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Politik

Stichwort: Patriot-System

Das israelische Militär hat zum Schutz wichtiger Bevölkerungszentren und Infrastruktur-Einrichtungen Patriot-Raketenabwehrsysteme stationiert. Ein umstrittenes System.

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Patriot-Batterien bei Haifa

Das Abwehrsystem ist zwar gegen die Kurzstrecken-Raketen vom Typ Katjuscha der Hisbollah wirkungslos, kann aber Raketen mit größerer Reichweite - die Ziele tiefer im Inneren Israels erreichen können - abfangen. Es handelt sich um eine reine Vorsorgemaßnahme gegen einen eventuellen Beschuss durch iranische oder syrische Mittel-oder Langstreckenraketen.

Bei dem von den USA entwickelten Patriot-Waffensystem gehören zu jeder Einheit acht mobile Startrampen mit jeweils vier Flugkörpern. Die 5,3 Meter langen, 40 Zentimeter dicken und 900 Kilogramm schweren Flugkörper erreichen nahezu vierfache Schallgeschwindigkeit und können Ziele in einer Höhe bis zu 30 Kilometern und einer Entfernung von über 100 Kilometern treffen. Der Stückpreis eines Flugkörpers betrug bei der Einführung etwa 700.000 Dollar.

Die Raketeneinheiten samt Abschussrohren, Radar und Kontrollstation sind auf Lastwagen montiert. Das System kann mehrere Ziele gleichzeitig aufspüren und ist gegen elektronische Störmaßnahmen des Gegners resistent.

Das Patriot-System kam zuerst im Golfkrieg 1991 in Saudi-Arabien und Israel gegen irakische Scud-Raketen (Al-Hussein) zum Einsatz und später auch bei der Invasion des Iraks im Frühjahr 2003. Die tatsächliche Wirksamkeit ist umstritten. Die US-Armee bezifferte die Trefferquote nach dem Golfkrieg zunächst auf 50 (Israel) und 80 Prozent (Saudi-Arabien). Später wurden diese Werte auf 40 und 70 Prozent reduziert, blieben aber bei parlamentarischen Anhörungen in Washington umstritten.