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Amerika

Straßenkämpfe nach Umsturz in Honduras

Nach dem Militärputsch in Honduras ist es in dem mittelamerikanischen Land zu Unruhen gekommen. Die USA und viele andere Länder wollen den Umsturz nicht akzeptieren.

Straßenkampf in Tegucigalpa (Foto: AP)

Trotz Ausgangssperre: Gewaltszenen in Tegucigalpa

Die Szenerie in Tegucigalpa gleiche einem "Schlachtfeld", berichtete ein Reporter aus der Hauptstadt von Honduras. Vor dem von Soldaten bewachten Präsidentenpalast eskalierte eine Protestkundgebung hunderter Anhänger des für abgesetzt erklärten Staatschefs Manuel Zelaya. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften soll es zumindest Verletzte gegeben haben. Autoreifen gingen in Flammen auf. Über den Häusern kreisten Hubschrauber.

Straßenkampf in Tegucigalpa (Foto: AP)

Neue Führung will an Macht festhalten

Zelaya war am Sonntag nach einem erbitterten Streit mit der Militärführung des Landes nach Costa Rica gebracht worden - gegen seinen Willen. Das Parlament wählte kurz darauf den bisherigen Parlamentspräsidenten Roberto Micheletti zum neuen Staatschef. Micheletti versicherte, er werde nur so lange an der Staatsspitze stehen, wie die Amtszeit Zelayas gedauert hätte - bis Ende Januar. Im November werde es freie Wahlen geben, sagte er. Enrique Ortez Colindres, der von Micheletti zum neuen Außenminister berufen wurde, wies den Ausdruck Putsch zurück. Das Militär habe lediglich die Verfassung verteidigt, über die sich die Vorgängerregierung illegal habe hinwegsetzen wollen. Zelayas Gegner werfen ihm vor, Honduras in das Lager der linken Staaten unter der Führung Venezuelas und Kubas geführt zu haben und eine Diktatur anzustreben.

Folgenschwerer Präzedenzfall

US-Präsident Barack Obama stärkte Zelaya den Rücken. Dieser bleibe für die Vereinigten Staaten der Präsident von Honduras, sagte Obama nach einem Treffen mit seinem kolumbianischen Kollegen Alvaro Uribe. Die Aktion, die zur Absetzung Zelayas geführt habe, sei "nicht legal" und habe einen folgenschweren Präzedenzfall geschaffen. Zelaya sei demokratisch gewählt worden und habe sein Mandat noch nicht vollendet, hob Obama hervor. Zuvor hatten bereits UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die Europäische Union die Wiedereinsetzung Zelayas gefordert. Aus Protest gegen den Umsturz kündigten mehrere amerikanische Länder an, ihre Botschafter aus Tegucigalpa abzuziehen. Nachbarstaaten schlossen vorübergehend die Grenzen zu Honduras.

Evo Morales, Manuel Zelaya, Daniel Ortega, Hugo Chavez und Rafael Correa (Foto: AP)

Solidaritätsbekundungen beim Präsidententreffen in Nicaragua (v.l.n.r.): Evo Morales (Bolivien), Manuel Zelaya, Gastgeber Daniel Ortega, Hugo Chavez (Venezuela) und Rafael Correa (Ecuador)

Zelaya soll vor UN sprechen

Sehr besorgt zeigte sich auch der Präsident der UN-Vollversammlung, Miguel d'Escoto. "Dies ist ein Rückfall in eine Ära, die wir eigentlich als Alptraum der Vergangenheit angesehen hatten", sagte er bei einer Debatte im Plenum. Als Nicaraguaner sei er "beschämt", dass der Putsch in Zentralamerika stattgefunden habe. Wie ein UN-Sprecher mitteilte, soll Zelaya an diesem Dienstag an einer Sondersitzung der UN-Vollversammlung teilnehmen. Die Vereinten Nationen planen, eine scharfe Erklärung gegen den Putsch zu verabschieden. (wa/SC/afp/rtr/ap/dpa)

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