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Kultur

Stichwort: Jugendherbergen

Sie ist preiswert, gemütlich, oft charmant und beinahe jeder Deutsche hat schon einmal eine Nacht in ihr verbracht: Die Jugendherberge.

Schild des Deutschen Jugendherbergswerk mit der Aufschrift des Kürzels DJH (Foto: picture-alliance/ZB)

Das Zeichen, nach dem die Pilger suchen: DJH steht für das Deutsche Jugendherbergswerk

Drei Jungs beziehen gerade ihr Jugendherbergs-Zimmer und packen auf dem Stockbett sitzend ihre Sachen aus (Foto: Picture alliance/ZB)

Der Klassiker: Das doppelte Doppelbett darf nicht fehlen

Eine Jugendherberge ist eine Unterkunft. Übernachtet wird traditionell in einfachen Betten, oft Stockbetten, zu viert, zu sechst oder zu acht. Mittlerweile gibt es aber auch immer häufiger Einzel- und Zweibettzimmer. Viele der klassischen Etagen-Gemeinschaftsbäder wurden durch Sanitäranlagen auf den Zimmern ersetzt. Die täglichen drei Mahlzeiten nehmen die Gäste in häufig großen Speisesälen ein. Anders als früher müssen die Besucher in Jugendherbergen heute meist nicht mehr nur mit Hagebuttentee, Brot und Wasser vorlieb nehmen. Auch die Mithilfe beim Kartoffelschälen, Tischabräumen und Aufräumen ist eher die Ausnahme geworden.

Die Herbergen ähneln mehr und mehr normalen Hotels. Diese Entwicklung hat auch neue Besucher-Klientels angelockt. Waren es früher beinahe ausschließlich junge Menschen, oft Schulklassen, Wanderer, Fahrradfahrer und Abenteurer, die in spartanischen Jugendherbergen übernachteten, so sind dort heute auch Geschäftsleute anzutreffen, die in Seminarräumen tagen. Aber auch immer mehr Familien und Senioren stehen auf den Gästelisten.

Im Gewitter fing alles an

Eine Gesamtansicht der ältesten Jugendherberge der Welt, die Burg Altena. Die Burg besteht aus zwei Türmen und altem Mauerwerk.(Foto: Ullsteinbild)

Die älteste Jugendherberge der Welt: Die Burg Altena

Es war ein Gewittertag im Jahre 1909, an dem die Idee der Jugendherberge geboren wurde. Der deutsche Lehrer Richard Schirrmacher war mit seinen Schülern auf Wanderschaft, als sie plötzlich ein Unwetter überraschte. Als sie alle nass waren und froren, ärgerte sich der Lehrer, dass es weit und breit keine erschwingliche Unterkunft für junge Wanderer gab. Das musste sich ändern. Und es änderte sich: Schirrmacher gründete in der heutigen Richard-Schirrmacher-Schule in Altena, einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen, die erste Jugendherberge der Welt. Im Jahre 1912 wurde dieses Provisorium durch einen Bau innerhalb der Burg Altena ersetzt. Die Jugendherberge ist heute noch erhalten und kann besichtigt werden.

In Deutschland gibt es mittlerweile von den Halligen bis zum Bayerischen Wald 550 Jugendherbergen. Damit nicht genug: Die Idee wurde in den vergangenen 100 Jahren zum deutschen Exportschlager. Weltweit zählt die Jugendherbergsbewegung mit ihren "Youth Hostels" rund 4000 Unterkünfte.

Die Besonderheiten

Jugendherbergen sind günstiger als Hotels. Sie versprühen einen nostalgischen Charme. Der Gast bekommt geboten, was er braucht, auch wenn alles relativ einfach und funktional eingerichtet ist. Bezeichnend sind die Gemeinschaftseinrichtigen wie Aufenthaltsraum, Speisesaal, Cafeteria, Bistro und Sportmöglichkeiten. Oft gibt es auch die Möglichkeit gemeinsam zu Grillen oder am Lagerfeuer zu sitzen.

Anders als Hotels, Pensionen oder Campingplätze, haben Jugendherbergen auch eine pädagogische Ausrichtung. Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH), dem alle Einrichtungen angehören, versteht seine Häuser als Partner der Jugendarbeit und der Schulen. Daher gibt es beispielsweise auch Leiter- oder Lehrerzimmer und Gruppenräume für Besprechungen.

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