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Deutschland

Stichwort: IFA im Wandel der Zeit

Die IFA in Berlin gilt als der weltgrößte Treff der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Sie ist eine der ältesten deutschen Industriemessen und ihre Geschichte spiegelt den technischen Fortschritt der Branche.

IFA LOGO 2009 (Quelle: ifa)

Zum ersten Mal öffnete die Funkausstellung 1924 in Berlin ihre Tore. Damals zählten Röhren- und Detektorenradios zu den Attraktionen. 1926 wurde das Berliner Wahrzeichen Funkturm übergeben, und es gab die erste Live-Rundfunksendung. Unvergessen auch die Rede von Nobelpreisträger Albert Einstein zur Eröffnung der Funkausstellung 1930. Da die Rede live im Rundfunk übertragen wurde, begrüßte der Physiker Albert Einstein die Zuhörer mit dem ihm eigenen Humor.

"Verehrte An- und Abwesende! Wenn Ihr den Rundfunk höret, so denkt auch daran, wie die Menschen in den Besitz dieses wunderbaren Werkzeuges der Mitteilung gekommen sind. Der Urquell aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und der Spieltrieb des bastelnden und grübelnden Forschers und nicht minder die konstruktive Phantasie des technischen Erfinders."

Messe mit wechselndem Profil

In diesem Sinne hat die Messe in den folgenden Jahrzehnten ständig ihr Profil gewandelt.

So waren der Siegeszug der Ultrakurzwelle (UKW) und die Ablösung der Röhrentechnik durch Transistoren wichtige Meilensteine in den 1950er Jahren. In den kommenden Jahren wurde das Radio immer mehr durch das Fernsehen aus dem Mittelpunkt des Interesses verdrängt. 1967 startete der damalige Vizekanzler und spätere Bundeskanzler Willy Brandt das Farbfernsehen in Deutschland. Die TV-Bilder wurden bunt, die Fernsehgeräte tragbar, die Fernbedienungen drahtlos. Mit der Einführung des Videorekorders Mitte der 70er Jahre konnten die Zuschauer ihre Lieblingssendungen sehen, wann sie wollten.

Auch im Audio-Bereich gab es Weiterentwicklungen: Statt Schallplatten und Kassetten setzten die Branche auf digitale Speichermedien wie CDs und DVDs. Seit Beginn des neuen Jahrtausends hat die Digitalisierung aller Bereiche der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik der IFA ihren Stempel aufgedrückt.

Nicht immer in Berlin zu Hause

Die Heimat der Internationalen Funkausstellung war nicht immer Berlin. Ab den 50er Jahren fand sie in Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart statt, ehe die Messe 1971 auf Dauer nach Berlin zurückkehrte. Seitdem wurde die IFA nicht nur immer größer. Seit 2005 findet die Messe jährlich statt. Die Abkehr vom Zwei-Jahres-Rhythmus wurde vor allem mit einem schnelleren Innovationszyklus begründet.

Bei ihrer 49. Auflage vom 4. bis 9. September 2009 werden zum zweiten Mal auch Haushaltsgeräte in den Hallen unter dem Funkturm gezeigt. Die Vereinigung von so genannter „brauner“ und „weißer Ware“ unter einem Dach ist auch ein Grund dafür, dass die Veranstalter die Messe nicht mehr "Internationale Funkausstellung" nennen, sondern nur noch “IFA“ mit dem Untertitel “Consumer Electronics Unlimited“.

Autor: Manfred Böhm (dpa/ap)

Redaktion: Insa Wrede