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Kultur

Stichwort: "Projekt Riese"

"Riese" wurde Adolf Hitlers letztes überdimensioniertes Projekt für eine Festung genannt. Unter der Erde sollte die komplette NS-Führungsriege Zuflucht finden.

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KZ Groß-Rosen: Von hier kamen Zwangsarbeiter für Hitlers Wahn-Festung

Dass "Riese" ein Führerhauptquartier werden sollte, stehe einwandfrei fest, sagt der Historiker Jürgen Heckenthaler. "Einige Teile waren wohl zur Industrie-Auslagerung gedacht, wurden aber später umgewidmet." Laut Heckenthaler erstreckt sich "Riese" auf eine Fläche von circa 25 mal acht Kilometern, mit sechs oder sieben unterirdischen Anlagen. Die seien sternförmig angeordnet, aber nicht untereinander verbunden: "Wenn ein Teil erstürmt worden wäre, hätten die Gegner sonst gleich zum nächsten durchmarschieren können."

Teilweise ist das "Riese"-System mehrstöckig und reicht weit ins Gestein des niederschlesischen Eulengebirges. "Es gibt drei begonnene Fahrstuhlschächte, die 48 Meter tief reichen", erklärt Heckenthaler. Die Eingänge sind mit Schießscharten bewehrt.

Riese Schiessschacht

Handgranaten-Auswurfschacht in der Anlage "Säuferwasser", die zum "Riese"-Areal gehört

Zweifel selbst bei den Nazis

Die Nationalsozialisten begannen im November 1943 mit dem heimlichen Großprojekt. Sie rekrutierten 15.000 Arbeiter aus dem "Arbeitslager Riese", einem Lagerkomplex, der dem Konzentrationslager Groß-Rosen unterstand. Das wahnsinnige Projekt wurde rücksichtslos durchgezogen. 5000 Zwangsarbeiter starben, erklärt Heckenthaler.

Und selbst bei Chefarchitekt und Rüstungsminister Albert Speer seien Zweifel aufgekommen - wegen der Ressourcen. Speer schrieb später in seinen Memoiren: "Riese verbrauchte mehr Beton, als 1944 der gesamten Bevölkerung für Luftschutzbauten zugestanden werden konnte." Außerdem, sagt Heckenthaler, "funktionierte die Nachrichtenübermittlung, unter anderem zur Front, kabeltechnisch gar nicht". Fertig wurde "Riese" nie.

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