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Politik

Stichwort: Birma, Burma oder Myanmar?

Seit 1962 hat das Militär die Macht über den Vielvölkerstaat Birma am indischen Ozean - trotz immer wieder aufkommender Protestbewegungen. Ein Porträt über ein Land mit vielen Namen.

Mönche und viele andere Menschen bei einem Protestmarsch in der Stadt Yangon. Quelle: AP

Kämpfen gemeinsam gegen das Militär: buddhistische Mönche und Zivilbevölkerung

Das am Indischen Ozean gelegene Myanmar ist knapp doppelt so groß wie Deutschland. Die deutsche Bezeichnung für das südostasiatische Land lautet Birma, im Englischen wird die ehemalige britische Kolonie Burma genannt. 1989 änderte das Militärregime den Namen des Landes in Union Myanmar um. Der Begriff Myanmar ist die Bezeichnung für die größte Bevölkerungsgruppe des Landes, der Myanma, umgangssprachlich auch Bamar genannt.

Aung San Suu Kyi spricht in ein Mikrofon. Quelle: AP

Aung San Suu Kyi spricht sich für die Beibehaltung des Namens Burma aus

Die vom Militär vorgenommene Umbenennung wird jedoch nicht von allen Staaten angenommen. Zwar erkennen die Vereinten Nationen den neuen Namen an, viele Staaten lehnen ihn jedoch als Zeichen der Missbilligung des Militärregimes ab und bezeichnen das Land weiterhin als Burma. Auch die unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi spricht sich für die Beibehaltung von Burma aus, weil der Begriff Myanmar nach ihrer Auffassung nicht die ethnische Vielfalt des Landes widerspiegele.

Seit 1962 unter Militärherrschaft

Die 54 Millionen Einwohner sind zu zwei Dritteln Birmanen, gehören also der Volksgruppe der Myanma beziehungsweise Bamar an. Daneben gibt es zahlreiche ethnische Minderheiten, die bekanntesten unter ihnen sind die Shan und die Karen. Diese kämpfen teilweise gewaltsam für ihre Rechte, doch in den letzten Jahren wurde mit den meisten Gruppen ein Waffenstillstand geschlossen. Der Buddhismus ist stark verbreitet in Birma, 90 Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten.

Bis 1948 war Birma eine britische Kolonie, schon damals standen buddhistische Mönche an der Spitze der Unabhängigkeitsbewegung. Ihr militärischer Anführer war Aung San Suu, Kyis Vater, der deshalb als Nationalheld gilt. Nach einer kurzen und chaotischen Phase der Demokratie übernahm 1962 das Militär die Herrschaft über den Vielvölkerstaat. Obwohl es immer wieder zu Aufständen und Protesten kam, konnte die Militärregierung ihre Macht erhalten und ausbauen.

Vor fast zwanzig Jahren kam es zu den bislang schwersten Protesten gegen das Regime. Die überwiegend von Studenten getragene Demokratiebewegung von 1988, aktiv unterstützt vom buddhistischen Klerus, wurde blutig unterdrückt. Bis zu 3000 Menschen kamen dabei ums Leben.

Freie Wahlen ohne Anerkennung

Zwar fanden 1990 die ersten freien Wahlen seit der Machtübernahme der Militärs statt, den Sieg der "Nationalen Liga für Demokratie" von Aung San Suu Kyi erkannten sie jedoch nie an. Die seitdem unter Hausarrest stehende Aung San Suu Kyi bekam 1991 den Friedensnobelpreis verliehen.

Seitdem wurde jegliche Opposition von der Militärregierung brutal unterdrückt, der Hausarrest von Aung San Suu Kyi immer wieder erneuert. Viele politische Aktivisten haben sich ins politische Exil begeben, um von dort aus den Widerstand gegen die Militärs zu organisieren.

Wirtschaftlich weitgehend isoliert

Vier Buddhistische Mönche laufen über einen Platz, im Hintergrund sind buddhistische Gebäude zu sehen. Quelle: AP

90 Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten

International ist das Regime nahezu isoliert, aufgrund anhaltender Menschenrechtsverletzungen haben die EU und die USA umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt. Auch im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wurden immer wieder Resolutionen gegen Birma beantragt, diese scheiterten aber – wie zuletzt im Januar 2007 – am Veto Russlands und Chinas.

China ist der engste Verbündete des Militärregimes. Das an Öl- und Gasvorkommen reiche Birma unterhält daneben bedeutende wirtschaftliche Beziehungen zum Nachbarn Indien.

Armes Land, trotz vieler Rohstoffe

Trotz seines Rohstoffreichtums zählt Birma zu den ärmsten Ländern der Welt. Mit einer Inflationsrate von fast 25 Prozent und der im August 2007 eingeführten drastischen Steigerung des Benzin- und Gaspreises sind die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung explodiert. Der damit verbundene Unmut hat inzwischen auch die buddhistischen Mönche und Nonnen, die sich mit der Not leidenden Bevölkerung solidarisieren, auf die Barrikaden gebracht.

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