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Reise

Stockholm - Stadt auf 14 Inseln

Historisch und avantgardistisch, das ist Stockholm. Auch bekannt als Venedig des Nordens, das sich über 14 Inseln erstreckt. DW-Reporterin Eesha Kheny hat die schwedische Hauptstadt an einem Wochenende entdeckt.

Als ich früh morgens in Stockholm ankomme, checke ich in einem Hotel gleich neben dem Bahnhof ein. Von meinem Zimmer aus kann ich weit über die Stadt schauen. Trotz der Ausdehnung Stockholms liegen die Hauptsehenswürdigkeiten alle nah beieinander und sind durch die öffentlichen Verkehrsmittel prima miteinander verbunden - zu Lande und zu Wasser.

Nach einem schnellen "Fika", dem beliebten schwedischen Frühstück aus Kaffee und Zimtschnecke, mache ich mich auf. Die Metro bringt mich vom Hauptbahnhof in nur wenigen Minuten ans Wasser. Dabei ist die Stockholmer Metro selbst ein Blickfang: Mit ihren 110 Kilometern ist sie bekannt als die längste Kunstgalerie der Welt. Mehr als 90 der 100 U-Bahnstationen sind mit Kunstwerken dekoriert: Skulpturen, Mosaiken, Gemälde, Installationen. Teils geschmackvoll, teils pseudokünstlerisch!

Ich fahre bis zur Haltestelle Kungsträdgården. Die sieht aus wie eine archäologische Ausgrabung, mit den Überresten des „Makalös“, eines Herrenhauses, das einst gegenüber dem Königlichen Schloss stand.

Ahoi Stockholm!

Von hier aus schlendere ich am Uferkai entlang, bewundere die Boote am Hafen. Viele Touristen genießen das kühle, aber sonnige Wetter an Land. Andere gehen an Bord eines Ausflugsschiffes - so wie ich. Punkt elf Uhr legt das glasüberdachte Boot ab und quert in den nächsten zwei Stunden nicht nur zwölf Brücken, sondern auch die wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Ein Klassiker unter den Sightseeing-Touren.

Am besten gefällt mir die Schleuse mitten in der Stadt, die die salzige Ostsee und den Süßwasser-Mälarsee voneinander trennt. Der Audioguide gibt mir eine Einführung in die Stadtgeschichte und das Leben der Menschen. Mit all diesen Infos ausgestattet, fühle ich mich gut orientiert. Und mache mich auf zu meiner nächsten Station: der Halbinsel Djurgården.

Museumswunderkammern - von maritim bis musikalisch

Die Halbinsel Djurgården ist die Heimat des ABBA-Museums. Eine prima Gelegenheit, mehr über die berühmte Band, ihren Weg zum Ruhm und die Lebensläufe der vier Bandmitglieder zu erfahren: Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad. Verzückt bewundere ich die originalen Kostüme in den Vitrinen und versuche mich in Karaoke. Das Museum ist interaktiv und ich tauche voll ein in diese Erfahrung. Sogar ein eigenes Musikvideo kann man aufnehmen! Mein Weg führt mich tanzend und singend durch die Räume. ABBA-Fans können hier Stunden verbringen - da bin ich mir sicher.

Nicht weit vom ABBA-Museum befindet sich das Vasa-Museum - benannt nach dem Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert, um das herum nach seiner Bergung ein eigenes Gebäude errichtet wurde. Ich bin aufgeregt, dieses berühmte Schiffsmuseum zu besuchen. Und dann sehr beeindruckt davon, wie gut dieses Segelschiff tatsächlich erhalten ist. Über 300 Jahre hat es unter Wasser gelegen. Und ist trotzdem zu 98% original erhalten. Mit ungewöhnlich vielen Details, die bei einer kostenlosen Führung erklärt werden.

Ich verbringe hier mehrere Stunden, klettere auf alle Ebenen des Museums, um das Schiff aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu sehen. Ein kurzer Film, der die Restaurierung des Schiffs vom ersten Tag an begleitet hat, dokumentiert den Fund im Wasser vor Stockholm und die Geschichte der Vasa.

Bezaubernde Altstadt

 Mein Insel-Hopping in Stockholm führt mich schließlich in die Altstadt, die Gamla Stan. Sie ist eines der größten und besterhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren ganz Europas. Und damit eine der führenden Attraktionen Stockholms. Hier wurde die Stadt 1252 gegründet. Wie im Bilderbuch reihen sich farbenfrohe Gebäude aneinander,  einige Musiker spielen neben einem sprudelnden Brunnen auf. Ich laufe durch die schmalen, alten Gassen über Kopfsteinpflaster bis zum Hauptplatz, wo Trauben von Menschen die entspannte Atmosphäre genießen.

Wer alle Gassen abläuft, kommt auch am berühmten Nobelmuseum vorbei, das den Schöpfer der höchsten Auszeichnung der Wissenschaften ehrt. Und natürlich am wuchtigen Königlichen Schloss mit Ausblick auf die angrenzende Insel. Meinen Stockholm-Tag beschließe ich hier, in der Gamla Stan in einem beliebten Restaurant mit köstlichem veganen Buffet. Ein junges Speisekonzept, das in der nordischen Hauptstadt voll im Trend liegt.

Stockholm hat mich wirklich beeindruckt - mit seiner Harmonie aus mittelalterlicher Geschichte und Architektur, verbunden mit dem Sog einer jungen, schnelllebigen Kultur. Ich möchte definitiv mehr sehen von dieser Stadt. Es wird wohl nicht lange dauern, bis ich sie wieder besuche.

 

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