1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Stock

Stock ist nicht gleich Stock. Deshalb kann man, wenn davon die Rede ist, gut vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen. Überall liegt er herum, der Stock. Menschen werfen ihn, Hunde holen ihn – er ist wohl nichts Besonderes …

Er ist aus Holz, ist nicht sehr lang, nicht sehr dick. Der Stock ist einfach. Denkste! Es gibt nicht nur viele Stöcke, es gibt sogar viele Stock – ja, ein Plural, der sich selbst verschweigt!

Die Basis für Bau und Bares

Mehrere "Stock" ist die nicht ungewöhnliche Kurzform für mehrere Stockwerke, ein Begriff aus dem Fachwerkbau, der sich zusammensetzt aus "Stock" für Wurzel, Stab, Pfahl und "Werk" für verarbeiten. Der Grundstock eines Vermögens ist die Vermögensbasis, ursprünglich das Vermögen, welches in Grund und Boden angelegt ist. Der Stock steht für Fundament und als solches kann er zwar größer werden, aber mehr werden als einer kann er nicht.

Beim Kartenspiel ist der "Stock" der in der Mitte liegende Kartenhaufen, von welchem die einzelnen Spieler ihren Bestand ergänzen. Der "Geldstock" bewahrte das Bare auf, auch er ist kein Holzstock, sondern ein schwerer Geldkasten, früher war er mal ein ausgehöhlter Holzklotz. Genug der Beispiele? Von wegen!

Ist denn alles Stock?

Auch ein Stumpf ist ein Stock. Bei den Schriftgelehrten, den Brüdern Grimm, steht es: "Der in der Erde zurückgebliebene Sturz oder Stumpf eines gefällten Baumes wird gewöhnlich Stock genannt." Wir bleiben auf Stocksuche, laufen über Stock und Stein, verlassen den Wald und treffen erneut auf die Grimms:

"In der Landwirtschaft ist der Bienenstock, oder Stock schlechthin, ein kurzes dickes Behältnis für Bienen, weil solches ehemals bloß ein ausgehöhlter Klotz war … Man nennt ihn jetzt Stock, wenn er auch nur ein geflochtener Korb ist." Nach Stumpf und Klotz jetzt auch noch der Korb! Ja, ist denn alles Stock?!

Hilflos, wild und edel

Ich geh’ am Stock! Nicht, dass ich müde, krank, gebrechlich wäre oder völlig mittellos, verarmt; nein, am – wie man auch sagt – am Bettelstab gehe ich nicht. Nein, "nur" in übertragenem Sinne: Wenn ich am Stock gehe, bin ich desorientiert, hilflos. Der Stock ermöglicht mir ein – wenn auch deutlich zu kleines – Fortkommen.

Er ist Stütze wie beim Gehen der Wanderstock. Der ist wirklich mal ein Stock, man nennt ihn auch Wanderstab. Ein veredelter Stock und ein wilder Stock schlagen nicht mehr oder weniger wild um sich. Der veredelte Stock ist eine Züchtung aus dem wilden Stock. Beide gibt es als Rebstock oder Blumenstock.

Total verstockt!

Es gibt auch Stöcke, die gibt’s kaum noch. Totenstock, Opferstock, Heiligenstock, Armenstock – allesamt keine (Holz-)Stöcke, alle selten geworden in unserer religionsfernen Gesellschaft. Den verstockten Sünder, einen störrischen, verhärteten Menschen, gibt es aber noch. "Er steht wie ein Stock" sagt man oft von so einem. In der Tat wirkt er wie festgehalten in einem – Achtung, noch ein Stock, der keiner ist – Schraubstock. Er behauptet unbelehrbar, stock und steif, nur Falsches.

Wie so ein Gemüt bewegen? Früher lautete die Antwort: durch Stockschläge. Zur Zeit der Brüder Grimm war der Stock auch noch "Züchtigungsgerät in der Hand des Lehrers". Heute benutzt die Polizei noch den Schlagstock oder Gummiknüppel – nur im Notfall, klar.

Wo wenig fließt

"Stock" ist in Zusammensetzungen mit Adjektiven ein Zeichen der Steigerung. Stockfinster, stockkonservativ und stockdumm sind gern benutzte Ausdrücke. Das Adjektiv "stock" heißt im ursprünglichen Sinn – zitiert nach den Grimms – "dick, fest, steif, starr werden, so dass Bewegung oder Umlauf aufhört".

Das funktioniert auch als Verb: So lassen Hausfrauen den Eierstich stocken und merkwürdige Ereignisse lassen das Blut stocken – es fließt nicht mehr. Wenn auf unseren modernen "Verkehrsadern" der Autoverkehr nicht fließt, spricht man analog auch vom "stockenden" Verkehr.

Hölzchen und Hündchen

Vieles stockt, ist verstockt oder eben ein Stock – man kann bei diesem Thema sehr schön "vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen", vieles lässt sich miteinander verbinden. Mehr oder weniger sinnvoll …

Aber man muss ja nicht wie ein dressiertes Hündchen über jeden Stock springen, der einem hingehalten wird. Das heißt, man muss nicht unterwürfig jedem jeden Wunsch erfüllen. Schon gar nicht, wenn es den Stock betrifft. Der Stock ist nämlich nichts Besonderes.

Fragen zum Text

Im Zusammenhang mit Häusern bezeichnet Stock

1. eine Etage.

2. ein Zimmer.

3. das Dach.

Was kann nicht stocken?

1. der Verkehr

2. ein Ei

3. der Wanderstab

Wenn jemand sagt "es ist stockdunkel", dann meint er, dass …

1. alles aussieht wie Holz.

2. es besonders dunkel ist.

3. ihm Bäume den Blick versperren.

Arbeitsauftrag

Sammeln Sie Wörter, die "Stock" oder "stock" enthalten. Notieren Sie die Begriffe auf Zetteln und mischen Sie sie. Bilden Sie zwei gleich große Teams. Aus jedem Team muss nun immer ein Spieler einen Begriff ziehen und ihn anschließend innerhalb einer bestimmten Zeit seinen Mitspielern zeichnerisch an der Tafel darstellen. Nach Erraten des Begriffs bzw. nach Ablauf der Zeit ist das gegnerische Team an der Reihe. Viel Spaß!

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads