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Politik

Wird ein Fußballer Präsident?

26. Dezember 2017

George Weah hat bei den ganz Großen gespielt, jetzt stellte sich der frühere Weltfußballer der Stichwahl um das Präsidentenamt in Liberia. Rund zwei Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Weah gilt als Favorit.

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Libera, George Weah
Bild: Getty Images

Im ersten Wahlgang am 10. Oktober hatte George Weah mit gut 38 Prozent deutlich vor dem bisherigen Vizepräsidenten Joseph Boakai gelegen, der auf knapp 29 Prozent kam. Der 72-jährige gilt dennoch nicht als chancenlos. Zu seinen Unterstützern zählen viele Frauen, die den Frieden im Land sichern wollen. Sie befürchten, dass unter Weah die für ihre Gewalt berüchtigten Warlords aus dem Bürgerkrieg an die Macht zurückkehren könnten.

Denn als Kandidatin für das Vizepräsidentenamt geht mit Weah die Ehefrau des inhaftierten Ex-Diktators Charles Taylor, Jewel Taylor, ins Rennen. Taylor sitzt in Großbritannien wegen Kriegsverbrechen im Gefängnis. 

Erster friedlicher Machtwechsel seit langem

Rund 2,2 Millionen Liberianer sind wahlberechtigt. Erste Ergebnisse der Abstimmung werden bis Mittwoch erwartet. Mit der Präsidentenwahl steht in dem westafrikanischen Land der erste friedliche Machtwechsel seit Jahrzehnten an. Die amtierende Staatschefin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf durfte nach zwölf Jahren nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren.

Vizepräsident Joseph Nyuma in Monrovia Liberia
Vizepräsident Joseph Nyuma Boakai bei der Stimmabgabe im ersten WahlgangBild: Reuters/T. Gouegnon

Die Stichwahl hatte sich wegen der Anfechtungsklage eines unterlegenen Kandidaten verzögert. Das oberste Gericht des westafrikanischen Staates gab aber trotz Unregelmäßigkeiten grünes Licht. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas und die Afrikanische Union hatten der Wahlkommission in Liberia eine glaubwürdige und transparente erste Abstimmung bescheinigt.

Zwischen 1989 und 2003 tobte in Liberia einer der blutigsten Bürgerkriege in Afrikas Geschichte, von dem das Land sich nur langsam erholt. Die Ebola-Krise von 2014 bis 2016 hat die Wirtschaftsflaute, die auch der Regierung angelastet wird, verstärkt. 

Liberia zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Sowohl Boakai als auch Weah haben versprochen, die Wirtschaft anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen.

rb/haz/qu (afp, dpa, epd)