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Politik

Stichwort: Wikileaks

Wieder einmal hat Wikileaks weltweit für Aufsehen gesorgt. 250.000 Dokumente aus dem US-Außenministerium wurden auf der Internet-Plattform veröffentlicht. Es ist nicht das erste Mal, dass Wikileaks für Aufruhr sorgt.

Seite der Internet-Plattform Wikileaks (Foto: dpa)

Seite der Internet-Plattform Wikileaks

Ein Video dokumentiert den US-Angriff auf Zivilisten in Bagdad (Foto: AP)

Ein Video dokumentiert den US-Angriff auf Zivilisten in Bagdad

Wikileaks hat sich mit dem Veröffentlichen geheimer Dokumente weltweit einen Namen gemacht. Die Internetplattform erreichte im April 2010 das erste Mal eine größere Öffentlichkeit, als ein geheimes Video veröffentlicht wurde, das zeigt, wie drei Kampfhubschrauber der US-Armee Zivilisten in Bagdad unter Beschuss nehmen. Der Name der Organisation "Wikileaks" setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: "Wiki" bezieht sich auf das bekannte Internet-Lexikon "Wikipedia", bei dem Nutzer selbst Artikel beisteuern oder korrigieren können. "Leak" bedeutet auf deutsch "Leck" und bezeichnet undichte Stellen bei Behörden, über die geheime Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

Weitere bekannte Wikileaks-Veröffentlichungen bisher waren im Juli 2010 die von geheimen US-Militärdokumenten über den Afghanistan-Krieg und im Oktober 2010 die von Dokumenten über den Irak-Krieg. US-Regierung und Nato warfen den Machern vor, Soldaten und Zivilisten durch ihre Veröffentlichungen in Lebensgefahr zu bringen und die nationale Sicherheit zu gefährden.

"Erster Geheimdienst des Volkes"

Wikileaks hat sich 2006 gegründet. Die Macher wollen Missstände öffentlich machen und Regierungen zu mehr Transparenz zwingen. Ihre Informationen erhalten sie in der Regel von anonymen Quellen. Die Plattform, die sich selbst als "ersten Geheimdienst des Volkes" bezeichnet, wird immer wieder heftig kritisiert.

Der Wikileaks-Chef und Gründer, Julian Assange (Foto: dpa)

Wikileaks-Chef und Gründer, Julian Assange

Als Kopf und Gründer von Wikileaks gilt der 39-jährige Australier Julian Assange, der die Vorwürfe von damals abwiegelte. "In diesen Dokumenten wird kein einziger Name irgendeines Soldaten oder irgendeines irakischen Zivilisten erwähnt. Das einzige, was hier auf dem Spiel steht, ist der Ruf von Politikern, die diese Soldaten und die Iraker in diese Gefahr bringen."

Weltweit gefahndet und untergetaucht

Assange ist zur internationalen Fahndung ausgeschrieben, weil er in Schweden zwei Frauen vergewaltigt haben soll. Der Aktivist bestreitet die Verbrechen und weist die Vorwürfe als Komplott seiner Gegner zurück. Zurzeit ist der Australier untergetaucht.

Wikileaks ist keine kommerzielle Einrichtung. Nach Angaben von Assange arbeiten fünf feste Mitarbeiter für die Organisation, alle aber unbezahlt. Genauso unklar wie die Struktur der Organisation ist auch ihre Finanzierung. So scheint Wikileaks auf Spenden angewiesen zu sein.

Autor: Arne Lichtenberg
Redaktion: Kay-Alexander Scholz

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