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Politik

Stichwort: Demokratische Republik Kongo

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Die Demokratische Republik Kongo (früher: Zaire) liegt im Herzen Afrikas und ist das drittgrößte Land des Kontinents. Mit einer Fläche von 2,3 Millionen Quadratkilometern ist die ehemalige belgische Kolonie fast sieben Mal so groß wie Deutschland. Kongos Vorkommen an Kupfer, Kobalt, Erdöl, Gold, Diamanten und Uran gehören zu den größten der Erde. Das Land verfügt auch über das begehrte Koltan, das für Mobiltelefone verwendet wird.

Dennoch ist Kongo mit heute mehr als 50 Millionen Einwohnern eines der ärmsten Länder der Welt. Zu Elend und Not haben nach der Unabhängigkeit 1960 Korruption, Misswirtschaft und Krieg beigetragen. Diktator Mobutu Sese Seko (1965-1997) benannte das Land in Zaire um und plünderte es skrupellos aus. Im Kalten Krieg konnte er sich dennoch der Unterstützung westlicher Staaten sicher sein.

Nach dem Sturz Mobutus erfüllten sich die Hoffnungen auf einen Wandel nicht. Der neue Machthaber Laurent Kabila war an der Spitze einer Rebellenarmee in die Hauptstadt Kinshasa einmarschiert. Im Sommer 1998 begann im Osten Kongos ein neuer Aufstand gegen Kabila. Der Krieg weitete sich zum «ersten afrikanischen Weltkrieg» aus, an dem zeitweise sieben Staaten beteiligt waren.

Die Rebellen wurden von Uganda und Ruanda unterstützt. Dagegen erhielt die Kabila-Regierung vor allem Militärhilfe von Angola, Namibia und Simbabwe. Auch der Tschad soll sich eingemischt haben. Im Januar 2001 wurde Laurent Kabila ermordet, sein Sohn Joseph trat die Nachfolge an. Bald darauf vereinbarten die Kriegsparteien einen Waffenstillstand, im Dezember 2002 wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet.

Seit Herbst 2003 besteht eine Übergangsregierung unter Kabila, an der Rebellenvertreter beteiligt sind. Doch im Osten Kongos kommt es immer wieder zu Kämpfen. In die Stadt Bunia wurden Blauhelme entsandt. Im Kongo-Krieg waren rund drei Millionen Menschen ums Leben gekommen. (epd)