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Wirtschaft

Stationen der Krise (01.01.2013 - 30.06.2013)

Die Krise scheint nicht mehr akut zu sein. Sie ist chronisch geworden. Die Eurozone kämpft gegen Rezession und hohe Arbeitslosigkeit. Die wichtigsten Entwicklungen seit Jahresanfang.

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eine Flaschenpost am Strand gefüllt mit Euroscheinen

20.06.2013
Die Eurogruppe gibt grünes Licht für die Aufnahme Lettlands in das gemeinsame europäische Währungsgebiet. Das baltische Land will zum 1. Januar 2014 den Euro einführen.

Die Euro-Finanzminister verständigen sich auf Regeln zu direkten Bankenhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM. Der ESM solle von seinem Kreditvolumen von ursprünglich insgesamt 500 Milliarden Euro 60 Milliarden Euro für Finanzspritzen an Banken bereithalten, erklärt Eurogruppen-Chef Jeroen.

19.06.2013
Zypern stößt mit seiner Bitte um günstigere Bedingungen für die vereinbarten Finanzhilfen seiner internationalen Partner auf taube Ohren. Das Bundesfinanzministerium reagiert auf einen entsprechende Brief des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades mit der Feststellung, "auf den ersten Blick" sei nicht erkennbar, warum das Hilfsprogramm geändert werden sollte.

17.06.2013
Die Hilfsmilliarden der Euro-Partner an Griechenland sind nach Recherchen des globalisierungskritischen Bündnisses Attac zu mehr als drei Vierteln in den Kassen von Banken und reichen Kapitalanlegern gelandet. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, flossen von den 207 Milliarden Euro an Krediten, die bisher nach Athen überwiesen wurden, fast 160 Milliarden Euro an Geldhäuser und Kapitalanleger.

13.06.2013
Der Internationale Währungsfonds (IWF) bezeichnet die Wirtschaftsaussichten von Portugal als düster und die Bedingungen für einen Abbau des Schuldenbergs als "sehr fragil". Zugleich warnt der IWF die Euro-Partner in seinem Bericht, dass der politische und gesellschaftliche Rückhalt für das vereinbarte Sparprogramm in Portugal Risse zeige.

11.06.2013
Das Bundesverfassungsgericht verhandelt heute (Dienstag) über die Klagen gegen das Anti-Krisenprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) und den dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM. Zahlreiche Beschwerdeführer und Sachverständige werden zwei Tage lang erörtern, ob die umstrittenen EZB-Maßnahmen gegen das Grundgesetz und den EU-Vertrag verstoßen.

06.06.2013
Der Internationale Währungsfonds (IWF) löst mit seinen selbstkritischen Anmerkungen zum ersten Griechenland-Hilfspaket Verärgerung in Griechenland und bei der EU-Kommission aus. Zudem sorgt der Hinweis von IWF-Missionschef Poul Thomsen, dass die Euro-Partner sich verpflichtet hätten, dem Land notfalls weitere Schuldenentlastungen zu gewähren, für harsche Reaktionen in der Bundespolitik. Carsten Schneider, der SPD-Haushaltsexperte, fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den Bürgern noch vor der Wahlen im September klipp und klar zu sagen, das Griechenland zusätzliches Geld kosten werde.

 Der IWF hatte in einer rückschauenden Bewertung "bedeutsame Versäumnisse" und Misserfolge beim Griechenlands-Hilfspaket von 2010 im Umfang von 110 Milliarden Euro eingestanden. Auch habe er seine Standards für die Schuldentragfähigkeit aufgeweicht. Letztlich hat das Programm nach dem Urteil des IWF das Vertrauen der Investoren nicht wiederhergestellt.

05.06.2013
Lettland kann ab 1. Januar kommenden Jahres als 18. Land den Euro einführen. Das stellen EU-Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) in ihren Beitrittsberichten fest. Die beiden Institutionen bescheinigen dem Land fit für die Aufnahme zu sein, auch wenn die EZB einige Bedenken äußerte.

Die Schuldenkrise erfasst nun auch die finnische Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinkt im ersten Vierteljahr verglichen zum Vorquartal um 0,1 Prozent. Bereits im vierten Quartal 2012 war die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent zurückgegangen.

04.06.2013
Kleiner Lichtblick für das krisengeplagte Spanien: Die Zahl der Arbeitslosen sinkt im Mai um fast zwei Prozent oder 98.265 im Vergleich zum Vormonat. Damit haben 4,89 Millionen Spanier keinen Job. "Das sind die besten Daten, die wir seit Beginn der Krise gesehen haben", sagt Industrieminister Jose Manuel Soria.

29.05.2013
Mehrere hochverschuldete EU-Staaten sollen nach Empfehlung der Kommission in Brüssel mehr Zeit zum Defizitabbau bekommen. Zugleich müssen die Regierungen die Atempause beim Sparen aber zu tiefgreifenden Reformen nutzen. So sollen Frankreich und Spanien zwei Jahre mehr Zeit zu geben, um die Neuverschuldung unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu senken. Frankreich muss die Obergrenze damit erst 2015 und Spanien 2016 einhalten.

21.05.2013
Die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) unterzeichnet in Madrid eine Absichtserklärung, durch die mehr junge Spanier in Lohn und Brot gebracht werden sollen. Laut von der Leyens spanischer Kollegin Fatima Banez sollen 5000 Spanier pro Jahr Zugang zu einer Stelle oder einem Ausbildungsplatz in Deutschland erhalten können.

16.05.2013
Frankreichs Präsident Francois Hollande fordert eine gemeinsame Wirtschaftsregierung für die Euro-Zone, die ihr eigenes Budget hat. Die Gruppe der Euro-Länder solle auch eigene Anleihen ausgeben können, sagt Hollande in Paris.

15.05.2013
Die Kauflaune der Verbraucher hat die deutsche Wirtschaft vor einer Rezession bewahrt. Nur dank steigender Konsumausgaben schaffte sie von Januar bis März 2013 ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent.

3.05.2013
Die EU-Kommission will Spanien und Frankreich wegen der hartnäckigen Rezession zwei Jahre mehr Zeit zum Schuldenabbau geben.

2.05.2013
Die EZB senkt den Leitzins für die Eurozone auf ein Rekordniveau von 0,5 Prozent.

30.04.2013
Das Vorhaben, eine europäische Ratingagentur zu schaffen, ist vorerst gescheitert. Für das Projekt fanden sich nicht ausreichend Geldgeber.

Die Ratingagentur Moody's senkt die Kreditwürdigkeit Sloweniens um zwei Stufen auf "Ba1"(Ramsch) herab.

29.04.2013
Die Europäische Zentralbank weist die Kritik der Bundesbank zurück. Sie bedient sich in ihrer Stellungnahme für das Gericht eines Gutachten des Europarechtlers Frank Schorkopf. Darin heiße es mit Blick auf strittige EZB-Operationen: "Die Europäische Zentralbank handelt daher innerhalb ihres Mandates und erfüllt auch ihr Mandat". Um ihr Ziel der Geldwertstabilität zu gewährleisten, müsse die Geldpolitik auch die Finanzstabilität fördern.

26.04.2013
Die Bundesbank geht im Streit um die Rolle der EZB in der europäischen Rettungspolitik in die Offensive. Sie wirft der Europäischen Zentralbank in einer Stellungnahme für die mündliche Verhandlung zum Euro-Rettungsschirm ESM vor dem Bundesverfassungsgericht vor, mit dem Anleihenankaufprogramm (OMT) für klamme Euro-Staaten die Grenzen ihres Mandats zu überschreiten.

25.04.2013
Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel müsste die Europäische Zentralbank für Deutschland eigentlich die Zinsen erhöhen. "Die EZB sitzt natürlich in einer ganz schwierigen Situation", sagt sie auf dem Deutschen Sparkassentag in Dresden. "Sie müsste für Deutschland im Augenblick die Zinsen im Grunde wahrscheinlich etwas erhöhen, aber sie müsste für andere Länder eigentlich noch mehr tun dafür, dass noch mehr Liquidität zur Verfügung gestellt wird und vor allem, dass diese Liquidität für die Unternehmensfinanzierung ankommt."

24.04.2013
Italien leiht sich zu so günstigen Konditionen frisches Geld am Finanzmarkt wie seit 14 Jahren nicht mehr. Die Versteigerung einer zweijährigen Staatsanleihe spült 2,5 Milliarden Euro in die Kassen. Die Rendite fällt mit 1,167 Prozent so niedrig aus wie zuletzt 1999. Im März lag sie noch bei 1,75 Prozent. Experten zufolge hat das womöglich nahende Ende der Regierungskrise in Rom die Rendite gedrückt.

22.04.2013
Frankreich und Spanien haben 2012 mehr neue Schulden angehäuft als geplant. Das Defizit belaufe sich in Frankreich auf 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, teilt die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Angestrebt war ein Minus von 4,5 Prozent. Spanien kam auf ein Defizit von 10,6 Prozent, während die EU-Kommission mit 10,2 Prozent gerechnet hatte.

18.04.2013
Der Bundestag billigt die Rettung Zyperns vor der Staatspleite mit Milliarden-Hilfen der Euro-Zone.

16.04.2013
Die lodernde Schuldenkrise im Euro-Raum lässt beim Internationalen Währungsfonds die Alarmglocken schrillen. Ein Grund dafür ist das drohende Abgleiten Frankreichs in die Rezession, wie der IWF im Weltwirtschaftsausblick betont. Dem Eurozonen-Schwergewicht sagt der Fonds 2013 eine um 0,1 Prozent schrumpfenden Wirtschaftsleistung voraus: "Dies könnte Fragen aufwerfen hinsichtlich der Fähigkeit der Kernländer, den Randstaaten bei Bedarf zu helfen."

15.04.2013
Der Preis je Feinunze (31 Gramm) stürzte in London um bis zu 6,4 Prozent auf 1384,69 Dollar ab und kostet damit so wenig wie zuletzt Mitte März 2011. Schon am Freitag war der Goldpreis ins Rutschen gekommen, so dass er insgesamt in der Spitze seit Donnerstag um gut elf Prozent gefallen ist - so stark wie seit 30 Jahren nicht mehr binnen zwei Handelstagen. Ein Grund könnte, dass die Notenbank Zypern einen Teil der Goldreserven sehr wahrscheinlich verkaufen muss, um den Eigenanteil für die Rettung des Landes aufzubringen. Anleger befürchten, dass das Schule machen könnte.

12.04.2013
Die Euro-Gruppe stimmt dem Rettungspaket für Zypern mit Finanzhilfen der internationalen Geldgeber von zehn Milliarden Euro zu. Aus dem Rettungsschirm ESM sollen neun Milliarden Euro an Krediten fließen, während der Internationale Währungsfonds eine Milliarde Euro übernimmt.

Die Euro-Länder geben Irland und Portugal mehr Zeit für die Rückzahlung der milliardenschweren Hilfskredite aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF. Die Kreditlaufzeiten sollten um sieben Jahre verlängert werden, erklärt Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem.

10.04.2013
Die Unternehmen im krisengeplagten Spanien haben ihre Produktion im Februar den 18. Monat in Folge gedrosselt. Sie fiel um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

9.04.2013
Im Strudel der tiefen Rezession kehrt erstmals seit 1968 die Deflation nach Griechenland zurück. Die Preise für Waren und Dienstleistungen lagen im März durchschnittlich um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Menschen in Krisenländern der Euro-Zone und Steueroasen wie Luxemburg und Malta verfügen im Mittel über ein weit höheres Vermögen als die Deutschen. Das geht aus einer erstmals von der Europäischen Zentralbank (EZB) durchgeführten Studie über die finanziellen Verhältnisse der Bürger in der Währungsunion hervor. Grund für das auffallend niedrige mittlere Vermögen zum Beispiel in Deutschland und Österreich ist die Zahl an Eigenheimbesitzern hierzulande und im Nachbarland: sie liegt bei unter 50 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau in vielen Länder Südeuropas. Den Daten zufolge besitzen Deutsche im Mittel 51.400 Euro, Österreicher 76.400 Euro. Im gerade erst vor der Staatspleite geretteten Zypern haben die Menschen im Mittel ein Vermögen von 266.900 Euro, in Italien von 173.500 Euro und in Spanien von 182.700 Euro. Ganz oben auf der Liste stehen die Luxemburger, die im Mittel auf fast 400.000 Euro kommen. An der 2008 bis 2011 und damit lange vor den jüngsten Verschärfungen der Euro-Krise ausgeführten Studie hatten 62.000 Haushalte aus 15 der 17 Euro-Länder teilgenommen. Nicht erfasst sind Vermögen in Irland und Estland.

Das Euroland Slowenien könnte nach Einschätzung der Wirtschaftsorganisation OECD nächstes Sorgenkind in der europäischen Schuldenkrise werden. Dem unter einem maroden Bankensektor leidenden Land drohe ein längerer konjunktureller Abschwung, sollten nicht zusätzliche und weitreichende Reformen eingeleitet werden, kommentieren OECD-Ökonomen in einem Länderbericht.

Im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise sollte Deutschland nach Überzeugung von US-Starinvestor George Soros den Widerstand gegen Eurobonds aufgeben - oder aus der Währungsunion austreten.

6.04.2013
Herber Rückschlag für Portugals Regierung: Das Verfassungsgericht erklärt Teile des Sparpakets für unzulässig. Vier von neun Maßnahmen aus dem Haushaltsentwurf sind dem Urteil zufolge verfassungswidrig, unter anderem die Senkung der Arbeitslosenhilfe und Abstriche beim Urlaubsgeld für Beamte.

2.04.2013
Die Arbeitslosigkeit in den 17 Euro- Ländern erreicht den höchsten Stand seit elf Jahren. Im Februar waren 19,07 Millionen Menschen in der Eurozone ohne Job, 33.000 mehr als im Januar. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von zwölf Prozent.

28.03.2013
Trotz langer Schlangen vor den Banken bleibt auf Zypern der befürchtete Massenansturm auf die Konten aus. Kunden können sich nach rund zweiwöchiger Zwangspause wieder mit Geld eindecken. Vorerst darf jeder höchstens 300 Euro pro Tag abheben, damit den klammen Banken der Insel-Republik nicht auf einen Schlag das Geld ausgeht.

25.03.2013
Die Staatspleite Zyperns ist in letzter Minute abgewendet worden. Die Regierung des überschuldeten Euro-Landes einigt sich nach einer teilweise dramatischen Nachtsitzung mit ihren Geldgebern auf einen neuen Rettungsplan. Gläubiger und Kunden der beiden größten Banken des Landes, der Bank of Cyprus und der Laiki Bank, werden dabei Geld verlieren - wie viel genau, steht noch nicht fest. Der neue Plan sieht vor, dass die Laiki Bank - die zweitgrößte des Landes - geschlossen wird und damit Tausende Jobs wegfallen. Die Konten mit Beträgen bis zu 100.000 Euro, die gesetzlich von der Einlagensicherung geschützt sind, werden auf die größte Bank, die Bank of Cyprus, übergehen. Einlagen der Laiki Bank oberhalb dieser Summe werden eingefroren und in eine Bad Bank übertragen.

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew reagiert mit Empörung auf den Rettungsplan für Zypern, der mit massiven Verlusten für ausländische Anleger auf der Mittelmeerinsel verbunden ist. "Meiner Meinung nach geht der Diebstahl von dem, was bereits gestohlen wurde, weiter", sagt Medwedew vor Regierungsvertretern in Moskau.

Die Rettung Zyperns über die Restrukturierung seiner Großbanken markiert nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem einen Einschnitt im Kampf gegen die Schulden- und Bankenkrise in der Euro-Zone. Zum einen stehe der Fall Zypern Modell für den Umgang mit drohenden Bankpleiten in der Zukunft, erklärt Dijsselbloem in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters und der Wirtschaftszeitung "Financial Times" in Brüssel. Zum anderen sei klar, dass auch andere Länder mit übergroßem Bankensektor diesen verkleinern müssten.

Zyperns Banken bleiben doch länger geschlossen als zuletzt geplant. Die Zentralbank des Mittelmeerstaats teilt mit, alle Banken blieben bis einschließlich Mittwoch zu.


22.03.2013
Die Euro-Finanzminister werden in einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz um 18.00 Uhr erneut über die Lage in Zypern beraten.
Russland will vor der Entscheidung über eine Beteiligung an der Zypern-Rettung das Votum von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds abwarten.

Die Bundesregierung hält die Einbeziehung des zyprischen Pensionsfonds bei der Lösung der Finanzkrise in dem Mittelmeerstaat für den falschen Weg. Es sei "nicht leicht nachzuvollziehen", warum das Anzapfen der Fonds eine "besonders gute Idee sein soll", sagt Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Der "Plan B" der zyprischen Regierung zur Rettung des Landes steht so vor dem Scheitern.

Das zyprische Parlament verabschiedet Teile eines Maßnahmenpakets, mit dem der Weg für internationale Finanzhilfen für das von der Pleite bedrohte Land freigemacht werden soll. Die Abgeordneten stimmen der Schaffung eines Solidaritätsfonds über staatliche Vermögenswerte zu, der die Grundlage zur Ausgabe von Notanleihen werden soll. Außerdem ermächtigen sie die Regierung, Kapitalverkehrskontrollen zu verhängen.

20.03.2013
Zypern bemüht sich nach dem vorerst gescheiterten EU-Rettungsplan nun um Hilfen aus Russland.

19.03.2013
Die zyprische Regierung einigt sich bei der umstrittenen Zwangsabgabe für Bank-Kunden auf einen neuen Entwurf, der kleine Sparer ausnimmt. Bei Einlagen bis zu 20.000 Euro wird demnach keine Teil-Enteignung vorgenommen, wie aus dem Entwurf hervorgeht, der am Dienstag an das Parlament übermittelt wird. Bei Summen zwischen 20.000 und 100.000 Euro ist eine Abgabe von 6,75 Prozent vorgesehen, oberhalb von 100.000 Euro von 9,9 Prozent.

Zyperns Parlament lehnt die ummstrittene Zwangsabgabe für Bank-Kunden ab. Kein einziger Abgeordneter stimmt mit "Ja". Damit ist die Voraussetzung für das EU-Rettungspaket nicht erfüllt.

18.03.2013
Russlands Präsident Wladimir Putin warnt eindringlich vor der Verabschiedung der geplanten Zypern-Sonderabgabe. Diese Abgabe in der vorgeschlagenen Form sei "unfair, unprofessionell und gefährlich", sagt ein Sprecher Putins nach einem Sondertreffen zu dem Thema. Viele Russen haben ihr Geld in Zypern angelegt. Das Parlament in Zypern wird erst am Dienstag über die umstrittene Beteiligung von Bank-Einlagen an dem EU-Rettungsprogramm entscheiden.

Die Finanzminister der Euro-Zone räumen Zypern mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Zwangsabgabe ein und empfehlen eine Schonung von Kleinanlegern. Auf der Telefonkonferenz sind sie sich darin einig, dass Sparer mit weniger als 100.000 Euro auf dem Konto verschont werden sollten. Dennoch müsse Zypern noch immer wie geplant mit der Sondersteuer 5,8 Milliarden Euro auftreiben.

17.03.2013
In Zypern stößt die von den Euro-Finanzministern zur Rettung vor der Staatspleite durchgesetzte Zwangsabgabe auf alle Bankguthaben auf Widerstand. Präsident Nikos Anastasiades verschob am Sonntag die Abstimmung der Abgeordneten um einen Tag auf Montag - ob das Eilgesetz eine Mehrheit bekommt, war offen. Die Bevölkerung plündert die Geldautomaten, Überweisungen waren aber unmöglich.

16.03.2013
Die Kunden von Banken in Zypern sollen sich mit einer Sonderabgabe an der Rettung der Geldhäuser beteiligen. EZB-Direktor Jörg Asmussen äußert nach der Einigung auf ein Rettungspaket für Zypern in der Nacht zum Samstag die Erwartung, dass das zyprische Parlament noch am Wochenende ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, das noch vor der nächsten Öffnung der Banken am Dienstag in Kraft tritt. Am Montag sind die Banken in Zypern geschlossen.

15.03.2013
Wegen der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten erhält Portugal von seinen internationalen Geldgebern mehr Zeit zum Stopfen der Haushaltslöcher. Das Land muss die EU-Obergrenze zur Neuverschuldung in Höhe von drei Prozent der Wirtschaftsleistung nun erst 2015 - und damit ein Jahr später als zunächst vereinbart – einhalten.

13.03.2013
Irland kommt dem Ziel eines von internationalen Hilfen unabhängigen Staatshaushalts näher. Erstmals seit der Rettung vor der Staatspleite vor gut zwei Jahren zapft das Land den Kapitalmarkt erfolgreich mit einer neuen zehnjährigen Anleihe an. Irland leiht sich fünf Milliarden Euro von Investoren. Das ist mehr als doppelt so viel wie erwartet, weil die Nachfrage überwältigend war. Die Durchschnittsrendite lag Händlern zufolge bei 4,15 Prozent.

12.03.2013
Frankreich beziffert erstmals konkret, wie deutlich das Land in diesem Jahr die EU-Obergrenze von drei Prozent bei der Neuverschuldung verfehlen wird. Das Defizit werde wohl bei 3,7 Prozent liegen, "auch wenn wir versuchen, es darunter zu drücken", sagt Präsident Francoise Hollande.

Die griechische Wirtschaft lässt auch im sechsten Rezessionsjahr Zeichen einer Erholung vermissen. Die Industrieproduktion brach im Januar mit einem Minus von 4,8 Prozent so stark ein wie seit vier Monaten nicht.

09.03.2013
Ohne Italien würde der Euro nach Einschätzung des neuen Vorsitzenden des deutschen Sachverständigenrates, Christoph Schmidt, zerbrechen. Schmidt warnt in einem Interview der "Welt": "Wenn Italien ausscheiden sollte, würde die Währungsunion wohl nicht überleben."

08.03.2013
Nach tagelangem Anlauf schafft der Dax den Sprung über die 8000-Punkte-Hürde. Der Leitindex notiert erstmals seit Januar 2008 über der psychologisch wichtigen Marke. Damit nimmt der deutsche Aktienmarkt nun das bisherige Rekordhoch von 8151,57 Zählern aus dem Jahr 2007 ins Visier.

Wegen des unklaren Wahlausgangs und der anhaltenden Rezession stuft die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Italiens herab. Die Bonität werde nur noch mit "BBB+" und damit eine Stufe unter der bisherigen Note "A-" bewertet, teilt die Agentur am Freitagabend mit. Der Ausblick sei negativ.

02.03.2013
In Portugal fordern Hunderttausende Menschen ein Ende des Sparkurses und den Rücktritt der Regierung. Die Regierung in Lissabon hatte erst vor wenigen Tagen neue Steuererhöhungen angekündigt, die den von Rezession und hoher Arbeitslosigkeit gebeutelten Bürgern noch weniger Geld in den Taschen lassen wird. Allein in der Hauptstadt Lissabon gehen rund 200.000 Menschen auf die Straße.

01.03.2013
Die Schuldenkrise treibt die Arbeitslosigkeit in den 17 Euro-Ländern erneut auf einen Rekord. Im Januar waren im Euroraum knapp 19 Millionen Menschen ohne Beschäftigung, so viele wie nie zuvor seit Einführung der Gemeinschaftswährung, meldet die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg.

Zypern lehnt einen Schuldenschnitt bei Spareinlagen von Bank-Kunden kategorisch ab. "Es könnte wirklich keine dümmere Idee geben", sagt der neue Finanzminister des hoch verschuldeten Euro-Landes, Michael Sarris. Er schloss aus, dass es zu solchen Schritten kommen könnte, damit Zypern von den anderen Ländern der Euro-Zone milliardenschwere Hilfen bekommt.

27.02.2013
Italien muss die unklaren politischen Machtverhältnisse mit steigenden Zinskosten bezahlen. Bei der ersten Versteigerung einer zehnjährigen Staatsanleihe nach der Wahl klettert die Rendite auf 4,83 Prozent - und damit auf den höchsten Wert seit Oktober 2012.

26.02.2013
Die drohende Blockade in Italien nach der Wahl löst an den Börsen Furcht vor einem Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise ausgelöst. Die Anleger werfen vor allem italienische Aktien und Anleihen aus ihren Depots. In deren Sog rauschen auch spanische Wertpapiere in die Tiefe.

25.02.2013
Italien droht nach der Parlamentswahl eine Hängepartie um die Regierungsbildung.

23.02.2013
Rückschlag für Großbritannien: Erstmals entzieht eine der drei großen Ratingagenturen dem EU-Land die Bestnote bei der Kreditwürdigkeit. Moody's senkt den Daumen und stuft die Bonität der Briten von Aaa um eine Stufe auf Aa1 herab. Ursachen seien die schwache Konjunktur und die steigende Verschuldung, teilt die US-Ratingagentur in London mit.

22.02.2013
Der deutsche Staat erzielt einen größeren Überschuss als zunächst erwartet. Der Überschuss lag 2012 bei 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung statt wie zunächst berechnet bei 0,1 Prozent. Der Fiskus profitierte von der robusten Konjunktur im Gesamtjahr und nahm unter dem Strich mehr ein, als er ausgab (rund 4,2 Milliarden Euro). Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen erzielten damit unter dem Strich erstmals seit 2007 einen Überschuss. 2011 hatte Deutschland mit 0,8 Prozent gesamtstaatlichem Defizit abgeschlossen.

20.02.2013
Massive Streiks gegen höhere Steuern und gekürzte Löhne lähmen Griechenland gelähmt. Die Fähren bleiben in den Häfen. Staatliche Schulen sind geschlossen. In Krankenhäusern gibt es nur einen Notdienst. Allein in Athen protestieren mehr als 60.000 Menschen.

14.02.2013
Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent. Genau so stark ging die Wirtschaft der Eurozone zurück.

Die EU-Kommission legt ihren Vorschlag für die Einführung einer Finanzstransaktionssteuer in Deutschland und zehn weiteren EU-Ländern vor. Die Abgabe auf Bank- und Börsengeschäfte soll den beteiligten Staaten Einnahmen in Höhe von 30 bis 35 Milliarden Euro einbringen.

13.02.2013
Frankreichs Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault räumt erstmals öffentlich ein, dass sein Land das Defizitziel von drei Prozent für dieses Jahr verfehlen dürfte.

07.02.2013
Die EZB hält den Leitzins im Euroraum wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent.

05.02.2013
Das US-Justizministerium will wegen der im Rückblick zu positiven Bewertungen bestimmter Wertpapiere im Jahr 2007 gegen die Ratingagentur S&P klagen.

Die Unsicherheit ist zurück: Nach einer wochenlangen Kursrally stehen die globalen Aktienmärkte wieder unter Druck. Auch der Euro hat seinen Höhenflug zunächst abgebrochen. Grund ist abermals die europäische Schuldenkrise. In Spanien sehen sich Ministerpräsident Mariano Rajoy und zahlreiche Parteifreunde Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. In Italien scheint die Popularität des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi vor den Parlamentswahlen zuzunehmen.

Die Ratingagentur Fitch senkt den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Niederlande auf "negativ". Damit wird eine Herabstufung der Topbonität in den kommenden Monaten wahrscheinlicher. Bisher bewertet Fitch das Euro-Land mit der Top-Note "AAA".

30.01.2013
Die Zinskosten für Italien sind weiter rückläufig. Das Land besorgt sich frisches Kapital so günstig wie seit Oktober 2010 nicht mehr.

28.01.2013
Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew signalisiert Hilfsbereitschaft für Zypern. Allerdings müsse die größte Last bei der Lösung der Probleme von Zypern selbst und den Staaten der Europäischen Union (EU) übernommen werden, sagt Medwedew.

25.01.2013
Die Banken des Euroraums zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich mehr an Krisenhilfe zurück als erwartet. In einer ersten Runde fließen der Notenbank insgesamt 137,2 Milliarden Euro zu. Die Erwartungen lagen zwischen 50 und 100 Milliarden Euro. Bei den Mitteln handelt es sich um Gelder aus der Ende 2011 gewährten Langfristhilfe der EZB. Sie hat eine ungewöhnlich lange Laufzeit von bis zu drei Jahren.

23.01.2013
Die Eurozone bleibt nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) auch in diesem Jahr in der Rezession. Die Wirtschaftsleistung werde 2013 um 0,2 Prozent schrumpfen, heißt es im Weltwirtschaftsausblick der Organisation. Bisher ging der IWF von einem Wachstum von 0,2 Prozent aus.

Portugal besorgt sich durch die Ausgabe von Bonds mit fünfjähriger Laufzeit 2,5 Milliarden Euro. Dank hoher Nachfrage muss das Land mit 4,891 Prozent eine deutlich niedrigere Rendite bieten als zunächst erwartet.

21.01.2013
Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem wird als neuer Euro-Gruppen-Chef bestätigt.

Deutschland hat seinen Exportüberschuss 2012 über die von der EU-Kommission vorgegebene Warnschwelle gesteigert. Er beträgt 169 Milliarden und entspricht 6,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die EU-Kommission stuft einen Wert von mehr als sechs Prozent als stabilitätsgefährdend ein.

16.01.2013
Das Europaparlament beschließt: Ratingagenturen müssen sich in der EU ab dem Frühjahr an schärfere Regeln halten. Anleger können künftig Unternehmen wie Moody's, Fitch oder Standard & Poor's für schwere Fehler bei Bewertungen haftbar machen. Zudem dürfen Ratingagenturen EU-Staaten nur noch zu festen Terminen bewerten.

15.01.2013
Die deutsche Wirtschaft ist 2012 nach zwei Boomjahren nur um 0,7 Prozent gewachsen.

08.01.2013
Bei seinem ersten Auftritt am Finanzmarkt versteigerte der neue Euro-Rettungsschirm ESM für 1,93 Milliarden Euro Papiere mit einer Laufzeit von drei Monaten und kassierte sogleich eine Prämie von den Anlegern. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone erreicht den Rekordwert von 11,8 Prozent.

zdh/iw (rtr, AFP, dpa, dapd)

 

16.05.2013