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Europa

Steckt "der Einarmige" hinter Istanbul-Anschlag?

Der Tschetschene Achmed Tschatajew gilt nach Informationen aus den USA als mutmaßlicher Drahtzieher des Terrorangriffs in Istanbul. Der Mann wurde bereits mehrfach in Europa festgenommen und erhielt Asyl in Österreich.

Istanbul Anschlag Verdächtiger Akhmed Chatayev (Foto: picture alliance/AP Photo)

Verdächtigter Achmed Tschatschajew im Jahr 2012

Wer steckt hinter dem blutigen Anschlag auf den Istanbuler Flughafen, bei dem 47 Menschen - darunter auch die Attentäter - getötet wurden? Nach Informationen eines US-Kongressabgeordneten soll der Tschetschene Achmed Tschatschajew Hauptverantwortlicher sein. Der Abgeordnete wiederum beruft sich auf Informationen aus türkischen Geheimdienstkreisen.

Der 35-jährige Tschatajew gilt als wichtiger Anwerber für extremistische Islamisten in Westeuropa. Der Mann wird auf einer Sanktionsliste der Vereinten Nationen als IS-Zuständiger für die Ausbildung russischsprachiger Kämpfer geführt. Ein russisches Gericht verurteilte ihn im Jahr 2008 wegen terroristischer Straftaten. Doch sein Status als Flüchtling mit anerkanntem politischen Asyl in Österreich verhinderte seine Auslieferung nach Russland.

Tschatajew kämpfte während des zweiten Tschetschenienkriegs Anfang der 2000er-Jahre auf Seiten der Rebellen gegen Russland. Russische Streitkräfte verhafteten ihn wegen der Mitgliedschaft in einer illegalen bewaffneten Gruppe in Abwesenheit. Seitdem ist er in Russland zur Fahndung ausgeschrieben. 2003 gelang ihm die Flucht nach Österreich, wo er politisches Asyl erhielt.

Türkei Explosionen und Schüsse am Flughafen in Istanbul (Foto: Reuters/I. Coskun)

Am Abend des Anschlags herrschte Chaos. Die Attentäter töteten mindestens 44 Menschen - und sich selbst

Ein Jahr im Gefängnis

Beim Asylverfahren soll er angegeben haben, schwer gefoltert worden zu sein, weswegen er einen Arm verloren haben soll. Anderen Angaben zufolge wurde sein Arm nach einer Verletzung im Kampf amputiert. Seitdem trägt er den Spitznamen "der Einarmige".

Im März 2008 wurde er gemeinsam mit anderen Tschetschenen mit Waffen im Auto in Schweden festgenommen. Dafür musste er ein Jahr in einem schwedischen Gefängnis verbringen.

Mehrmals festgenommen, niemals ausgeliefert

Zweimal wurde Achmed Tschatajew auf Ersuchen Russlands festgenommen: 2010 in der Ukraine und 2011 an einem bulgarisch-türkischen Grenzübergang. An Russland wurde er aufgrund seines Status als Flüchtling allerdings nie ausgeliefert. Menschenrechtsorganisationen, darunter auch Amnesty International, hatten sich damals für Tschatajew eingesetzt.

Auch Georgien lieferte Achmed Tschatajew nicht aus, nachdem er dort mit zwei Granaten im Gepäck festgenommen wurde. Im Gegenteil: Nach einigen Monaten wurde er gegen Zahlung einer Kaution freigelassen.

Mitte 2015 teilten russische Sicherheitskräfte mit, Achmed Tschatajew sei in der Türkei für die Terrororganisation "Islamischer Staat" tätig. Im Oktober 2015 setzte der UN-Sicherheitsrat Tschatajew dann auf die Sanktionsliste der UN und empfahl, seine Bankkonten einzufrieren und ein Einreiseverbot gegen ihn zu verhängen.

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