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Politik

Stichwort: Sklaverei heute

Offiziell ist die Sklaverei heute in allen Staaten der Welt abgeschafft. Dennoch leben noch immer viele Menschen in Unfreiheit.

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Formen der modernen Sklaverei: Kinderarbeit

2004 war das UN-Jahr zum Gedenken an den Kampf gegen die Sklaverei und der 2. Dezember wird alljährlich als internationaler Gedenktag zur Abschaffung der Sklaverei begangen. Die Sklaverei ist heute in allen Staaten der Welt abgeschafft. In der einen oder der anderen Form existiert Zwangsarbeit aber auf fast allen Kontinenten noch heute.

Kinderarbeit in Afghanistan

Ein 14jähriger Junge bei der täglichen Arbeit

Im April 2006 veröffentlichte die Nichtregierungsorganisation Terre Des Hommes (TdH) Zahlen, nach denen mehr als 12 Millionen Menschen als Sklaven betrachtet werden müssen. Davon sind etwa die Hälfte Kindern und Jugendliche.

Unter moderne Sklaverei fallen Menschenhandel, Zwangsarbeit und Schuldknechtschaft. Skrupelose Geschäftemacher haben dadurch jährlich einen Profit von mehr als 40 Milliarden US-Dollar. Die meisten Zwangsarbeiter gibt es nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Indien, Bangladesch und Pakistan. Laut TdH leben dort oft ganze Familien in Unfreiheit.

Menschenhandel als Form moderner Sklaverei

Aber auch in den Industrieländern leben, insbesondere Frauen, unter sklavenähnlichen Umständen. Nach UN-Angaben ist Deutschland besonders vom weltweiten Menschenhandel als Form moderner Sklaverei betroffen. Gemeinsam etwa mit den USA, Italien, Niederlanden und Belgien stuft die UN-Verbrechensbehörde UNODC die Bundesrepublik in die besonders betroffenen Zielländer für Menschenschmuggel ein. Jährlich seien Millionen Menschen betroffen. Ein genaues Bild sei aber auf Grund fehlender und ungenauer Daten schwierig. Fehlende Informationen erschwerten eine wirksame Bekämpfung von Ausbeutung und Verschleppung.

Allein in Lateinamerika leben 1,3 Millionen Menschen unter Bedingungen, die der Sklaverei ähneln. Besonders betroffen sei die indianische Urbevölkerung in Peru, Bolivien und Paraguay, sagt ein Berater der ILO. Demnach würden in Peru ungefähr 20.000 Indianer beim Holzfällen im Amazonas-Gebiet wie Sklaven gehalten werden. Anwerber würden ganze Familien für sechs bis zwölf Monate zur Arbeit verpflichten, bei der die Menschen dann wie Gefangene behandelt würden. In Bolivien würden die Indio-Zwangsarbeiter auf Zuckerrohrplantagen eingesetzt.