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Deutschland

Steinmeiers Kompetenz für den Wahlkampf

Acht Wochen vor der Bundestagswahl hat SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sein "Schattenkabinett" vorgestellt. Viele Frauen und ein Multimillionär sind dabei - aber keine Überraschungen.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier vor seinem Wahlkampfteam(Foto: AP)

Den Blick nach vorn gewandt - und nicht zurück auf Ulla Schmidt, will Steinmeier wohl signalisieren

Eine Gleichung mit mehreren Unbekannten lässt sich in der Mathematik nicht so einfach lösen. Dazu müssen aus den Unbekannten eindeutige Zahlen werden. In der Politik gilt Ähnliches: Nur wenn aus den Unbekannten Bekannte werden, kann die Gleichung aufgehen, beziehungsweise das Team Erfolg haben. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat am Mittwoch (30.07.2009) am Rande einer Klausur in Potsdam seine Mannschaft vorgestellt, mit der er in die heiße Wahlkampfphase für die Bundestagswahl ziehen will. "Einen Aufbruch zum Besseren" verspricht Steinmeier sich von diesem Team.

Eine Dame fehlt

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt während einer Stellungnahme in ihrem Ministerium (Foto: AP)

Ulla Schmidt bei ihrer Erklärung zur Dienstwagenaffäre: "Bin nicht abgehoben"

Mindestens sechs Gesichter sind weitgehend unbekannt, doch Steinmeier setzt auch auf bewährtes SPD-Personal. Sechs Bundesminister sind im Team: Finanzminister Peer Steinbrück, Umweltminister Sigmar Gabriel, Arbeitsminister Olaf Scholz, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Justizministerin Brigitte Zypries und Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczoreck-Zeul. Nur Gesundheitsministerin Ulla Schmidt taucht auf dem Präsentationsfoto nicht auf. Die Affäre um ihren gestohlenen Dienstwagen während eines Spanienurlaubs hat sie - zumindest vorläufig - einen Platz im Team gekostet.

Die Jüngste und der Multimillionär

Manuela Schwesig mit schulterlangen blonden Haaren (Foto: dpa)

Die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern soll Ursula von der Leyen angreifen

Gleich zwei Neulinge auf dem Bundesparkett hat Steinmeier in sein Team berufen: Deutschlands jüngste Sozialministerin Manuela Schwesig und den Unternehmer mit SPD-Parteibuch Harald Christ. Der Sohn eines Opel-Arbeiters machte ohne Studium eine steile Karriere in der Finanzbranche und ist inzwischen Multimillionär. Er ist im Wahlkampfteam für den Mittelstand zuständig. Schwesig ist als Gegenspielerin der populären CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen gesetzt.

Der linke Flügel und die Getreuen

Das "linke" Spektrum im Wahlkampfteam wird von Andrea Nahles abgedeckt. Die stellvertretende Parteivorsitzende ist in der SPD Expertin für Sozialfragen und soll im "Regierungsteam" für Bildung stehen. Das sozialdemokratische Gegenstück zu Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll Thomas Oppermann sein. Der erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion ist zuletzt als Obmann im BND-Untersuchungsausschuss aufgefallen. Dort sorgte er dafür, dass Steinmeier aus der Schusslinie kam. Um den Bereich Neue Medien soll SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sich kümmern. Er wirkte daran mit, dass Steinmeier Parteivize wurde.

Hauptmerkmal Fachwissen

Porträt der SPD-Parteivize Andrea Nahles (Foto: AP)

Die "linke" Position im Team: Andrea Nahles

Die restlichen sechs Mitglieder in Steinmeiers Kompetenzteam zeichnen sich eher durch Fachwissen als durch SPD-Prominenz aus: Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer, der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes Udo Folgart, die sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dagmar Freitag und die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Ulrike Merten. Außerdem soll die Gesundheitsexpertin der Fraktion, Carola Reimann, der Forschungspolitik ein Gesicht geben. Die Chefin der Berliner Senatskanzlei, Barbara Kisseler, soll für Kultur zuständig sein.

"Der Union gehen die Ideen aus. Neue Impulse müssen von der SPD ausgehen." Diese Devise gibt der SPD-Kanzlerkandidat in Zeiten aus, in denen seine Partei in allen Umfragen deutlich hinter der Union liegt. Trotzdem setzt Steinmeier mit seinem Team "auf Sieg und nicht auf Platz". (fab/mas/dpa)

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