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Sport

Stimmen: "Ein bisschen Demut ist jetzt gut"

Ein demütiger Bundestrainer, ein bodenständiger Thomas Müller und ein DFB-Präsident, der Fußball von einem anderen Stern gesehen hat. Die Stimmen nach dem WM-Halbfinale Deutschland gegen Brasilien.

Bundestrainer Joachim Löw: "Es war heute wichtig, dieser Leidenschaft und diesen Emotionen von Brasilien mit Ruhe, mit Abgeklärtheit zu begegnen, natürlich auch mit Mut und mit unserer eigenen Stärke. Die waren dann nach diesen Toren geschockt und dann hatten wir auch leichtes Spiel. Es haben alle ihre Aufgabe wahnsinnig gut und konzentriert erfüllt. Wir haben gut nach vorne gespielt, klasse kombiniert. Ein bisschen Demut ist jetzt auch ganz gut, es geht weiter. Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir bis Sonntag konzentriert bleiben."

Thomas Müller: "Das war natürlich nicht unbedingt zu erwarten. Da sieht man, wie unterschiedlich Spiele laufen können. Da nehme ich gern wieder unser geliebtes Algerien-Spiel. Brasilien hat anders agiert, hatten schnelle Ballgewinne, dann waren die Räume größer als gegen defensiv ausgerichtete Mannschaften. Das haben wir bis Mitte der ersten Halbzeit ausgenutzt. Irgendwann bist du als Gegner dann gebrochen. Aber wir sind noch nicht am Ziel. Wir werden noch einmal Vollgas, um unser Leben ackern und dann das Ding holen. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wie man uns nach Algerien kaputtgeredet hat, wird man uns jetzt in den Himmel loben. Das ist der falsche Ansatz. Wir sind einfach ein richtig gutes Team."

Miroslav Klose: "Es ist jetzt natürlich schwer nach so einem Spiel. Wir haben super angefangen. Dass wir super harmonieren, das merkt man auch im Training. Wir sind einfach eine Einheit, auch die Spieler auf der Bank gehen immer mit. Wir analysieren die Gegner gut. Es ist wichtig, dass unsere Standards fruchten. Das hat man heute beim 1:0 wieder gesehen. Der Toni bringt den Ball jedes Mal dahin, wo er hin muss, und das ist einfach eine große Stärke. Da müssen wir weiter dran arbeiten. Bei einem Schussversuch mit links habe ich einen Schlag drauf gekriegt, da war ich nicht so in der Lage einen Salto zu machen."

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): "Es ist ein historischer Tag für den deutschen Fußball und den Fußball in der Welt. Es ist eine unglaubliche Leistung, mit Worten gar nicht auszudrücken. Das Wort sensationell reicht nicht, auch märchenhaft ist zu schwach. Fünf Tore in 19 Minuten - auf der Ehrentribüne haben mich die Leute nur angeguckt. Das war Fußball wie von einem anderen Stern. Ich freue mich so für Trainer und Mannschaft. Es ist so begeisternd gewesen, aber ich sehe ja auch die internen Abläufe, wie die miteinander unmgehen, diese Disziplin, aber auch die Lockerkeit, da stimmt alles. Aber jetzt dürfen wir nicht ausflippen. Am Sonntag haben wir die Chance, den letzten großen Schritt zu machen. Der vierte Stern soll her."

Julio Cesar (Brasilien): "Es ist einfach nicht zu erklären. Wir müssen anerkennen, dass Deutschland einfach sehr gut gespielt hat. Die Deutschen waren einfach stark, nach dem ersten Tor sind wir zusammengebrochen, das hat keiner verstanden. Wir gehen jetzt nach Hause und werden unsere Familien umarmen. Herzlichen Glückwunsch an Deutschland. Aber wir sind eine starke Mannschaft, ich bin mir sicher, dass die Spieler wieder aufstehen werden."