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Aktuell Welt

Steinmeier verlangt bessere Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen

Manche sprechen von "Sklavenarbeit" auf den Baustellen für die Fußball-WM in Katar. Außenminister Steinmeier brachte bei seinem Besuch deutsche Bedenken eindringlich zur Sprache. Derweil gibt es neue Korruptionsvorwürfe.

Die Fußball-Weltmeisterschaft auf der arabischen Halbinsel am Golf ist erst in acht Jahren. Aber die Zustände auf den Baustellen in Katar sorgen schon jetzt international für vielfältige Klagen. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier forderte bei seinem Besuch in Doha die reichen Scheichs auf, für Besserung zu sorgen. Der SPD-Politiker ermunterte die dortige Führung am Sonntag, zum Beispiel das Arbeitsrecht für Gastarbeiter zu verbessern.

Wegen der Arbeitsbedingungen der vielen Billiglöhner aus Ländern wie Indien oder Pakistan steht der reiche Golfstaat massiv in der Kritik. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International sprechen von "moderner Sklavenarbeit". Die Vergabe der Fußball-WM an den Golf - nach Brasilien und Russland - ist auch deshalb sehr umstritten.

Der katarische Außenminister, Scheich Khalid bin Mohammed el-Attijah, versprach, gegen Missstände auf den Baustellen vorzugehen. Steinmeier sagte, bei den modernen Sportspektakeln müssten die Organisatoren damit leben, dass auch weitergehende politische und gesellschaftliche Fragen über ihr Land gestellt würden. Nach seinen Gesprächen habe er aber den Eindruck: "Man arbeitet auch daran, die Grundlagen für die Kritik abzubauen". Neben dem Bau der WM-Stadien bekommt Katar in den nächsten Jahren auch eine U-Bahn sowie eine 8,5 Kilometer lange Einkaufsstraße. Auch deutsche Konzerne wirken daran mit.

Mit Millionen Dollar geschmiert?

Auf die erneuten Medienberichte über Schmiergeldzahlungen reagierte der WM-Ausrichter Katar wie erwartet mit einem klaren Dementi. Die Organisatoren der WM 2022 beteuerten, dass ihre Bewerbung "die höchsten Standards an Ethik und Integrität" gehabt habe. Der ehemalige Vize-Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, Mohamed Bin Hammam, habe im Bewerbungskomitee weder eine "offizielle noch inoffizielle Rolle" gespielt, hieß es aus Doha.

Die britische Zeitung "Sunday Times" hatte zuvor berichtet, dass Bin Hammam laut ihr vorliegenden Dokumenten mit fünf Millionen Dollar (umgerechnet 3,7 Millionen Euro) an Schmiergeldern dafür gesorgt haben soll, dass die Weltmeisterschaft nach Katar vergeben wurde.

SC/pg (dpa, afp, ARD)