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Global Ideas

Stichwort: Das politische System Bosnien-Herzegowinas

„Bosnien-Herzegowina hat das komplizierteste Regierungssystem der Welt,“ sagt der Friedensforscher Thorsten Gromes. Das Land hat für 4,6 Millionen Einwohner 104 Minister. Denn alle Volksgruppen wollen mitreden.

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Flagge von Bosnien und Herzegowina und Republika Srpska

Wie ist der Staat aufgebaut?

Bosnien-Herzegowina ist eine Demokratie, die sich aus der Föderation Bosnien und Herzegowina und der Republik Srpska zusammensetzt. Beide verfügen über eine eigene Exekutive und Legislative. Über beiden steht die Gesamtregierung des Landes. Außerdem unterliegt das Land noch einem internationalen Mandat. An der Spitze des Staates steht deshalb kein bosnisches Staatsoberhaupt, sondern ein internationaler Gesandter, der sogenannte Hohe Repräsentant. Er soll den Friedensprozess überwachen und hat dazu weit reichende Kompetenzen erhalten. So kann er beispielsweise gewählte Amtsträger entlassen, neue Gesetze erlassen oder Behörden schaffen.

Woher kommt das System?

Das politische System Bosnien-Herzegowinas ist das Resultat des Friedensabkommens von Dayton, das 1995 von der internationalen Gemeinschaft entworfen wurde. Das Ziel des Vertrages war es, den Bürgerkrieg zu beenden und eine Grundlage zu schaffen, nach der die unterschiedlichen Völker friedlich miteinander leben können.

Bosnien und Herzegowina in Stichworten:

Staatsoberhaupt: Staatspräsidium, bestehend aus jeweils einem Vertreter der kroatischen Bosnier, der (muslimischen) Bosniaken sowie der serbischen Bosnier; der Vorsitz rotiert alle 8 Monate

Parlament: besteht aus Abgeordnetenhaus und Volkskammer

Bevölkerung: 4,6 Millionen, davon leben 68 Prozent in der "Föderation Bosnien und Herzegowina" und circa 32 Prozent in der "Republika Srpska".

Volksgruppen (1991): Bosniaken ca. 50 Prozent, Serben ca. 35 Prozent, Kroaten ca. 10 Prozent; der Rest der Bevölkerung gehört einer der 17 offiziell anerkannten Minderheiten an, welche ebenfalls meist muslimischen, orthodoxen oder katholischen Glaubens sind.

Autorin: Michaela Führer
Redaktion: Klaus Esterluß

Quelle: Auswärtiges Amt