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Politik

Stichwahl in Indonesien

Der künftige indonesische Präsident wird am 20. September in einer Stichwahl bestimmt. Alle fünf Kandidaten verfehlten nach Angaben der staatlichen Wahlkommission im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit.

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Er gewann die erste Runde:
Susilo Bambang Yudhoyono

Zur Stichwahl treten die amtierende Staatschefin Megawati Sukarnoputri und der frühere Sicherheitsminister Susilo Bambang Yudhoyono an. Ex-General Yudhoyono erzielte mit 33,6 Prozent der insgesamt 118,6 Millionen gültigen Stimmen das beste Ergebnis, erreichte aber nicht die erforderliche absolute Mehrheit von 50 Prozent. Megawati kam auf 26,6 Prozent. Es ist das erste Mal seit dem Ende der Herrschaft von Machthaber Suharto 1996, dass ein indonesischer Staatschef direkt vom Volk gewählt wird. Bislang hatte das Parlament den Präsidenten bestimmt.

Der wegen Menschenrechtsverletzungen in Osttimor angeklagte frühere Armeechef Wiranto erhielt 22,2 Prozent der Stimmen. Damit schied er als Kandidat eben so aus der von islamischen Parteien unterstützte Amien Rais und der ehemalige Vizepräsident Hamzah Haz. Wiranto hat angekündigt, die Wahl wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten im Wahlverlauf anfechten zu wollen.

Vom Außenseiter zum Favoriten

General Susilo Bambang Yudhoyono

Der Kandidat: Susilo Bambang Yudhoyono

Yudhoyono, der frühere Minister für Innere Sicherheit in Megawatis Kabinett, war vom Außenseiterkandidaten zum Favoriten geworden, nachdem er die Regierung vor einiger Zeit im Streit verlassen hatte. Umfragen vor dem ersten Wahlgang am 5. Juli hatten den früheren General Yudhoyono noch deutlicher vor Megawati und den anderen drei Mitbewerbern gesehen. Er hatte vor allem durch sein staatsmännisches Auftreten und ein detailliertes Wirtschaftsprogramm Sympathien unter den Wählern im nach der Bevölkerungszahl viertgrößten Land der Erde gewinnen können.

Megawati Sukarnoputri, Porträt

Die amtierende Präsidentin: Megawati Sukarnoputri

Megawati war hingegen vorgeworfen worden, sie habe nicht genug im Kampf gegen Armut und Korruption und für die Ankurbelung der Wirtschaft getan. Die Tochter von Republikgründer Sukarno war im Sommer 2001 an die Staatsspitze gerückt, nachdem ihr Vorgänger Abdurrahman Wahid wegen Unfähigkeit aus dem Amt gedrängt worden war. Ihre Demokratische Partei des Kampfes (PDI-P) hatte bei der Parlamentswahl im April eine herbe Schlappe einstecken müssen. Yudhoyonos eigens für die Präsidentschaftswahl gegründete Demokratische Partei kam dagegen bei der Abstimmung aus dem Stand auf mehr als sieben Prozent.

Wahlen unter internationaler Beobachtung

Anschlag in Bali

Mehr als 180 Menschen wurden im Oktober 2002 beim Terror-Anschlag auf Bali getötet

Die Verkündigung des Wahlergebnisses war durch die Explosion eines kleinen Sprengsatzes im Gebäude der Wahlkommission verzögert worden. Dabei war niemand verletzt worden. Die USA und internationale Investoren beobachten den Wahlverlauf genau, da sich nach dem Anschlag auf der Ferieninsel Bali 2002 und auf ein Luxushotel in Jakarta im vergangenen Jahr die Bedenken über die Sicherheitslage im bevölkerungsreichsten moslemischen Staat gemehrt haben. Islamisten mit Verbindungen zur Extremistenorganisation El Kaida waren damals als Täter ausgemacht worden. Sowohl Megawati als auch Yudhoyono kündigten daraufhin ein hartes Vorgehen gegen die Extremisten an. Megawati wurde seither allerdings kritisiert, weil sie ihre Ankündigungen in der Praxis nicht konsequent genug umsetze.

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