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Wirtschaft

Stichwort: Flüssigerdgas (LNG)

Die Bedeutung von Flüssigerdgas für die weltweite Energieversorgung wird in den kommenden Jahren massiv zunehmen. Stichwort zu einem zukunftsträchtigen Brennstoff.

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Der LNG-Tanker "Norman Lady" vor Trinidad

Als Flüssigerdgas (LNG, für liquefied natural gas) bezeichnet man durch Abkühlung auf -162 Grad Celsius verflüssigtes Erdgas. LNG besitzt nur etwa 1/600 des Volumens von Erdgas in Gasform. Flüssigerdgas wird in speziellen Tankern ähnlich wie Erdöl übers Meer verschifft. Im Importland wird LNG in einem an der Küste liegenden LNG-Terminal zwischengespeichert, schrittweise zurückgeführt und in das Erdgasleitungssystem eingespeist.

Kapazitäten in Europa

Bei der Diversifizierung der Erdgasversorgung werden weltweit und speziell in Europa verstärkte Hoffnungen auf verflüssigtes Erdgas als Alternative zu Pipeline-Gas gesetzt. Die EU verfügt derzeit über zehn LNG-Importanlagen, fünf weitere befinden sich in der Planung. Der deutsche Energiekonzern E.ON kündigte im Oktober 2005 an, für 500 Millionen Euro in Wilhelmshaven das erste LNG-Terminal in Deutschland zu bauen. Auf diesem Weg könnten bis 2010 jährlich bis zu zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas bezogen werden. Die Menge entspricht etwa dem Gasbedarf von drei Millionen Haushalten.

Weltweiter Verbrauch

LNG hat den Vorzug, die Gastransportflexibilität zu erhöhen. Auf diese Weise wird einer wachsenden Anzahl von Ländern erlaubt am Gasmarkt teilzuhaben. Zurzeit macht LNG sechs Prozent des weltweiten Erdgasverbrauchs aus. Die IEA (Internationale Energieagentur der OECD, Paris) rechnet damit, dass dieser Anteil bis 2030 auf etwa 16 Prozent steigen wird.

Seit zehn Jahren hat sich der Handel mit LNG etwa verdoppelt. Nach Einschätzung der IEA dürfte er bis 2030 um mehr als das Fünffache steigen. Dementsprechend nimmt auch der Bau der erforderlichen Terminals stark zu. Im Jahr 2003 erfolgte ein gutes Viertel aller Erdgasbewegungen in Form von LNG. Gemäß IEA könnte dieser Anteil bis zum Jahr 2030 die Hälfte ausmachen. Bis dahin wird die OPEC zwei Drittel der LNG abdecken.

Internationale Märkte

Vorläufig gelangen zwei Drittel des verschifften LNG nach Asien (Japan, Südkorea, Taiwan), 8% in die USA und ein Viertel nach Europa (Spanien: neun Prozent; Frankreich: sechs Prozent; Italien: drei Prozent). Die IEA rechnet bis 2030 mit einer Versechsfachung der europäischen LNG-Importe, während der Gesamtgasverbrauch um etwa 80 Prozent steigen dürfte. Der LNG-Anteil am europäischen Gesamtgasaufkommen wird von 8,6 auf etwa 27 Prozent steigen. Bezugsquellen des LNG für Westeuropa waren bis zuletzt Algerien, Libyen, Australien und Abu Dhabi. (sg)