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Deutschland

Stichwort: Bundeswehr-Rüstung in Afghanistan

Ist die Bundeswehr in Afghanistan gut gerüstet? Die Übersicht listet die am Hindukusch eingesetzten Waffen und Fahrzeuge auf.

Bundeswehrfahrzeug mit deutscher Fahne in Afghanistan (Foto: AP)

Der Eagle ist eines der neuesten Kampffahrzeuge der Bundeswehr und speziell für Kriseneinsätze wie in Afghanistan zugeschnitten. Es soll Schutz gegen Minen und Gewehrmunition bieten.

Ein geschütztes Fahrzeug vom Typ Eagle IV am Donnerstag, 15.04.2010, im Feldlager Feisabad der Bundeswehr (Foto: apn)

"Eagle IV"


In diesem Fahrzeug starben am Donnerstag vier Bundeswehrsoldaten bei einem Einsatz südlich von Kunduz. Das gepanzerte Fahrzeug, das von einer Schweizer Firma produziert wird, bietet 5 Soldaten Platz und wiegt bei voller Besetzung rund 8 Tonnen. Derzeit sind 33 Eagle in Afghanistan im Einsatz. Das Verteidigungsministerium hat vor kurzem 60 weitere Fahrzeuge dieses Typs bestellt. Zum Preis von 60 Millionen Euro.


Leichter Schützenpanzer Dingo in Afghanistan (Foto: picture-alliance/dpa)

"Dingo"


Der Dingo ist ein bewaffnetes Transportfahrzeug, das eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern erreicht. Es wiegt knapp 9 Tonnen und kann bis zu 5 Soldaten transportieren .Es wurde speziell für die Auslandseinsätze der Bundeswehr entwickelt und verfügt über eine gepanzerte Sicherheitszelle, die den Soldaten Schutz vor Minenexplosionen bieten soll.

Dingo nach einem Anschlag im August 2008 (Foto: dpa/ Verteidigungministerium

"Dingo" nach einem Anschlag


Der Dingo gilt als besonders geeignet für schwieriges Gelände. Bisher hat die Bundeswehr vier Fahrzeuge dieses Typs beim Einsatz in Afghanistan verloren. Im jüngsten Bericht der Wehrbeauftragten des Bundestages war kritisiert worden, dass nicht genügend Fahrzeuge dieses Typs für die Ausbildung der Fahrer in Deutschland zur Verfügung stünden.


Marder - Schützenpanzer im Einsatz in Afghanistan (Foto: dpa)

"Marder"


Der Schützenpanzer "Marder" bietet größeren Schutz als normale Patrouillenfahrzeuge. Er ist aber auch schwerer und im Gelände weniger beweglich. In dem rund 38 Tonnen schweren Panzer haben bis zu 9 Soldaten Platz. 10 zusätzliche "Marder" sollen jetzt an den Hindukusch verlegt werden. Bisher hat die Bundeswehr 10 solcher Fahrzeuge in Mazar– i-Sharif und im Lager Kunduz im Einsatz.

Ein geschütztes Fahrzeug vom Typ Fuchs am Donnerstag, 15. 04.2010, im Feldlager Feisabad der Bundeswehr (Foto: apn)

"Fuchs"


Zusammen mit dem Transportpanzer Fuchs und dem Spähpanzer von Typ Fennek stehen der Bundeswehr nach Angaben des Einatzführungskommandos derzeit 970 gepanzerte Fahrzeuge am Hindukusch zur Verfügung.

Panzerabwehrraketen

Die Panzerhaubitze "2000" wiegt knapp sechzig Tonnen und kann Gegner in bis zu 40 Kilometern Entfernung bekämpfen. Sie ist ein fahrbares Artelleriegeschütz und wird von mindestens 3 Soldaten bedient. Aus einem Kanonenrohr mit einem Kaliber von gut 15 Zentimeter Durchmesser kann mit Hilfe eines Feuerleitsystems auf 30 bis 40 Meter genau geschossen werden. Zwei dieser Haubitzen sollen jetzt so schnell wie möglich nach Kunduz verlegt werden. Die niederländische Armee setzt diese Waffe bereits seit längerem im Süden Afghanistans ein. Bisher hatte die Bundesregierung auf ihren Einsatz wegen der möglichen Tötung von Zivilisten verzichtet.

Die Panzerabwehrrakete "Tow" wiegt gut 20 Kilo. Sie fliegt mit einer Geschwindigkeit von 245 Metern pro Sekunde und hat eine Reichweite von vier Kilometern. Sie sollen gegen Einzelpersonen oder kleine Gruppen von verschanzten Gegnern eingesetzt werden, wenn diesen mit den leichten Waffen der Infanterie nicht beigekommen werden kann. Von diesem Waffentyp sollen künftig ebenfalls mehr Exemplare in Afghanistan zur Verfügung stehen.

Kampfhubschrauber stehen der Bundeswehr bisher in Afghanistan nicht zur Verfügung. Zum Kontingent gehören lediglich sieben Lasthubschrauber des Typs CH-53. Verletzte müssen mit Hilfe amerikanischer Medevac-Hubschrauber geborgen werden. Der Kampfhubschrauber Tiger soll frühestens vom kommenden Jahr an einsatzfähig sein.

Autor: Daniel Scheschkewitz
Redaktion: Hartmut Lüning