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Kultur

Stau auf der Flucht vor Wirbelsturm "Rita"

Zwei Millionen Menschen haben sich im Süden der USA vor Hurrikan "Rita" in Sicherheit gebracht. Der Wirbelsturm hat inzwischen an Kraft verloren, gilt aber weiterhin als gefährlich. Am Samstag soll er die Küste treffen.

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Auch New Orleans ist wieder betroffen

Ausläufer des Hurrikans "Rita" drohen New Orleans in eine zweite Katastrophe zu stürzen: Nach heftigen Regenfällen brach unter dem Druck des heranziehenden Wirbelsturms am Freitag (23.9.2005) in der Stadt ein gerade geflickter Deich. Im betroffenen Viertel stehe das Wasser bis zu zwei Meter in den Straßen, berichtete der US-Sender CNN. Die Massenflucht vor dem heranrasenden Hurrikan stürzte die bedrohten US-Staaten Texas und Louisiana in ein Verkehrschaos.

Tod auf der Flucht

Weil zwei Millionen Menschen mit Autos und Bussen ins Landesinnere drängten, waren die Highways am Freitag hoffnungslos überlastet. Mindestens 24 Menschen starben, als ein Bus mit Flüchtlingen explodierte.

Wetterexperten schätzten, dass der Hurrikan am Samstag zwischen 14 und 17 Uhr (MESZ) auf Land treffen wird. Am Freitagabend (18 Uhr MESZ) gingen die Experten laut CNN davon aus, dass "Rita" in der Höhe von Port Arthur, rund 100 Kilometer östlich von Galveston, die Küste erreichen wird.

Mehr als 200 Kilometer pro Stunde schnell

Der Wirbelsturm schwächte sich am Freitag weiter ab. Er erreichte am frühen Nachmittag (Ortszeit) Windgeschwindigkeiten von 201 Kilometern pro Stunde und wurde in die Kategorie 3 herabgestuft. Experte Ed Rappaport im Hurrikan-Zentrum in Miami schloss nicht aus, dass "Rita" bis zur erwarteten Ankunft noch Energie verliert und als Hurrikan der Stufe 2 auf das Land trifft.

New Orleans erneut betroffen

In New Orleans fürchteten die Menschen nach dem ersten Deichbruch, dass der Wirbelsturm gut drei Wochen nach dem Hurrikan "Katrina" weite Teile der Stadt überfluten könnte, obwohl die Stadt nur von Ausläufern des Sturms getroffen werden dürfte. In der Südstaatenmetropole waren am Freitagmittag (Ortszeit) mindestens 30 Straßenzüge überschwemmt, nachdem ein Deich an mehreren Stellen gebrochen war. Das bestätigte der vor Ort eingesetzte US-General Bill Caldwell. Das Wasser stand am Deichbruch so hoch, dass die Schäden zunächst nicht untersucht werden konnten. Der Damm war bereits bei dem Ansturm von Hurrikan "Katrina" vor gut dreieinhalb Wochen gebrochen und danach notdürftig repariert worden.

Der Zeitpunkt für die Flucht ist vorbei

In Texas verstopften Zehntausende Flüchtlinge mit ihren Wagen die Highways. Autobahnen glichen riesigen Parkplätzen. Vielen Autos sei der Treibstoff ausgegangen, berichtete der Nachrichtensender CNN aus der Millionenstadt. Der Gouverneur von Texas, Rick Perry sagte, die Nationalgarde versorge liegen gebliebene Fahrzeuge mit Benzin. An den Straßen würden Notzapfsäulen aufgestellt und für alle Bürger seien Notunterkünfte vorhanden. Houstons Bürgermeister Bill White appellierte an die Bewohner: "Bitte verlassen Sie nicht mehr Ihre Häuser." Der Zeitpunkt für die Flucht sei überschritten. Wer Houston noch nicht verlassen habe, komme nicht mehr weg, berichteten Reporter.

24 Menschen starben, als ein Bus, der Hurrikan-Flüchtlinge von Houston nach Dallas bringen sollte, auf einer Autobahn in der Nähe des Zielortes explodierte. Nach Polizeiangeben sollen die Bremsen des Wagens Feuer gefangen haben und Sauerstoffflaschen im Fahrzeug explodiert sein.

Öl- und Chemieindustrie im Weg

Sollte der Wirbelsturm die Region von Houston und Galveston treffen, könnten Anlagen der Öl- und Chemieindustrie dort schwer beschädigt werden. Mindestens 18 von 25 Raffinerien, die sich auf dem berechneten Weg des Sturmes befinden, wurden geschlossen. Das sind rund 25 Prozent des landesweiten Öl-Bedarfs.

US-Präsident George W. Bush hat eine enge Zusammenarbeit aller Behörden in den Hurrikan-Gebieten versprochen. Bei einem Besuch bei der Katastrophenschutzbehörde des Bundes (FEMA) in Washington sagte er am Freitag: "Unsere Aufgabe besteht darin, die staatlichen und kommunalen Behörden zu unterstützen." Es werde dafür gesorgt, "dass meine Umgebung nicht den Leuten in die Quere kommt, die ihre Arbeit machen". Heimatschutzminister Michael Chertoff kündigte an, der Bund werde Evakuierten drei Monate lang die Miete bezahlen, deren Häuser oder Wohnungen vom Sturm zerstört wurden. (kap)

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