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Aktuell Amerika

Steinmeier würdigt in Argentinien Opfer der Militärdiktatur

Beim Besuch des deutschen Außenministers in Argentinien dreht sich viel um die Vergangenheit. In den Jahren der Militärdiktatur wurden auch Deutsche ermordet. Steinmeier räumt ein, sein Ministerium habe Fehler gemacht.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch in Argentinien der Opfer der Militärdiktatur in dem südamerikanischen Land gedacht. Im "Park der Erinnerung" (Parque de la Memoria) in Buenos Aires warf er zur Erinnerung an die Toten Blumen in den Rio de la Plata (Artikelbild).

Treffen mit Opferfamilien

Anschließend traf sich der SPD-Politiker mit Familien von Opfern. Unter den bis zu 30.000 Menschen, die während der Herrschaft der Junta von 1976 und 1983 getötet wurden, waren auch zahlreiche Deutsche und Deutschstämmige.

Die Wand mit den Namen von Diktaturopfern im Park der Erinnerung (Foto: dpa)

Die Wand mit den Namen von Diktaturopfern im Park der Erinnerung

Kritik an damaliger Politik Deutschlands

Kritisch äußerte sich Steinmeier über die Rolle des Auswärtigen Amts während der Zeit der Militärherrschaft. Auf die Frage nach einer deutschen Mitschuld am Schicksal von Diktatur-Opfern sagte der Minister: "Es lässt sich aus rückblickender Bewertung immer sagen, dass man noch intensiver diesen Fällen hätte nachgehen müssen." Steinmeier mahnte, die "Grausamkeiten der Vergangenheit"» nicht zu vergessen. Dazu gehöre auch Aufklärung über die Rolle des Auswärtigen Amts und der deutschen Botschaft in Buenos Aires.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wurden in der Militärdiktatur auch mindestens 70 Deutsche und Deutschstämmige von Schergen des Regimes getötet. Bekanntestes Opfer ist die deutsche Studentin Elisabeth Käsemann aus Tübingen, die im Mai 1977 im Alter von 30 Jahren ermordet wurde. Ihr Name findet sich - zusammen mit mehr als 8000 anderen Opfern - auch auf einer Gedenkwand im "Park der Erinnerung". Opferfamilien kritisieren seit vielen Jahren, dass die deutsche Botschaft damals aus Rücksicht auf politische und wirtschaftliche Interessen in Argentinien zu wenig zum Schutz der Landsleute getan habe.

Besuch Mexikos

Am Samstag setzt Steinmeier seine einwöchige Reise durch Lateinamerika mit einem Besuch in Mexiko fort. Zum Auftakt will er sich in der Hauptstadt Mexiko-Stadt über das Schicksal von Flüchtlingen informieren, deren Ziel die USA sind. Nach Gesprächen mit der Regierung steht dann am Montag die offizielle Eröffnung eines "Deutschland-Jahrs" in Mexiko auf dem Programm. Das 120-Millionen-Einwohner-Land gehört seit vielen Jahren zu den engsten Partnern Deutschlands in der Region.

wl/hf (dpa)