1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Afrika

Stolz und bescheiden - Tee bei den Tourés

Kolo und Yaya Touré sind nicht nur Superstars bei Manchester City und Barca: Die Brüder sind auch die wichtigsten Stützen der Mannschaft der Elfenbeinküste. Aber auch der Vater der beiden profitiert vom Ruhm der Söhne.

Yaya Touré (Elfenbeinküste) gegen Hassen Yebda (Algerien) beim Afrika Cup. (Foto:ap)

Yaya Touré im Einsatz für die Elfenbeinküste

Mory Touré hat zum Tee geladen, in sein bescheidenes Reihenhäuschen in Youpougon, einem Arbeiterviertel von Abidjan. Doch der Tee muss warten – zuerst wird gebetet. In seinem hellblauen Festtags-Boubou kniet der greise Familienvater auf dem Teppich im Wohnzimmer. An der nackten Wand neben dem winzigen Fernseher hängen zwei gerahmte Poster. Sie zeigen die beiden großen Söhne des Hauses: Kolo Touré, 29, Innenverteidiger bei Manchester City. Und Yaya Touré, 27, Mittelfeldregisseur beim FC Barcelona – der erste Spieler der Elfenbeinküste, der mit seiner Mannschaft die Champions League gewonnen hat. Vater Touré hat die Poster so aufgehängt, dass er "beide im Blick hat, wenn ich für sie bete".

Stolz auf die Söhne

Arsenals ivorischer Abwehrspieler Kolo Touré am 13.09.2006 in der Hamburger AOL-Arena. (Foto: dpa)

Kolo Touré

Stolz ist Mory Touré natürlich auf alle seine zehn Kinder – aber Allah dankt er besonders für seine beiden Fußballer. Ganz ohne Starallüren haben sie es an die internationale Spitze geschafft und nebenbei die ganze Familie gerettet. Denn als Feuerwehrmann, Tankwart und später als Fahrer für das Militär brachte Papa Touré nie genug Geld nach Hause.

Deswegen hatte er nicht lange gezögert, als Talentscouts vor der Tür standen, um Kolo und Yaya in das renommierte Fußball-Internat von ASEC Mimosas aufzunehmen – dem FC Bayern der Elfenbeinküste. "Ich hatte riesige Geldprobleme", sagt Mory Touré. Kolo, der Älteste habe das immer gespürt. Und schon als er zehn Jahre alt war, habe er sich entschieden, alles zu tun, damit es seinen Eltern einmal besser gehe. "Und als er dann seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieb, da dachte er nicht ans Geld, sondern daran, dass er damit seiner Familie helfen kann."

Haus der Eltern finanziert

Nationalmannschaft der Elfenbeinküste mit Touré-Brüdern vorne mitte. (Foto: ap)

Die Touré-Brüder in der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste

Mory Touré bekommt noch immer feuchte Augen, wenn er davon schwärmt, wie Kolo damals bei Arsenal London darauf bestand, dass der Verein seinen Eltern ein Haus finanziert. In diesem kleinen Haus wohnen die Tourés seit zehn Jahren. Längst wollten die Fußball-Stars ihrem Vater eine neue, schönere Bleibe schenken, weil die Berühmtheit zur Last geworden ist: "Ständig klopfen wildfremde Leute an meiner Tür und wollen Geld, sie kommen mit Rechnungen und Prokjektideen. Die Leute denken, ich hätte Geld, ich sei so was wie der Bankier meiner Söhne."

Beten für den Sieg

Aber Papa Touré will trotzdem in Youpougon bleiben – schließlich kommen jeden Tag die Nachbarn vorbei, um mit ihm zu beten. Dafür, dass die "Eléphants" mit Kolo und Yaya Touré in Südafrika die schwere WM-Gruppe überstehen:"Wir beten für meine Söhne. Und Gott hat uns noch nie enttäuscht. Im Gegenteil. Das ist einfach wunderbar. Allah sei Dank!"

Autor: Alexander Göbel

Redaktion: Klaudia Pape