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Friedensnobelpreis

Stichwort: Internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (ICAN)

Und der diesjährige Friedensnobelpreis geht an...ICAN! Aber was macht die Internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung eigentlich genau und wer steckt dahinter?

Die weltweit wichtigste Auszeichnung für Verdienste um Friedenssicherung und Menschenrechte geht dieses Mal an die Internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (ICAN).

ICAN ist ein Bündnis von mehr als 450 Organisation in 100 Ländern. Der Verein will eigener Aussage zufolge helfen, eine Welt zu schaffen, "in der die Menschen Konflikte gewaltfrei und in Achtung der menschlichen Würde bearbeiten". Die katastrophalen Auswirkungen von nuklearen Waffen auf Gesundheit, Gesellschaft und Umwelt müssten bei allen Diskussionen zum Thema im Vordergrund stehen. 

Konkret hat ICAN sich in den letzten Jahren für das Zustandekommen einesinternationalen Vertrags eingesetzt, der Atomwaffen endgültig verbietet. Der Vertrag wurde im September 2017 zur Unterschrift freigegeben.

Wie ist ICAN entstanden?

Die Idee, eine weltweite Kampagne gegen Atomwaffen aufzubauen, geht auf den malaysischen Arzt und Präsidenten der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW), Ron McCoy, zurück. Vorbild war die Internationale Kampagne gegen Landminen (ICBL), die 1997 ebenfalls den Friedensnobelpreis gewann.  

ICAN startete zunächst 2006 in Australien, die Gründung als internationales Netzwerk erfolgte ein Jahr später in Genf. In den Folgejahren konnte ICAN viele Unterstützer gewinnen und seine Strukturen ausbauen. 

ICAN Deutschland Time to Go - Volkel (ICAN/PAX)

ICAN-Aktivisten vor dem niederländischen Atomwaffenlager Volkel

Wie arbeitet ICAN?

ICAN verfolgt eigenen Angaben zufolge einen anderen Ansatz als die "alte Friedensbewegung", die unbedingt alle Atomwaffenstaaten an einen Tisch bringen wollte: Man habe einen Neuanfang der Kampagnenarbeit zu Atomwaffen gewagt und setze vor allem auf die Unterstützung der jungen Generation. Neben Kampagnen betreibt ICAN politische Bildungsarbeit, zum Beispiel Trainingscamps für politisch Engagierte. Um seine Anliegen durchzusetzen, spricht das Netzwerk mit Regierungen, Parlamenten und Medien.

ICAN wirkte unter anderem daran mit, dass 127 Staaten die 2014 von Österreich vorgeschlagene Selbstverpflichtung zum Verbot von Atomwaffen unterschrieben. Der nun zustandegekommene internationale Vertrag gegen Atomwaffen geht auf eine Konferenz zur Verhandlung eines Atomwaffenverbotes zurück, bei der ICAN ebenfalls aktiv war. 

"Wenn es je einen geeigneten Moment gab, sich gegen Atomwaffen zu stellen, dann heute"

ICAN hat den Friedensnobelpreis als "große Ehre" bezeichnet, gleichzeitig jedoch gewarnt: "Wir leben in einer Zeit globaler Spannungen, in der falsche Worte leicht unvorstellbare Folgen haben können." Es sei der richtige Moment für Staaten, sich unwiderruflich gegen Atomwaffen auszusprechen.

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