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