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Kultur

Stichwort: Tsunami-Warnsysteme

Tsunami-Frühwarnsysteme sollen verhindern, dass riesige Flutwellen zehntausende Menschen in den Tod reißen. Japanische und US-Forscher gelten als Experten auf dem Gebiet. Aber auch Deutschland hat Know-How zu bieten.

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Sensoren und Satelliten sollen Katastrophen verhindern

Das Frühwarnsystem der USA im Pazifik verfügt über ein Netz von Sensoren ("Tsunameters"), die Erdstöße zwischen dem Äquator und den Aleuten-Inseln bei Alaska messen. Außerdem liefern Bojen und Satelliten Daten über Meeresbewegungen in wissenschaftliche Überwachungszentren. Computer berechnen Stärke und Ort der Seebeben sowie die Richtung, in die sich die Erdschollen bewegen.

Es gibt derzeit 170 Überwachungsstationen weltweit, die Fäden laufen im Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) in der Nähe von Honolulu auf Hawaii zusammen. 26 Anliegerstaaten sind daran angeschlossen und können im Ernstfall innerhalb von fünf bis sechs Minuten gewarnt werden.

Daten und Wissen aus Europa

Die Mitarbeiter der Wiener Atom-Teststoppbehörde CTBTO hoffen, dass auch ihr Know-How und die vorhandenen Daten in ein internationales Frühwarnsystem eingebunden werden. Den Mitarbeitern des deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam steht ein Netz von rund 50 Erdbeben-Messstationen zur Verfügung. Wegen der hohen Tsunami-Gefahr sollen im Indischen Ozean etwa 30 bis 40 weitere Messstationen entstehen. Per E-Mail, Internet und SMS könnten dann Behörden, Hotels und Privatpersonen erreicht werden, hoffen die Forscher in Potsdam. Tsunamis breiten sich mit bis zu 1000 Kilometern pro Stunde aus.

Die UN-Organisation Unesco will bis Mitte 2007 ein globales Tsunami-Warnsystem vorbereiten. Manche Eingeborenenstämme scheinen noch ein urzeitliches Frühwarnsystem zu haben. So konnten sich auf den indischen Inseln der Andamanen und Nikobaren Eingeborene vor den tödlichen Flutwellen retten, weil sie auf die Signale der Tiere hörten: das Gezwitscher der Vögel und das ungewöhnliche Verhalten von Eidechsen und Delfinen. (reh)