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Kultur

Stichwort: Weiberfastnacht

Der letzte Donnerstag vor der Fastenzeit ist der Beginn der eigentlichen Fastnachts- oder Karnevalstage. Wie für das Fastnachtsfest selbst gibt es auch für diesen Tag regional unterschiedliche Bezeichnungen.

Im Südwesten Deutschlands spricht man vom "schmutzigen" oder "schmotzigen Donnerstag". Das Wort "schmutzig" hat allerdings hier nichts mit Schmutz zu tun, sondern leitet sich ab vom schwäbisch-alemannischen Wort "Schmotz", was soviel wie "Fett" bedeutet.

An anderen Orten wird vom "fetten" oder "feisten Donnerstag" gesprochen. Alle diese Ausdrücke verweisen auf den früheren Brauch, dass an diesem Donnerstag zum letzten Mal vor der Fastenzeit geschlachtet wurde und als Folge die fett- oder schmalzgebackenen Fastnachtsküchlein, -kreppel oder -krapfen - heute weitgehend als Berliner bekannt - hergestellt wurden.

Weitere Bezeichnungen sind "unsinniger" oder "gumpiger Donnerstag". Das Wort "gumpig" stammt vom mittelhochdeutschen Wort "gumpen" ab und bedeutet soviel wie "sich auf und ab bewegen", "hüpfen" oder übertragen "Possenreißen". Diese Bezeichnungen verweisen auf den Aspekt, dass von diesem Tag an die Narren los sind.

Aus den voremanzipatorischen Tagen stammt der Ausdruck "Weiberfastnacht" für diesen Donnerstag: Zur Fastnacht wurden die sonst gültigen Regeln auf den Kopf gestellt, so dass neben den Narren nun auch gerne einmal die Frauen das Zepter in die Hand nehmen durften. Noch heute übernehmen sie symbolisch die Herrschaft und versammeln sich verkleidet oder auch maskiert in Grüppchen, um durch die Gegend zu ziehen und Männer zu belästigen. Wer an diesem Tag eine Krawatte trägt, hat Pech gehabt, denn diese wird von den regierenden Frauen gnadenlos abgeschnitten.

Weitere Bräuche gibt es im badisch-schwäbischen Raum: Dort ziehen in vielen Orten am Donnerstagmorgen schon frühzeitig weiß gekleidete Gestalten in Nachthemden umher oder Musikkapellen und Fanfarenzüge wecken lautstark die schlafende Gemeinde.