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Politik

Stichwort: Sudan

Sudan ist das größte Land Afrikas. Seit der Unabhängigkeit 1956 hat es dort, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, immer Bürgerkrieg gegeben.

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Mit 2,5 Millionen km², die siebenfache Fläche Deutschlands, ist die Republik Sudan (Jumhuriya al-Sudan) der größte Staat Afrikas und gehört geographisch sowohl zu Nordafrika als auch zu Ost- und Zentralafrika. Der Nil durchzieht das Land wie eine Lebensader. Im Norden ist Wüste, der Süden ist in weiten Teilen eben und fruchtbar. "Sudan" bedeutet "Land der Schwarzen". Die knapp 40 Millionen Einwohner zählen zu den ärmsten des Kontinents. Etwa 70 Prozent sind Muslime, ein Viertel sind Anhänger des Animismus (Naturreligion) und fünf Prozent Christen.

Rohstoffe

Sudan ist reich an Rohstoffen. Außer Gold, Baumwolle und Gummi Arabicum spielt vor allem Erdöl eine wichtige Rolle. Nach Informationen der US-Regierung verfügt Sudan über ein Ölvorkommen von mindestens 560 Millionen Barrel (ein Barrel sind 159 Liter). Neue Ölfelder könnten bis zu zwei Milliarden Barrel bergen. Der Öl-Export macht inzwischen knapp drei Viertel der Exporterlöse aus.

Abgesehen von zehn friedlichen Jahren in den 1970er Jahren gab es in Sudan seit der Unabhängigkeit 1956 immer Bürgerkrieg. Der Streit um die Öleinkünfte verschärfte den lange schwelenden Konflikt zwischen der islamistischen Regierung und dem christlich-animistischen Süden, der sich gegen die Einführung islamischer Rechtsprechung wehrte. In 21 Kriegsjahren kamen etwa zwei Millionen Menschen ums Leben, vier Millionen wurden vertrieben. In zweijährigen zähen Verhandlungen haben sich Nord und Süd Anfang 2005 in einem Friedensvertrag auf eine friedliche gemeinsame Zukunft geeinigt.

Darfur

Parallel zur Annäherung zwischen Nord und Süd ist im Westen des Landes in der Region Darfur ein weiterer Konflikt ausgebrochen. Im Hintergrund stehen Spannungen zwischen afrikanischstämmigen Volksgruppen, die Ackerbau betreiben, und arabischstämmigen Nomaden. Zwei Rebellengruppen fordern eine größere Beteiligung der Schwarzafrikaner am Wohlstand des Landes. Doch die Regierung geht mit Hilfe arabischer Reitermilizen brutal gegen die Aufständischen vor. Mittlerweile sind bis zu 70.000 Menschen getötet und rund 1,6 Millionen aus ihrer Heimat vertrieben worden. (wga)

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