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Kultur

Stimme Lateinamerikas: Eduardo Galeano ist tot

Der Autor des Klassikers "Die offenen Adern Lateinamerikas" war einer der bekanntesten literarischen Botschafter Lateinamerikas und eine Stimme der Unsichtbaren und Unterdrückten.

Mit "Die offenen Adern Lateinamerikas" (1971) gelang dem Autor aus Uruguay im Alter von 31 Jahren ein Klassiker linker Geschichtsschreibung. Polemisch und parteiisch schildert er die Ausbeutung des Subkontinents durch Europäer und Nordamerikaner sowie den Widerstand der Eroberten. 2009 war das Buch wieder in aller Munde, als Venezuelas Präsident Hugo Chávez seinem US-Kollegen Barack Obama ein Exemplar davon überreichte. Anschließend schnellte es in der Amazon-Bestsellerliste nach oben.

Eduardo Hughes Galeano wurde am 3. September 1940 in Uruguays Hauptstadt Montevideo geboren. Bereits in Teenager-Jahren fing er seine publizistische Laufbahn an, er arbeitete aber auch als Karikaturist, in einer Bank und einer Fabrik. Mit 21 leitete er die Wochenzeitung "Marcha", anschließend den Verlag der Universität von Montevideo. Nach dem Militärputsch 1973 floh er ins Exil, zunächst nach Argentinien, wo er Redakteur der Zeitung "Crisis" (Krise) wurde. 1976 zog er nach Spanien und blieb dort bis 1985.

Die Trilogie "Erinnerung an das Feuer" war das erste vielfach übersetzte Werk, das eine Epoche in den Blick nahm. In Hunderten, chronologisch geordneten kleinen Geschichten nähert es sich der Geschichte Lateinamerikas. Sein literarisches Leben lang hat er diese "Gedichte, die so tun, als seien sie Prosa", wie Galeano sie bezeichnete, bis zur Meisterschaft verfeinert und radikalisiert. Sein direkter und bestimmter Ton, mit dem er auch das Tagesgeschehen beobachtete, waren sein Markenzeichen.

Die Linksregierungen in Südamerika begleitete er mit kritischer Sympathie, am wenigsten gefiel ihm dabei ihre Wachstumspolitik, die wenig Rücksicht auf die Natur nimmt. Am Montag ist Eduardo Galeano an den Folgen eines Lugenkrebses in Montevideo gestorben.

so/ad (EPD/El Pais)