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Kultur

Stichwort: Die Gemeinschaft von Taizé

Die ökumenische Ordensgemeinschaft gilt als Symbol der Versöhnung zwischen Menschen aller Nationalitäten und Konfessionen. Der kleine französische Ort Taizé wurde zum Treffpunkt für Jugendliche aus der ganzen Welt.

Porträtbild von Frère Roger, dem Gründer und langjähriger Prior der Gemeinde

Frère Roger (Archivbild) - Gründer und langjähriger Prior der Gemeinde

Die Gemeinschaft von Taizé (Communauté de Taizé) ist ein internationaler ökumenischer Männerorden in Taizé nahe dem südburgundischen Cluny, Frankreich. Ihr gehören ungefähr 100 Brüder aus mehr als 25 Ländern an, die aus der katholischen und aus verschiedenen evangelischen Kirchen stammen. Etwa 30 Ordensbrüder leben in Elendsvierteln der Dritten Welt. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist neben der Ökumene die Solidarität mit den Armen und Rechtlosen.

Geschichte

Gegründet wurde die Gemeinschaft von dem Protestanten Roger Schutz (Frère Roger). Der gebürtige Schweizer hatte Taizé erstmals 1940 besucht. Er gründete dort 1944 eine geistliche Gemeinschaft, die sich die Aussöhnung zwischen den Konfessionen, die europäische Verständigung und einen einfachen Lebenswandel zum Ziel setzte. 1949 legten erstmals sieben Männer aus Kirchen der Reformation Ordensgelübde ab. Sie versprachen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Die Gemeinschaft, die bald Freunde in unterschiedlichen Kirchen und zahlreichen Ländern Europas hatte, weihte 1962 eine moderne "Kirche der Versöhnung" ein, die bis heute der Mittelpunkt von Taizé ist. Sieben Jahre danach wurden erstmals auch katholische Ordensbrüder aufgenommen.

Ein Teil der Gemeinschaft, die seit ihrer Gründung ihren Lebensunterhalt durch Einkünfte aus eigener Arbeit bestreitet, lebt heute in kleinen Fraternitäten in Armenvierteln von Asien, Afrika und Südamerika. Durch ihren unermüdlichen Einsatz ist die Gemeinschaft im Laufe der Jahre zu einem Sinnbild der Versöhnung unter gespaltenen Christen und getrennten Völkern geworden.

Der Gründer und lebenslanger Prior der Gemeinschaft, Frère Roger, starb am 16. August 2005 im Alter von 90 Jahren. Er wurde beim Abendgebet in der Versöhnungskirche von einer offenbar geistig verwirrten Frau durch mehrere Messerstiche tödlich verletzt. Die Arbeit und der Auftrag von Frére Roger wird durch seine Mitbrüder und die Freunde und Gäste Taizés aus aller Welt weitergeführt.

Die Tradition der Jugendtreffen

Seit Ende der fünfziger Jahre kamen auch zunehmend Jugendliche nach Taizé, um sich dort unter Anleitung von Brüdern und Schwestern eines der Gemeinschaft nahe stehenden katholischen Ordens in multinationalen Gruppen mit biblischen oder spirituellen Themen zu beschäftigen. Seitdem nehmen das ganze Jahr über jede Woche Jugendliche aus der ganzen Welt an den Jugendtreffen in Taizé teil, die unter dem Leitwort „Inneres Leben und Solidarität mit den Menschen“ stehen. Im August 1974 veranstaltete die Gemeinschaft erstmals ein jährliches "Konzil der Jugend", an dem Zehntausende Jugendliche teilnahmen. Um die Botschaft von Taizé auch außerhalb der abgelegenen burgundischen Ortschaft zu verbreiten, ging diese Zusammenkunft in einen "Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde" über. Als Etappen auf diesem Pilgerweg werden seit 1978 zum Jahreswechsel mehrtägige Europäische Jugendtreffen mit bis zu hunderttausend Jugendlichen vorbereitet. Seit den 1980er Jahren finden in unregelmäßigen Abständen auch Treffen auf anderen Kontinenten statt.

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