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Politik

Stichwort: Muslimbruderschaft

Sie fordert eine islamische Gesellschaftsordnung, kritisiert arabische Regierungen und gilt als Keimzelle militanter Organisationen: die Muslimbruderschaft.

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Vom ägyptischen Staat nicht gern gesehen: Mitglieder der Muslimbruderschaft

Die Muslimbruderschaft ist eine islamische Organisation, die das "wahre Wesen" des Islam wieder zum Leben erwecken will. Ihr Hauptziel ist die Errichtung einer ausschließlich am Koran orientierten, nach ihrer Interpretation "wahrhaft islamischen" Staatsordnung in den arabischen Ländern. Die Idee einer "wahren islamischen Gemeinde" stellt für die Anhänger einen Gegenentwurf zum westlichen Leben dar, dessen Errungenschaften wie die Säkularisierung ihrer Ansicht nach mit dem Verfall sittlicher Werte und ungebremsten Kapitalstreben einhergehen.

Ursprungsland Ägypten

Zu den Regierungen der islamischen Welt unterhält die Muslimbruderschaft ein angespanntes und ambivalentes Verhältnis. Zeitweise wird sie geduldet und sogar gefördert, zu anderen Zeiten verfolgt. In Ägypten - ihrem Ursprungsland - ist die Muslimbruderschaft verboten, wird aber inzwischen wieder geduldet.

Die Vereinigung wurde 1928 von dem ägyptischen Volkschullehrer Hassan al Banna gegründet. Bereits in den 30er Jahren bildeten sich Ableger in anderen Staaten, geordnet nach dem zentralistischen Prinzip der Mutterorganisation. Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Ende der Kolonialzeit war die Muslimbruderschaft in der ganzen arabischen Welt vertreten.

Keimzelle militanter Organisationen

Die Muslimbruderschaft gilt auch als Keimzelle zahlreicher militanter, islamistischer Organisationen, wie der algerischen "Islamischen Heilsfront" (FIS), der tunesischen "En Nahda" (Bewegung der Erneuerung), der ägyptischen Organisationen "Al-Gama'a al-Islamiyya" (Islamische Gemeinschaft) und "Jihad Islami" (Islamischer Heiliger Krieg) - sowie der palästinensischen "Islamischen Widerstandsbewegung" (HAMAS).

Eine weitere wichtige Säule der Muslimbruderschaft ist und war die karitative Arbeit. Bereits in den 40er Jahren errichtete die Bruderschaft Schulen, Moscheen, Kindergärten und Musterfarmen in ärmeren und ländlichen Regionen in ihrem Verbreitungsgebiet. Auch in Deutschland gibt es Anhänger der Muslimbruderschaft. Sie sind in der Islamischen Gemeinschaft Deutschland (IGD) organisiert. (sol)

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