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Fußball

Stimmungsvoller Auftakt zur Frauen-WM

Sommermärchen reloaded? Vor dem Start der Fußball-WM der Frauen wurde diese werbewirksame Zielsetzung des DFB von vielen eher belächelt. Doch alle Zweifler haben sich getäuscht: Die Frauen begeistern die Massen.

Fans beim Eröffnungsspiel Deutschland - Kanada (Foto: dpa)

Ausgelassene Stimmung, Schwarz-Rot-Gold geschminkte Gesichter, laute Fangesänge und volle Tribünen - der Start der Frauenfußball-WM hätte besser nicht laufen können. Knapp 75.000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion feierten nicht nur den ersten Sieg der deutschen Mannschaft gegen Kanada, sondern auch einen Europarekord: Noch nie haben so viele Menschen auf dem Kontinent ein Frauenfußballspiel gesehen. "Ich hätte nie gedacht, dass beim Frauenfußballspiel so viele Leute kommen und dass die Stimmung so super ist", wunderte sich ein Fan im Berliner Olympiastadion.

Celia Okoyino Da Mbabi erzielt das 2:0 für Deutschland im WM-Spiel gegen Kanada (Foto: AP)

Schöner Fußball - hier gezeigt von Da Mbabi

Dass die Frauen in den ersten Partien dann auch noch so schönen Fußball geboten haben, dürfte den einen oder anderen männlichen Fußballfan ebenfalls überrascht haben. Für den Frauenfußball in Deutschland bedeutet die Heim-WM schon jetzt eine nie dagewesene Aufmerksamkeit. Und die tolle Stimmung von den Rängen übertrug sich auch auf die Spielerinnen, wie Melanie Behringer nach dem Auftaktspiel anzumerken war. "Für uns war das Wahnsinn heute, das war ein Gänsehaut-Gefühl. So etwas habe ich noch nie erlebt", beschrieb die Mittelfeldspielerin des 1. FFC Frankfurt die Stimmung im weiten Rund des Olympiastadions. "Ich danke den Zuschauern, dass sie uns so schön unterstützt haben und ich hoffe, das machen sie in den nächsten Spielen genauso."

"Eine wunderbare Kulisse"

Das hoffen sie im deutschen Team alle und sicher drückt auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel der Mannschaft weiter die Daumen. Sie zeigte sich beeindruckt von der Stimmung rund um die Frauen-WM. "Es ist eine wunderbare Kulisse. Die ganze internationale Fußballwelt ist da und viele gucken zu. Also mir gefällt es, es ist außergewöhnlich!"

Zuschauer auf der Fanmeile und auf dem Bildschirm bejubeln in Frankfurt am Main beim Public Viewing das Tor zum 2:0. (Foto: dpa)

Begeisterung beim Public Viewing in Frankfurt: 15.000 Zuschauer verfolgten das Auftaktspiel

Doch nicht nur am Spielort, in ganz Deutschland fiebern die Menschen mit den Kickerinnen mit. 15.000 Fans verfolgten das erste Spiel der DFB-Elf beim Public Viewing am Main in Frankfurt. Die Frauen-WM ist ein Hingucker - auch für die Männer. "Ich finde es einfach schön und ich wünsche den Frauen, dass es hier richtig rund geht", meinte ein Fußballfan beim Frankfurter Public Viewing und beschrieb die Stimmung dort als "einfach toll".

14 Millionen verfolgten Eröffnungsspiel im TV

Public Viewing, dieser neue Volkssport der Deutschen, entstand bei der letzten Heim-WM 2006, als die Männer ein Sommermärchen schrieben. Den Frauen trauten viele Veranstalter so etwas nicht zu. Zu gering ist sonst im Bundesliga-Alltag das Interesse am Frauenfußball, wenn oft nur einige Hundert Menschen zu den Spielen kommen. Doch die Frauen-WM ist ein Event, und das erlebt man eben viel besser zusammen als allein. "Die Atmosphäre ist hier viel besser: Stimmungsvoll, alle sind ausgelassen, alle feiern mit, es ist ein schönes Fest", freute sich eine Frau in Bochum. Die Stadt im Ruhrgebiet ist WM-Spielort - und doch war die Stimmung in den Bars und Kneipen der Innenstadt für manche noch ausbaufähig. "Im Vergleich zu den Männern war es ja nichts", meinte eine andere Frau, die sich mehr Rummel um die Frauen-WM erhofft hatte. "Es war kaum etwas los, wir haben uns da irgendwie mehr drunter vorgestellt."

Angela Merkel auf der Tribüne des Olympiastadions in Berlin neben Theo Zwanziger (l.) und Sepp Blatter. (Foto: AP)

Edelfan: Angela Merkel

Auch wenn noch Luft nach oben ist: Selbst den Vergleich mit der WM 2006 muss die Frauen-WM nicht scheuen. Rund 14 Millionen Menschen verfolgten das Auftaktspiel der deutschen Elf an den heimischen Fernsehern. 2006 waren es 20 Millionen TV-Zuschauer, die die Übertragung des Eröffnungsspiels verfolgten. Und einen Vorteil hat der Frauenfußball: Es fallen mehr Tore. Im Schnitt ist es im Vergleich zu den WM-Turnieren der Männer bei den Frauen ein Tor mehr pro Partie. Vielleicht ist das auch ein Grund für die tolle Stimmung zum Auftakt der Frauen-WM.

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Thomas Kohlmann

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