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Afrika

Steigende Arbeitslosigkeit in ost-afrikanischen Urlaubsregionen

Rauschende Ozeane, kulturelle Vielfalt und wunderschöne Landschaften. Afrika ist ein faszinierendes Reiseziel. Doch was nutzt alle Schönheit, wenn den potenziellen Touristen das nötige Geld für den Urlaub fehlt?

Frau am Strand

Kaum ein Mensch verirrt sich noch ans Meer - die Tourismusbranche Afrikas leidet unter der Krise

Die Finanzkrise macht auch vor dem Tourismus nicht halt. Afrika trifft das besonders Afrika hart. Geoffrey Lipman von der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen sieht eine echte Gefahr für afrikanische Staaten. "Wenn man die Wirtschaft dieser Länder anschaut, sieht man, dass für 70 oder 80 Prozent der Staaten Tourismus der größte Exportzweig ist, den sie haben. Sie leiden unter einem wirtschaftlichen Abschwung viel mehr und sie sind abhängiger vom Tourismus als irgendeine andere Region auf der Welt." In den letzten Jahren ist der Tourismus weltweit kräftig gewachsen. Fünf bis sechs Prozent Zuwachs waren die Regel. Dann kam im letzten Jahr der wirtschaftliche Abschwung. Seit 2008 hat sich der Tourismusmarkt aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der Finanzkrise monatlich verschlechtert. Während im ersten Halbjahr noch ein Wachstum von fünf Prozent zu verzeichnen war, seien die Wachstumszahlen im zweiten Halbjahr um ein Prozent ins Minus gefallen, so Geoffrey Lipman von der Welttourismusorganisation.

Der Negativtrend setzt sich fort. Die Organisation rechnet in den nächsten Monaten mit einem Rückgang um weitere zwei Prozent, eine schnelle Wende ist nicht in Sicht. Erst wenn sich die Situation auf den Finanzmärkten wieder entspannt, könne auch der Tourismus wieder wachsen. Das sei aber in frühestens ein oder zwei Jahren der Fall, sagt Georffrey Lipamn.

Mit Kreativität Touristen locken

Touristen auf Safari

Ein immer selteneres Bild - Touristen auf Safari

Darauf muss sich auch das kleine Land Gambia in Westafrika einstellen. Lamin Saho, der Marketingdirektor von Gambias Tourismusbehörde, versucht trotzdem optimistisch zu bleiben. "Uns ist völlig bewusst, dass es eine globale Finanzkrise gibt. Und weil unsere wichtigsten Märkte in Europa liegen, wird das auch Afrika betreffen. Aber wir in Gambia sehen das als Herausforderung, um unsere Anstrengungen zu verdoppeln." Das heißt konkret: Die Reisekosten für Touristen senken und das Marketing verbessern - was derzeit jedoch alle Touristenziele der Welt versuchen. Die Kunden schwinden, der Wettbewerb wird härter. Und der verschärfte globale Wettbewerb kostet Geld, das viele afrikanische Staaten nicht haben. Deswegen ist jetzt preiswerte Kreativität gefragt: Gambias Tourismusbehörde eröffnet ein paar Geschäftsstellen in Europa, um besser vor Ort zu werben, Südafrika baut auf die WM 2010 und auch Kenias Tourismusminister Najib Balala hat ein kleines Ass im Ärmel: "Das Land Kenia hat bekannt gegeben, das wir ab April unsere Visagebühren für Touristen von 50 auf 25 Dollar senken, um damit mehr Touristen anzulocken. Der Tourismus ist für uns sehr wichtig. Jeder Tourist der Kenia besucht, schafft Jobs für drei Kenianer." Wenn Kenia und andere Urlaubsländer im globalen Kampf um Touristen nicht mithalten können, sind die Folgen gravierend, denn das würde weniger Geld und mehr Arbeitslosigkeit bedeuten. Zumindest ein großer Vorteil bleibt auf jeden Fall in Afrika: Landschaft, Kultur und Tierwelt sind einzigartig und beeindruckend genug, um auch während der Finanzkrise Touristen anzuziehen.

Autor: Adrian Kriesch/Redaktion: Michaela Paul/chr

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