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Politik

Stichwort: Christen im Irak

Mit rund 600.000 Gläubigen stellen die Christen derzeit knapp zwei Prozent der irakischen Bevölkerung. Viele der religiösen Minderheit haben in den vergangenen Jahren das Land zwischen Euphrat und Tigris verlassen.

Ansicht der Mar Youhanna Kirche im nordirakischen Erbil (Foto: Nogger)

Mar Youhanna Kirche im nordirakischen Erbil

Das Christentum hat eine lange Geschichte im Irak: Die ersten Gemeinden waren im alten Mesopotamien schon im zweiten Jahrhundert entstanden. Heute sind die katholischen Chaldäer die größte Glaubensgemeinschaft unter den Christen im Irak. Ihre Kirche ist mit Rom uniert. Hinzu kommen mehrere kleinere Kirchen, darunter Assyrer und Orthodoxe. Auch einige tausend Protestanten leben im Land.

Christenverfolgung schon unter Saddam

Bereits unter der Herrschaft von Diktator Saddam Hussein (1979-2003) emigrierten viele Christen. Sie litten wie andere Religionsgruppen auch unter staatlicher Verfolgung. Der Irak war ein laizistischer Staat. Nach dem ersten Golfkrieg gegen den Iran 1980/81 erfolgte jedoch unter staatlicher Kontrolle eine verstärkte Hinwendung zum Islam.

Islam ist Staatsreligion

Nach der neuen Verfassung von 2005 ist der Islam Staatsreligion. Rund 97 Prozent der 29 Millionen Iraker sind Muslime. Etwa zwei Drittel bekennen sich zur schiitischen Glaubensrichtung, ein Drittel gehört zu den Sunniten.

Nach dem Sturz Saddam Husseins hat die Gewalt deutlich zugenommen. In den vergangenen zehn Jahren verließ nach Schätzungen etwa die Hälfte der 1,2 Millionen Christen den Irak.

Autorin: Susanne Eickenfonder (epd)
Redaktion: Ursula Kissel