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Aktuell Europa

Stichwahl in Italien: Fünf-Sterne-Bewegung vor Eroberung Roms

In der Stichwahl um Italiens Rathäuser zeichnen sich weitere Niederlagen für Ministerpräsident Renzi ab. Die Populisten der M5S mit Virginia Raggi könnten künftig die Hauptstadt regieren. Und eventuell auch Turin.

M5S-Kandidatin bei Kommunalwahlen in Rom, Virginia Raggi (foto: dpa)

Sieht schon aus wie die sichere Siegerin: Virginia Raggi

Das besondere Interesse richtet sich an diesem Sonntag auf die Kommunalwahlen in den Metropolen Rom und Turin. In der italienischen Hauptstadt könnte in der Stichwahl erstmals eine Frau den Bürgermeisterposten übernehmen und damit auch erstmals die eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung (M5S). Die Spitzenkandidatin der Protestpartei, Virginia Raggi, geht als klare Favoritin ins Rennen. Auch in der Industriestadt Turin wäre ein überraschender Erfolg der M5S möglich. Hier hofft die Unternehmerin Chiara Appendino, sich gegen den amtierenden Bürgermeister und PD-Kandidaten Piero Fassino durchzusetzen.

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi (foto: dpa)

Premier Renzi konzentriert sich auf die großen Themen, wie zum Beispiel die Verfassungsreform

Klatsche für Renzi

Die 2009 als Protestinitiative unter anderem vom Starkabarettisten Beppe Grillo gegründete Bewegung prangert vor allem Korruption, Bürgerferne und Schwerfälligkeit der etablierten Parteien an und gewinnt Stimmen aus dem bürgerlichen und dem linken Lager. Die Kommunalwahlen gelten auch als Stimmungstest für die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi. Schon die erste Runde am 5. Juni konnte nicht anders als eine herbe Schlappe bewertet werden. Der Premier verteidigte sich jedoch mit der Einschätzung, die Wahl sei "lokal geprägt" und bedeute kein Votum gegen seinen Reformkurs.

Symbolträchtiger Durchbruch für Protestbewegung erwartet

In Rom hatte die 37-jährige Rechtsanwältin Raggi bereits mehr als 35 Prozent der Stimmen eingefahren. Der Kandidat von Renzis "Partito Democratico" (PD), Roberto Giachetti, landete abgeschlagen bei knapp 25 Prozent. Seit dem Sturz des PD-Bürgermeisters Ignazio Marino in einer Spesenaffäre wird die hochverschuldete und teils marode Hauptstadt kommissarisch verwaltet. Viele resignierte Wähler hofften offenbar auf frischen Wind im Kapitol, zumal die attraktive Juristin im Wahlkampf versprochen hatte, zunächst die dringlichsten Missstände im Alltagsleben der Römer in Angriff zu nehmen.

Zur Wahl aufgerufen sind an diesem Sonntag noch etwa neun Millionen Italiener. Abgestimmt wird auch in den Großstädten Mailand, Neapel, Bologna und Triest. Hinzu kommen Dutzende weitere Kommunen.

SC/uh (rtr, dpa, afp)

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