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Kultur

Stichwort: Miniermotte

Die nur wenige Millimeter großen Schmetterlinge mit dem lateinischen Namen Cameraria ohridella waren vor rund einem Jahrzehnt in Deutschland noch unbekannt. Von Mazedonien aus drangen sie als Larven in Kastanienblättern per Lastwagen oder Bahn nach Norden vor.

Ihre eigentliche Heimat vermuten Wissenschaftler in Asien, wo es wahrscheinlich auch natürliche Feinde gibt. Da aber nicht genau bekannt ist, wo die Motten herkommen, ist es schwierig, eine natürliche Bekämpfungsmethode zu finden.

Aus den Eiern, die die Weibchen im Frühjahr auf die Blätter legen, wandern die Larven in das Laub und legen Fraßgänge an: Helle, durchscheinende "Minen", die später trocknen und sich braun färben. Die Larven häuten sich mehrmals und verpuppen sich in einem Kokon, aus dem zehn Tage später der Falter schlüpft und für neuen Nachwuchs sorgt.

Zwar werden auch auf den Blättern rot blühender Kastanienbäume Eier abgelegt, dort sterben sie aber ab. Forscher versuchen deshalb herauszufinden, ob die rot blühenden Kastanien einen Abwehrstoff gegen die Schädlinge haben.

Wirkungsvolle chemische Präparate gibt es zwar, damit die Bäume einzusprühen, ist wegen der Nebenwirkungen für Menschen und Tiere in Städten aber unmöglich.

Hoffnung setzen die Experten in die Entwicklung von Lockstoff-Fallen. Allerdings gibt es erst eine Falle, die nur Männchen anlockt. Dauerhaft könne der Befall damit nicht reduziert werden. (kas)