Stefan Zweig in Brasilien posthum geehrt | Bücher | DW | 19.12.2017
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Bücher

Stefan Zweig in Brasilien posthum geehrt

Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig ist 75 Jahre nach seinem Tod mit dem "Cruzeiro do Sul" ausgezeichnet worden. Es ist die höchste Ehrung, die ein Ausländer in Brasilien erhalten kann.

Wie die Casa Stefan Zweig am Montag (18.12.2017) mitteilte, wurde der österreichischen Botschafterin Irene Giner-Reichl am Montag stellvertretend der höchste brasilianische Verdienstorden "Cruzeiro do Sul" von Außenminister Aloysio Nunes überreicht.

Stefan Zweig war vor den Nationalsozialisten über England, die USA, Argentinien und Paraguay schließlich 1940 nach Brasilien geflüchtet und schrieb dort unter anderem seine weltberühmte "Schachnovelle". Mit seiner Frau Lotte lebte er in Petrópolis bei Rio de Janeiro. In dem an einem Berghang gelegenen Haus wurde im Jahr 2012 ein kleines Museum und eine Gedenkstätte des Exils eingerichtet, "deren Hauptziel es ist, das humanistische und pazifistische Gedankengut des österreichischen Schriftstellers, sein Werk und sein Leben, unter der jungen Generation bekannt zu machen", wie die Leiterin der Casa Stefan Zweig, Kristina Michahelles, erklärt.

Casa Stefan Zweig (Manfred Grietens)

Die Casa Stefan Zweig in Petrópolis

Zweigs Dank an Brasilien

In der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1942 nahmen sich hier Stefan Zweig und seine Frau Lotte mit einer Überdosis Schmerzmitteln das Leben. In seinem Abschiedsbrief erklärte es der Schriftsteller zu seiner Pflicht, "diesem wundervollen Lande Brasilien innig zu danken, das mir und meiner Arbeit so gute und gastliche Rast gegeben." Als ein Grund für den Freitod gilt der Verlust des alten Lebens und der weltweite Vormarsch der Nazis.

Zweig, geboren 1881 in Wien, war seit den 1920er Jahren zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren geworden. Der Novellenband "Amok" bedeutete seinen Durchbruch. Bekannt wurde Zweig aber auch durch die vielen Porträts, die er mit größter Akribie und psychologischer Tiefe zu spannenden Zeitmosaiken zusammenfügte, etwa über Balzac, Dickens, Dostojewski und Marie Antoinette.

Hochrangige Ordensträger

Der "Ordem Nacional do Cruzeiro do Sul" ist 1822 vom brasilianischen Kaiser Dom Pedro I. mit dem Namen "Ordem Imperial do Cruzeiro" eingeführt worden. Im Laufe der Zeit erhielten ihn Könige, Präsidenten und Politiker. Ordensträger sind unter anderen die britische Queen Elizabeth II., der ehemalige amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower oder auch Che Guevara. Ein hochrangig besetzter Ausschuss, dem neben dem Außenminister auch der brasilianische Präsident und weitere Regierungsvertreter angehören, bestimmt die Preisträger.

ka/bb (dpa/Casa Zweig)

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