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Wirtschaft

Stichwort: Free Trade Area of the Americas (FTAA)

Die USA träumen von einem "gemeinsamen Markt von Alaska bis Feuerland". Doch worum geht es bei dem Projekt der panamerikanischen Freihandelszone "Free Trade Area of the Americas" (FTAA)?

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US-Präsident George W. Bush auf dem IV. Amerika-Gipfel

Bei der "Free Trade Area of the Americas" (FTAA), auch "Área de Libre Comercio de las Américas" (ALCA) genannt, handelt es sich um ein Projekt der US-Regierung, das bereits 1991 vom damaligen Präsidenten George Bush vorgestellt wurde. Die panamerikanische Freihandelszone soll alle 34 Staaten in Nord-, Süd- und Mittelamerika sowie in der Karibik umfassen - vorerst mit Ausnahme Kubas - und damit einen "gemeinsamen Markt von Alaska bis Feuerland" schaffen. Durch die FTAA würde ein Markt mit knapp 800 Verbrauchern entstehen, auf dem jährlich Güter und Dienstleistungen im Wert von über zehn Billionen US-Dollar erwirtschaftet werden.

2005 sollte die FTAA Wirklichkeit werden

Seit dem ersten Amerika-Gipfel 1994 in Miami ist offenkundig, dass die USA das Projekt einer 34 Staaten umfassenden Freihandelszone als das zentrale Instrument ihrer Lateinamerikapolitik betrachten. Damals wurde das Jahr 2005 als Geburtsjahr der panamerikanischen Freihandelszone ins Auge gefasst.

Doch die bisherigen Verhandlungen gestalteten sich äußerst schwierig. Zwar bekannten sich die lateinamerikanischen Regierungschefs auf den folgenden Amerika-Gipfeln stets sowohl zum FTAA-Plan als auch zum Abschluss der Verhandlungen Ende 2005. Doch wie schlecht es um die Zukunft der FTAA tatsächlich bestellt ist, wurde auf dem IV. Amerika-Gipfel in Mar del Plata im November 2005 offenkundig. Während des zweitägigen Treffens in dem argentinischen Badeort konnten sich die 34 Teilnehmer nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen und vertagten daher den Streit über die panamerikanische Freihandelszone auf 2006.

Projekt FTAA gilt als gescheitert

Nur unter großen Schwierigkeiten gelang es den USA, ihr Prestigeobjekt FTAA überhaupt im Protokoll der Tagung unterzubringen. Stattdessen findet sich in der Abschlusserklärung des IV. Amerika-Gipfels die Position von Argentinien, Venezuela, Paraguay, Brasilien und Uruguay wieder, die in Mar del Plata vereint gegen die Freihandelszone FTAA eintraten: Diese fünf Staaten waren nicht bereit, sich zur Wiederaufnahme der eingefrorenen Verhandlungen im ersten Halbjahr 2006 zu verpflichten. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez erklärte das Projekt FTAA sogar für "tot und begraben".

Lateinamerika-Experten sprechen nun von einem Scheitern der Washingtoner Lateinamerika-Strategie. Daher zielt die Lateinamerikapolitik der USA in letzter Zeit zunehmend auf den Abschluss bilateraler Freihandelsabkommen. Zuletzt unterzeichneten Kolumbien und Peru einen Vertrag mit Washington. In Ecuador rief ein geplantes Freihandelsabkommen mit den USA heftige Proteste der indogenen Bevölkerung hervor. (ana)

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