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Aktuell Welt

"Stoppt den Klima-Wahnsinn"

Überschattet von der Taifun-Katastrophe tagt in Warschau die UN-Klimakonferenz. Die Entwicklungsländer riefen eindringlich zum Kampf gegen die Erderwärmung auf. Besondere Worte fand der philippinische Chef-Delegierte.

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Klimaziel in weiter Ferne

In einer emotionsgeladenen Rede hat der Chef-Unterhändler der Philippinen, Yeb Sano, die internationale Gemeinschaft zu Solidarität und zum schnellen Handeln beim Klimaschutz aufgerufen. Während die Staatengemeinschaft keine wirklichen Anstrengungen unternehme, die Treibhausgase zu drosseln, seien die Menschen in seiner Heimat schutzlos klimabedingten Katastrophen ausgeliefert, beklagte er zum Auftakt des 19. Klimagipfels der Vereinten Nationen.

"Mein Land weigert sich hinzunehmen, dass eine 30. oder 40. Klimakonferenz nötig sein soll, um das Problem des Klimawandels zu lösen", erklärte Sano. "Wir weigern uns zu akzeptieren, dass unser Leben darin bestehen soll, vor Monsterstürmen zu fliehen, unsere Familien in Sicherheit zu bringen, Zerstörung und Not zu erleiden und unsere Toten zählen zu müssen." Sano, der bei seinen Ausführungen mit den Tränen kämpfte, sagte weiter: "Die Klima-Krise ist Wahnsinn. Lasst uns diesen Wahnsinn stoppen - hier in Warschau." Er kündigte an, solange in den Hungerstreik zu treten, bis die Konferenz eine bedeutsame Vereinbarung getroffen habe.

Der japanische Delegierte Hiroshi Minami (l.) und Yeb Sano (Foto: rtr)

Yeb Sano (r.) nach seiner emotionalen Rede mit einem japanischen Delegierten

"Gewinnen oder verlieren"

Sanos Worte am ersten Tag der zweiwöchigen Konferenz sind auch eine Anklage gegen das Zaudern der internationalen Gemeinschaft, allen voran der Industrienationen, die die Länder in Asien, Afrika und der Karibik weitgehend allein mit der Bewältigung des Klimawandels lassen. Klimaforscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und der Zunahme extremer Wetterphänomene wie dem jüngsten Taifun, extremen Dürren oder Überschwemmungen.

Die Chefin des Sekretariats der UN-Klimakonvention, Christina Figueres, warnte eindringlich vor den Auswirkungen des Klimawandels auf künftige Generationen. "Wir werden entweder alle zusammen gewinnen oder verlieren." Gleichzeitig zeigte sich die UN-Diplomatin aus Costa Rica davon überzeugt, dass in Warschau Fortschritte möglich seien.

Polen zögert noch

Der Präsident der UN-Konferenz, Polens Umweltminister Marcin Korolec, machte klar, dass alle Staaten ihren gerechten Beitrag zum Klimaschutz leisten müssten. Das Gastgeberland lehnt schärfere Klimaschutz-Ziele der EU ab, solange große Kohlendioxid-Produzenten wie China und die USA "nicht vergleichbare Anstrengungen unternehmen". Bei der Energiegewinnung setzt Polen fast ausschließlich auf die besonders CO2-intensive Kohle.

Delegierte aus 194 Ländern wollen bei der zweiwöchigen Konferenz in der polnischen Hauptstadt weitere Fragen auf dem Weg zu einem verbindlichen globalen Klimaschutzabkommen klären. Dieses soll bis Ende 2015 ausgehandelt werden und 2020 in Kraft treten. Die neue Vereinbarung soll Klimaschutz-Ziele für alle Staaten enthalten.

se/sti (dpa, afp, epd)

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