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Stimmung

Die Stimmung beschreibt unseren seelischen Zustand. Sie ist einerseits individuell und kann durch sehr verschiedene Dinge hervorgerufen werden. Andererseits wird auch gerne von der öffentlichen Stimmung gesprochen.

Ist es die bestimmte augenblickliche Gemütsverfassung, der sinnliche Eindruck, das Angerührtsein, hervorgerufen durch ein Bild, eine Landschaft, ein Kunstwerk, oder einfach nur der vorübergehende Zustand unseres Befindens? Man könnte sagen, ja, das ist es, was in der deutschen Sprache Stimmung genannt wird. Es ist aber auch anderes. Mehr als nur ein Ausdruck für privates Empfinden. Wir werden sehen was es mit diesem Wort, unserem Stichwort für diese Woche, auf sich hat.

Ein Barometer, das nicht den Luftdruck misst

Viel ist von der "Stimmung im Lande" oder der "Stimmung in der Bevölkerung" wie die Politiker sagen, derzeit die Rede. Diese gewissermaßen öffentliche Stimmung ist aus unterschiedlichen Gründen eher gedrückt. "Das Stimmungsbarometer", hieß es in einer Tageszeitung, "ist im Keller." Sehr viele Menschen machen sich Sorgen, ängstigen sich. Wie soll es in der ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Situation weitergehen? Was bringt die Zukunft? Werde ich meinen Arbeitsplatz behalten? Die Altersversorgung, wird sie ausreichend sein?

Stimmung und Stimmungen sind wechselhaft. Egal ob es sich um die Stimmung einer einzigen Person oder die so genannte allgemeine Stimmung handelt. Denn jedwede Art von Stimmung ist eine Reaktion auf etwas. Wir sind bester Stimmung, ja ausgelassen, freuen uns mit unseren Gästen, feiern den Geburtstag und da läutet das Telefon. Eine Schreckensnachricht erreicht uns; im Nu ist die Stimmung weg.

Von ganz oben bis tief nach unten

Stimmung ist ein anderer Ausdruck für unser seelisches Befinden. Und weil dieses sich sehr oft ändert oder ändern kann, ist auch "Stimmung" immer von einem Adjektiv oder prädikativen Ausdruck begleitet. Die Werteskala dieser Ergänzungen reicht von ganz oben bis tief nach unten. "Himmelhoch jauchzend zum Tode betrübt"; dieses Zitat aus Goethes Egmont hat sich zur Charakterisierung der dauernden Stimmungsschwankungen des Sanguinikers eingebürgert. Aber wir alle kennen Stimmungen, Stimmungslagen von "todtraurig" bis "fröhlich ausgelassen".

Und da wir noch Beispiele für prädikative Ausdrücke schuldig sind: Wir wissen was es heißt, wenn wir sagen "die Stimmung ist schlecht" beziehungsweise "die Stimmung ist gut". Dazwischen gibt es unzählige Varianten, Nuancen; Stimmungen, die sich durch ein oder auch mehrere Adjektive kaum beschreiben lassen.

Stimmung ist ansteckend

Das liegt daran, dass Stimmung etwas zutiefst Persönliches ist. Wie empfinden wir die Abendstimmung am Meer oder in einer idyllischen Landschaft? Was rührt uns an? Weshalb lassen wir uns von der Stimmung anderer manchmal anstecken und ein anderes Mal nicht? Es liegt wohl daran: "Jeder Mensch hat ein eigenes Maß, gleichsam eine eigene Stimmung aller sinnlichen Gefühle zueinander." So jedenfalls hat es der Philosoph und Theologe Johann Gottfried Herder 1785 formuliert.

Es ist dies wahrscheinlich die Grundstimmung, so etwas wie das Naturell des Individuums, die uns so oder so reagieren lässt und Stimmungen hervorruft. Mit dem Hervorrufen ist es allerdings so eine Sache. Stimmung für oder gegen etwas lässt sich machen. Meist sind es unlautere Mittel, mit denen versucht wird, ein Publikum, eine Gemeinde, die Öffentlichkeit zu beeinflussen.

Bombenstimmung mit Stimmungskanonen

Das ausschließlich in abwertendem Sinn gebrauchte Wort "Stimmungsmache" kommt hier ins Spiel. Wer aber Stimmung macht, betreibt nicht zwangsläufig Stimmungsmache; sondern versucht das herzustellen, was man "gute Stimmung" nennt. Stichwort Karnevalsveranstaltung. Da gibt es die "Stimmungskanonen", oft genug professionelle Spaßmacher, die einen ganzen Saal in kreischende Verzückung versetzen können.

Wenn sich dann alle vor Lachen die Bäuche halten und der Tusch der Stimmungskapelle in lärmender allgemeiner Hochstimmung untergeht, herrscht das, was merkwürdigerweise "Bombenstimmung" genannt wird. Die passt ja auch zur Stimmungskanone und zur Stimmungsmusik, bei der die richtige Stimmung der Instrumente irgendwann keine Rolle mehr spielt.


Fragen zum Text

1. Die Stimmung in der Bevölkerung ist gedrückt, weil …

a) Stimmung etwas sehr Persönliches ist.

b) man sich fragt, was die Zukunft bringt.

c) Bombenstimmung herrscht.

2. Was ist Stimmung nicht?

a) die augenblickliche Gemütsverfassung

b) sehr individuell

c) ein Gerät, mit dem man den Luftdruck misst

3. "Du bist aber eine echte …!"

a) Stimmungspistole

b) Stimmungskanone

c) Stimmungsgranate

Arbeitsauftrag

Stellen Sie eine Stimmung pantomimisch dar und lassen Sie Ihre Gruppe raten, welche Stimmung Sie – nur mit Gesten – darzustellen versuchen.

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