Steinmeier: Religiöses Zusammenleben im Libanon ist vorbildlich | Aktuell Nahost | DW | 29.01.2018
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Libanon

Steinmeier: Religiöses Zusammenleben im Libanon ist vorbildlich

Für Bundespräsident Steinmeier ist das Miteinander der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Religionen im Libanon etwas ganz besonderes. Bei seinem Besuch ging es auch um das Schicksal der syrischen Flüchtlinge im Land.

Libanon Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Michel Aoun in Beirut (picture-alliance/AP Photo/H. Malla)

Der libanesische Präsident Aoun (l.) schreitet mit seinem deutschen Gast Frank-Walter Steinmeier die Ehrengarde ab

"Das Mit- und Nebeneinander über konfessionelle Grenzen hinweg hat Vorbildcharakter für die gesamte Region", lobte Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun das Land. Vielleicht sei diese Errungenschaft noch bedeutsamer mit Blick auf andere Staaten, in denen das religiöse und gesellschaftliche Zusammenleben schwieriger geworden sei, sagte der Bundespräsident in Beirut. Der Christ Aoun wies darauf hin, alle religiösen Gruppen im Libanon hätten das Zusammenleben erst lernen müssen.

Die beiden Politiker erörterten auch das Schicksal der syrischen Flüchtlinge. Aoun machte deutlich, der Libanon mit seinen gut sechs Millionen Einwohnern trage eine große Last, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedrohe. Er sprach von 1,8 Millionen aufgenommenen Flüchtlingen seit Ausbruch des Syrien-Krieges. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen leben derzeit gut eine Million syrische Flüchtlinge in dem Nachbarland.

Libanon Flüchtlingslager in Zahle (DW/M. Jay)

Ein Lager im libanesischen Zahle für syrische Flüchtlinge

"Syrien für Rückkehrer noch nicht sicher"

Steinmeier wies darauf hin, dass sich Deutschland aufgrund der eigenen Erfahrungen bewusst sei, wie gravierend die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen angesichts eines großen Flüchtlingszuzugs seien. Gleichwohl sieht der Bundespräsident derzeit noch keine Möglichkeit, syrische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückzuschicken, da die meisten Regionen nicht sicher seien.

Anders bewertet der libanesische Präsident die Lage und bekräftigte seine Forderung nach einer Rückkehr der Flüchtlinge. Es gebe in Syrien sichere Gebiete, die "zehn Mal größer" seien als der gesamte Libanon, meinte Aoun. Syrer im Libanon hätten zu verstehen gegeben, dass sie einverstanden wären, in "sichere Zonen" zurückzukehren.

Libanon Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Beirut (picture-alliance/AP Photo/H. Malla)

Steinmeier sieht die Bedingungen für eine Rückkehr syrischer Flüchtlinge noch nicht gegeben

"Deutschland ist der beste Verbündete"

Mit Blick auf die besondere Belastung angesichts des Flüchtlingszuzugs betonte Steinmeier das Interesse seiner Regierung an einem stabilen Libanon. Aoun würdigte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Gast Deutschland als den "besten Verbündeten unseres Landes".

Nach dem christlichen Präsidenten trifft der Bundespräsident an diesem Dienstag den sunnitischen Regierungschef Saad Hariri und den schiitischen Parlamentspräsidenten Nabi Berri. Auch mit dem sunnitischen Großmufti Abdul Latif Derian kommt er zusammen. Vor Studenten der Universität von Beirut wird Steinmeier eine Rede halten.

se/wa (dpa, kna)

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