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Nahost

Stichwort: Wahhabiten

Wer sind die Wahhabiten, die sich auf die Lehren Muhammed Ibn Abd al-Wahhabs berufen?

Foto: AP

Strenge Kleidungsvorschriften für Frauen - das schreibt der Wahhabismus vor

Die Wahhabiten sind die Anhänger der "reinen" Religions-Lehre Muhammed Ibn Abd al-Wahhabs. Er wurde im 18. Jahrhundert in der Region Nadschd im heutigen Saudi-Arabien geboren. Nach seinem Studium in Bagdad begründete dieser eine kompromisslose Auslegung des Islam, die heute noch Staatsreligion Saudi-Arabiens ist. Dort leben auch die meisten Wahhabiten. Der Wahhabismus lehnt die meisten Äußerlichkeiten der Religion ab - bis hin zur Verehrung von Gräbern. Er ist auch die Grundlage für eine extrem restriktive Behandlung von Frauen in der Öffentlichkeit.

Saudi-Arabien hat in den letzten Jahrzehnten große Anstrengungen unternommen, den Wahhabismus auch jenseits seiner Grenzen zu verbreiten. In anderen arabischen Länder war das nicht erfolgreich. Gegenüber dem schiitischen Iran sorgte es für zusätzliche Spannungen, weil die Hardliner des Wahhabismus die Schiiten noch mehr als andere Sunniten für Abtrünnige vom wahren Islam halten. Erfolgreich war man allerdings in Pakistan, wo Saudi-Arabien und wahhabitische Lehrer einigen Einfluss auf die Koranschulen (Madrasas) erlangten und bis heute ausüben. Aus diesen Schulen heraus rekrutierten sich nicht nur Teile der afghanischen "Mujadeheddin", die in einem langen Krieg die Sowjets aus Afghanistan vertrieben. Aus diesen Schulen gingen später auch die "Taliban" hervor, die in Afghanistan ein ähnlich striktes und intolerantes religiös geprägtes Regime etablierten, wie es der Wahhabismus vorschreibt.