1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Amerika

Straßenschlachten in Rio de Janeiro nahe der Copacabana

Auslöser der Gewalteskalation ist einmal mehr der Tod eines jungen Mannes im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen. Wütende Demonstranten protestieren gegen das nach ihrer Einschätzung willkürliche Vorgehen der Staatsmacht.

Bei den Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei im legendären Stadtteil Copacabana der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro wurde ein junger Mann durch Schüsse getötet. Das teilte die Stadtverwaltung nach Angaben brasilianischer Medien mit.

Die aufgebrachte Menschenmenge schleuderte Flaschen und selbstgebaute Sprengsätze auf die Einsatzkräfte. Die Demonstranten aus der nur wenige Straßenzüge hinter dem berühmten Copacabana-Strand gelegenen Favela Pavao-Pavaozinho wollten gegen die nach ihrer Meinung willkürliche Polizeigewalt protestieren.

Auslöser der Proteste war der Tod eines 25-jährigen Berufstänzers, der aus der Favela stammte. Die genauen Umstände seines Todes waren nach Polizeiangaben zunächst unklar. Medienberichten zufolge wurde er von Sicherheitskräften getötet, die ihn fälschlicherweise für einen Drogenhändler hielten. Die Polizei kündigte in einem kurzen Statement an, die Umstände die zum Tod von Douglas Rafael da Silva Pereira geführt haben, würden untersucht.

Die Sicherheitskräfte greifen im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft in den Armenvierteln der Stadt vielfach hart gegen Kriminelle und Drogenbanden durch. Bei den Aktionen in den Favelas kommen auch immer wieder Unbeteiligte zu Tode.

Aber auch soll es in der Nähe der Sportstätten keine Elendsviertel mehr geben. So hat die Polizei erst vor knapp zwei Wochen ein neu errichtetes Armenquartier in der Millionenstadt geräumt. Zwölf Menschen wurden dabei verletzt. Insgesamt waren mehr als tausend Polizisten im Einsatz, um die 5000 Bewohner aus dem Viertel zu verdrängen. Das Armenviertel auf dem Gelände einer Telefongesellschaft liegt nahe dem Maracanã-Stadion, in dem das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Juli stattfinden soll.

Brasilien rechnet während der Fußball-WM vom 12. Juni bis 13. Juli mit 600.000 ausländischen Touristen. In Rio einem, einem von zwölf Austragungsorten der WM, werden 2016 außerdem die Olympischen Sommerspiele ausgetragen, die ersten in Südamerika.

qu/wl (afp, ape)