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Politik

Stimmenauszählung in Haiti wird geprüft

Nach massiven Betrugsvorwürfen und gewaltsamen Straßenprotesten hat die haitianische Übergangsregierung eine Überprüfung der Ergebnisse der Präsidentenwahl angeordnet.

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Straßensperre in einem Slum in Port-au-Prince

Wie das Präsidialamt in Port-au-Prince am Dienstag (14.2.2006) mitteilte, ist die Kommission aus Vertretern der Wahlkommission, der Regierung und Anhängern von Präsidentschaftskandidat René Préval zusammengesetzt. Er hoffe auf ein Ergebnis binnen drei Tagen, sagte der Kabinettschefs des Präsidialamtes, Michel Brunache. Der Regierung komme in der Kommission die Rolle des Schiedsrichters zu.

Préval: "Massiver Betrug und grobe Fehler"

Bei der Wahl am 7. Februar gab es nach Überzeugung Prévals "massiven Betrug oder grobe Fehler". Er rief seine Anhänger am Dienstag auf, weiter gegen das bisherige Ergebnis der Auszählung zu protestieren, wonach er zwar der stärkste Kandidat ist, aber in die Stichwahl muss, weil er im ersten Wahlgang nicht die erforderlichen 50 Prozent der Stimmen erhielt.

"Der Wille der Menschen in Haiti muss respektiert werden", sagte Préval, der seine Anhänger aufrief, friedlich zu demonstrieren und das Eigentum anderer zu achten. Seit Sonntag ist es in Haiti zu Protesten gekommen, bei denen am Montag mindestens ein Mensch getötet wurde.

UN: Keine Hinweise auf Betrug

UN-Sprecher David Wimhurst sagte am Dienstag, es gebe keine Hinweise auf Betrug. Der örtliche Sender Telemax TV zeigte am Dienstagabend Bilder von zerstörten weißen Wahlurnen auf einer Müllhalde. Stimmzettel waren bündelweise verstreut, alle sollen für Préval markiert gewesen sein.

Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen lag Préval bei 48,7 Prozent. Auf den Zweitplatzierten Leslie Manigat entfielen 11,8 Prozent, er lehnt es ab, Préval als Sieger anzuerkennen. (kap)

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