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Politik

Steinmeier ernennt Sondergesandten für Afghanistan

Der deutsche Diplomat Bernd Mützelburg ist neuer Sonderbeauftragter des Auswärtigen Amtes für Afghanistan und Pakistan. Er soll mithelfen, Frieden in die Region zu bringen, erklärte Außenminister Steinmeier.

Mützelburg. Quelle: ap

Bernd Mützelburg ist der neue deutsche Sondergesandte für Afghanistan

Eigentlich wollte Bernd Mützelburg nach einer langen Diplomaten-Karriere im Sommer in den Ruhestand gehen. Doch daraus wird erst einmal nichts. Am Montag trat der 65-Jährige ein Amt an, von dem er selbst sagte: "Das wird die schwierigste Aufgabe in meinem Leben sein."

"Im Auswärtigen Dienst gibt es kaum jemanden mit ähnlich dichten Erfahrungen", lobte Außenminister Frank-Walter Steinmeier seinen neuen Sondergesandten. Mützelburg soll mit dazu beitragen, dass sich das Verhältnis zwischen Afghanistan und Pakistan verbessert und das Grenzgebiet befriedet werden kann. 2500 Kilometer lang ist die gemeinsame Grenze. Die Stammesgebiete im Nordwesten Pakistans gelten als Rückzugsgebiet der afghanischen Taliban, die von dort aus ihre Aktivitäten steuern.

Kooperation mit USA

Holbrooke. Quelle: dpa

US-Diplomat Richard Holbrooke ist der amerikanische Sondergesandte

"Wir reihen uns ein in die Bemühungen anderer", sagte Steinmeier mit Blick auf die neue US-Regierung, die bei ihren Friedensbemühungen für Afghanistan auf einen stärkeren regionalen Ansatz baut. Mützelburg wird eng mit Richard Holbrooke zusammenarbeiten. US-Präsident Barack Obama hatte den früheren Balkan-Vermittler zu seinem Sondergesandten für die Region gemacht.

Die Briten betrauten ihren Botschafter in Kabul, Sir Sherard Cowper-Coles, mit dem Amt des Sondergesandten. Eine neue Kontaktgruppe - wie es sie bereits vor 15 Jahren unter der Regie Holbrookes für den Balkan gegeben hatte - ist im Gespräch. Holbrooke sei ihm aus seiner Zeit im Kanzleramt gut bekannt, sagte Mützelburg. Er freue sich auf die enge Zusammenarbeit mit der neuen US-Regierung.

Enge Vertraute

Steinmeier. Quelle: ap

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kennt Mützelburg gut

Auch Mützelburg und Steinmeier kennen sich gut - aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Altkanzler Gerhard Schröder. Mützelburg war von November 2002 bis November 2005 Leiter der außen- und sicherheitspolitischen Abteilung im Kanzleramt, Steinmeier war Kanzleramtschef. Es habe einige Vorschläge für das Amt des Sonderbeauftragten gegeben, doch Steinmeiers Wahl fiel schnell auf Mützelburg, hieß es im Auswärtigen Amt. Diplomaten von dieser Güte gebe es "nur eine Handvoll".

In der Öffentlichkeit ist Mützelburg dennoch nahezu unbekannt. Der gebürtige Mainzer zieht lieber die Fäden im Hintergrund. Nach seinem Jura-Studium in Mainz und Marburg trat er 1972 in den Auswärtigen Dienst ein. Es folgten Stationen in Kingston/Jamaika und als Botschafter in der kenianischen Hauptstadt Nairobi sowie im estnischen Tallinn. Profunde Kenntnisse der Vereinten Nationen erlangte der Jurist, als er Mitte der 80er Jahre in der deutschen UN-Vertretung in New York arbeitete. Im März 2006 wurde der Vater zweier Kinder deutscher Botschafter in Indien.

Viel Erfahrung

Anschlag (Archiv). Quelle: ap

Immer noch ist Gewalt Alltag in Afghanistan

Er könne durchaus sagen, dass er "viel Erfahrung" für seinen neuen Posten mitbringe, sagte Mützelburg. Seit vielen Jahren sei er mit dem Thema Afghanistan befasst, hob der Diplomat hervor. So habe er die Petersberger Konferenz und andere internationale Treffen zum Wiederaufbau Afghanistans selbst geleitet. In seinen knapp drei Jahren in Neu Delhi vertiefte er seine Kenntnisse über die Konfliktlagen in der Region. Die "Herkules-Aufgabe" bei der Befriedung Afghanistans liege bei der Regierung und den Streitkräften in Pakistan und deren Bemühen, gegen die Taliban in der Grenzregion vorzugehen. "Pakistan braucht jede Hilfe", sagte Mützelburg.

Statt sich allmählich auf den Ruhestand vorzubereiten, steht für Mützelburg, der für seine Ernennung zum Sondergesandten eigens aus Indien angereist war, nun erst einmal rege Reisetätigkeit auf dem Programm. Im Auswärtigen Amt hieß es, ein Besuch in Afghanistan werde "in aller Kürze" erfolgen. (ako)

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