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Kolumbien

Steinmeier startet Friedensinstitut in Kolumbien

Zum Abschluss seines Kolumbien-Besuchs hat Außenminister Steinmeier in Bogotá ein Friedeninstitut auf den Weg gebracht. Es soll nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs in dem südamerikanischen Land zur Versöhnung beitragen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá das Startsignal für ein deutsch-kolumbianisches Friedensinstitut gegeben. Das Institut soll die Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der Regierung und den linksgerichteten FARC-Rebellen wissenschaftlich begleiten. Der SPD-Politiker versicherte, dass Deutschland den Friedensprozess zwischen Regierung und Rebellen weiter eng begleiten werde. "In Deutschland haben Sie einen Partner, einen Partner für den Frieden", sagte er. Der Außenminister mahnte, vieles sei auf dem Weg zum Frieden in Kolumbien noch zu tun. Es werde mit Hochdruck an einer "Friedensbaustelle" gebaut. Für ihn sei der Weg Kolumbiens der Beweis dafür, dass Frieden möglich sei.

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Kolumbien: Steinmeier wirbt für Versöhnung

Seit 2014 bereitete das Auswärtige Amt die Gründung zusammen mit mehreren deutschen Universitäten und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst vor. Das Institut soll die Politik beraten und Friedens- und Konfliktforschung betreiben. Nach Auffassung Steinmeiers können deutsche Forscher vor allem die Erfahrungen mit Versöhnungsprozessen nach 1945 und nach der Wiedervereinigung in das Institut einbringen.

Förderung über zehn Jahre

Das Auswärtige Amt unterstützt das Institut für zunächst zehn Jahre mit bis zu 400.000 Euro pro Jahr. Steinmeier sagte, Anfang März sollten erste Projekte beginnen. Formell gegründet ist das Institut bisher nicht. Die offizielle Gründung wird erst erfolgen, nachdem Steinmeier wahrscheinlich am 12. Februar zum neuen Bundespräsidenten gewählt werden wird.

Nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit mehr als 220.000 Todesopfern und fünf Millionen Binnenflüchtlingen hatten sich die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla Ende vergangenen Jahres auf ein Friedensabkommen geeinigt. Bis Ende Mai sollen die rund 5800 Rebellen ihre Waffen niederlegen. Mit der zweiten großen Guerillagruppe ELN gibt es aber noch kein Friedensabkommen.

Visite in Entwaffnungszone

Steinmeier hatte zuvor eines jener Entwaffnungszentren besucht, in denen die FARC-Rebellen ihre Waffen abgeben und auf die Rückkehr ins Zivilleben vorbereitet werden sollen. "Hier in Gegenden wie diesen wird sich zeigen, ob der Friedensvertrag hält", sagte der Minister. Er bezeichnete es als "erstaunlich", dass in dem Zentrum nun Aufständische, Soldaten und UN-Beobachter unter einem Dach lebten und arbeiteten. Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags folge nun der Umsetzungsprozess, der "genauso wichtig und genauso schwierig" sein werde wie die Friedensverhandlungen, so der Minister.

Kolumbien Außenminister Steinmeier in der Entwaffnungszone 'La Guajira' (picture-alliance/dpa /B. von Jutrczenka)

Der Minister wird durch die Entwaffnungszone "La Guajira" bei Mesetas geführt.

In der Hauptstadt Bogotá hatte Steinmeier politische Gespräche geführt, unter anderem mit Staatschef Juan Manuel Santos. Steinmeier würdigte den Friedensvertrag dabei als "Signal der Hoffnung" für die ganze Welt. Santos hatte für seine Bemühungen um die Beendigung des Konflikts kürzlich den Friedensnobelpreis erhalten.

Steinmeiers Kollegin María Angela Holguín bezeichnete seinen Besuch als eine "Botschaft der Versöhnung". Für die Bemühungen könne es "kein Land auf der Welt" geben, das diese Botschaft "so klar wie Deutschland" überbringe, sagte die Ministerin unter Hinweis auf die Überwindung der Folgen des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Teilung.

kle/sti (epd, dpa, afp)

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