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Deutschland

Stichwort: Die WASG - Kaum gegründet schon Vergangenheit

Linkspartei und WASG haben sich offiziell zusammen geschlossen und zugleich ihren politischen Gegnern den Kampf angesagt. Damit gehört die WASG drei Jahre nach ihrer Gründung schon wieder der Vergangenheit an.

Der frühere SPD Parteivorsitzende Oskar Lafontaine (Archiv 2005), Foto: AP

Das bekannteste Gesicht der WASG: Oskar Lafontaine

Kaum gegründet ist die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) schon wieder Vergangenheit. Von der SPD belächelt, bildeten enttäuschte Sozialdemokraten und Gewerkschaftsmitglieder im Juli 2004 die WASG zunächst als Verein. Sie wollten die ihrer Ansicht nach unsoziale "Reform-Agenda 2010" von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nicht mittragen und kehrten der SPD den Rücken. Sie träumten von einer etablierten Partei links von der SPD und wussten, dass sie es allein kaum schaffen.

Zu ersten offiziellen Gesprächen mit der ostdeutschen Linkspartei kommt es deshalb im Mai 2005. Zur selben Zeit gibt der frühere SPD-Chef Oskar Lafontaine nach fast 40 Jahren Mitgliedschaft sein SPD-Parteibuch zurück und schließt sich der WASG an. Mit ihm bekommt die rund 11.500 Mitglieder zählende WASG ihr bekanntestes Gesicht aus dem Westen. Durch Zusammenarbeit mit der "Linkspartei.PDS" gelingt beiden Parteien der Einzug in den Bundestag 2005 wo neben Lafontaine Gregor Gysi Fraktionsvorsitzender wird. Im Parteivorstand sind Klaus Ernst, Thomas Händel, Axel Troost und Christine Buchholz.

Auf dem Weg zur Fusion mit der Linkspartei ist ein Teil der WASG skeptisch, ob die Vereinigung richtig ist. Ein Hauptstreitpunkt ist die Frage der Regierungsbeteiligung. Nach Ansicht einiger WASG-Mitglieder hat vor allem die Linkspartei in der Regierung mit der SPD in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern unsoziale Beschlüsse mitzuverantworten. In beiden Ländern kommt es zum Bruch zwischen Bundesspitze und Landesverbänden. Im Mai 2007 beschließt die Parteibasis aber ebenso wie die der Linkspartei in einer Urabstimmung die Fusion. (ina)