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Wirtschaft

Stationen der Krise (01.01.2012 - 30.06.2012)

Griechenland, das Ursprungsland der Schuldenkrise, beherrschte weiter die Schlagzeilen. Nach einem Schuldenschnitt und zwei Parlamentswahlen fragen sich viele: Ist das Land noch in der Eurozone zu halten?

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Symbolbild Chronik der Krise

29.06.2012
Auf Drängen Italiens beschließen die 17 Staats- und Regierungschefs am frühen Freitagmorgen in Brüssel, dass ein Land bei Stützungsaktionen am Anleihemarkt keine zusätzlichen Auflagen über die reguläre EU-Finanzkontrolle hinaus erfüllen muss. Spanien setzt eine Erleichterung für die Bankenhilfen vom Euro-Rettungsschirm durch. Mittelfristig kann der Rettungsfonds Banken direkt stützen. Voraussetzung ist die Schaffung einer europäischen Bankenaufsicht. In Spanien sind die Bankeinlagen auf den tiefsten Stand seit Oktober 2008 gefallen.

In Deutschland geben Bundestag und Bundesrat dem Fiskalpakt und dem Rettungsfonds ESM die Zustimmung.

28.06.2012
Bei einer Anleihenauktion steigt der Zinssatz für zehnjährige italienische Papiere auf 6,19 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Dezember.

27.06.2012
Die Eurogruppe nimmt die Hilfsanträge von Spanien und Zypern an. Die Finanzminister der Eurozone veranschlagen für spanische Banken einen Bedarf von 51 bis 62 Milliarden Euro - "plus Sicherheitspuffer". Im scharfen Gegensatz zu Griechenland will Portugal nicht an den Auflagen für Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds rütteln.

26.06.2012
Die rasante Neuverschuldung in Spanien gefährdet die Sparziele des hoch verschuldeten Euro-Landes. Bereits Ende Mai lag das Haushaltsdefizit bei 3,4 Prozent der Wirtschaftsleistung und damit nur knapp unter der Vorgabe von 3,5 Prozent für das Gesamtjahr.

Völlig überraschend schließt Bundeskanzlerin Angela Merkel Eurobonds für immer aus. In der FDP-Fraktion sagt sie, eine "gesamtschuldnerische Haftung", also auch Euro-Bonds, werde es nicht geben "solange ich lebe".

25.06.2012
Spanien beantragt formal EU-Hilfen für seinen angeschlagenen Bankensektor in Höhe von bis zu 100 Milliarden. Der französische Finanzminister Pierre Moscovici rechnet mit einem Haushaltsloch zwischen sieben bis zehn Milliarden Euro.

23.06.2012
Mit Steuersenkungen sowie Hilfen für Arme und Arbeitslose will die neue griechische Regierung die Folgen ihres Sparprogramms abmildern. Zudem will Athen Entlassungen im öffentlichen Dienst stoppen und fordert mehr Zeit zur Tilgung seiner Schulden. Bundesbankchef Jens Weidmann weist den Vorschlag des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti zurück, die Euro-Rettungsfonds könnten Staatsanleihen von unter Druck stehenden europäischen Ländern aufkaufen. "Der Vorschlag Montis läuft auf eine durch die EU-Verträge verbotene Staatsfinanzierung durch die Notenpresse hinaus", so Weidmann.

22.06.2012
Die vier größten Wirtschaftsnationen der Eurozone einigen sich in Rom auf ein Wachstumsprogramm in Höhe von 130 Milliarden Euro. Diese Summe entspricht einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Europäischen Union.

Die EZB lockert weiter die Anforderungen an Wertpapiere, die Banken bei den Refinanzierungsgeschäften mit der Zentralbank als Sicherheiten benutzen können. Dadurch wird es für die Banken leichter, verbriefte Hypothekenkredite künftig in größerem Umfang als Pfand zu benutzen. Viele spanische Banken halten nach dem Immobilienboom der vergangenen Jahre massenweise solche Papiere. Wegen der geplatzten Immobilienblase sind sie jedoch großteils von recht niedriger Qualität oder von den Ratingagenturen sogar auf Ramschniveau herabgestuft worden.

Das slowakische Parlament ratifiziert den Euro-Rettungsschirm ESM. Damit stimmt das sechse Euro-Land nach Frankreich, Griechenland, Portugal, Finnland und Slowenien dem Hilfsmechanismus zu. An den Start gehen kann der ESM erst, wenn so viele Euro-Länder den Rettungsschirm genehmigt haben, dass mindestens 90 Prozent des eingeplanten Kapitals vertreten sind.

21.06.2012
Die Ratingagentur Moody's stuft die Bonität von 15 weltweit tätigen Banken herab, darunter auch die Deutsche Bank und mehrere US-Häuser.

Der Internationale Währungsfonds fordert die Europäische Zentralbank zu einem aktiveren Eingreifen in die Euro-Schuldenkrise auf. Kurzfristig sei eine "kreative, innovative Geldpolitik" notwendig, erklärt IWF-Chefin Christine Lagarde nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern in Luxemburg. Dazu gehöre nicht nur eine Zinssenkung, sondern auch der erneute Einsatz unkonventioneller Instrumente. Die Zentralbank könne ihr Anleihekaufprogramm wieder auflegen, den Banken erneut massive Liquiditätsspritzen geben oder andere Formen einer quantitativen Lockerung einführen.

In Deutschland stößt der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM auf Schwierigkeiten. Das Bundesverfassungsgericht werde Bundespräsident Joachim Gauck bitten, das Ende Juni in Bundestag und Bundesrat zur Verabschiedung anstehende Gesetz vorerst nicht zu unterschreiben, so eine Sprecherin. Weil eine Verfassungsklage gegen das Gesetz anstehe, benötige das Gericht Zeit, um das umfangreiche Material zu prüfen.

In Spanien wird der Finanzierungsbedarf der dortigen Banken auf 62 Milliarden Euro geschätzt.

20.06.2012
Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) glaubt nicht an einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone. "Ich befürchte, dass Griechenland auf Dauer nicht zu halten ist", sagt BVR-Präsident Uwe Fröhlich vor dem Frankfurter Wirtschaftspresseclub.

19.06.2012
Trotz des Widerstands aus Deutschland hofft Frankreichs Präsident Francois Hollande auf die Einführung von Euro-Bills. Sie würden Laufzeiten von bis zu einem Jahr haben und deshalb geringere Garantien erfordern als Bonds mit mehrjähriger Laufzeit.

18.06.2012
Die G20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer drängen die Europäer nach der Wahl in Griechenland, endlich ihre Staatsschuldenkrise zu lösen. Die Euro-Staaten müssten den Teufelskreis aus angeschlagenen Banken und ausufernden Staatsschulden durchbrechen, fordern Vertreter aus Schwellenländern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt jegliche Lockerung der Reformauflagen für Griechenland ab. Die neue griechische Regierung müsse die gemachten Zusagen gegenüber der internationalen Gemeinschaft einhalten, sagt Merkel nach der Ankunft auf dem G20-Gipfel im mexikanischen Los Chabos. Spanien fordert erneut ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank.

17.06.2012
Bei der Parlamentswahl in Griechenland gewinnt die die konservative Partei "Neue Demokratie" mit 29,7 Prozent der Stimmen. Das Linksbündnis Syriza wird mit 26,9 Prozent zweitstärkste Kraft. Für die sozialistische Pasok stimmten 12,3 Prozent.

16.06.2012
Rund 200.000 Menschen protestieren nach Angaben der Organisatoren in Rom gegen die Sparpolitik des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti protestiert.

15.06.2012
Der Schuldenberg Spaniens ist im ersten Quartal weiter gewachsen. Ende März lagen die Verbindlichkeiten bei 72,1 Prozent der Wirtschaftsleistung.

14.06.2012
Wenige Tage vor der griechischen Parlamentswahl bekräftigt die radikale Linkspartei Syriza ihre Entschlossenheit, sich bei einem Sieg von den Reform- und Sparauflagen der Geldgeber zu verabschieden. Angela Merkel warnt im Bundestag vor einer Überforderung Deutschlands.

13.06.2012
Die Ratingagentur Moody's senkt die Kreditwürdigkeit des Euro-Mitglieds Zyperns um zwei Noten. Die Bewertung laute nun Ba3 nach zuvor Ba1, teilt die Agentur mit. Moody's droht mit einer weiteren Herabstufung.

12.06.2012
Die Lage an den Anleihemärkten für Spanien und Italien trübte sich weiter ein. Die Rendite für zehnjährige spanische Staatsanleihen klettert wieder über die Marke von 6,5 Prozent. In Italien steigt der Effektivzins über die Schwelle von 6,0 Prozent.

Italiens Regierungschef Mario Monti reagiert verärgert auf die Äußerung der österreichischen Finanzministerin Maria Fekter, es könne sein, dass Italien bald Finanzhilfen benötige. "Ich halte es für völlig unangebracht, dass sich eine Finanzministerin aus der EU zu der Lage in einem anderen Mitgliedsland äußert - und insbesondere so äußert, wie sie es getan hat", so Monti auf einer Pressekonferenz in Rom.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sagt in einem CNN-Interview, es blieben nicht einmal drei Monate, um die Eurokrise zu lösen.

Laut der Ratingagentur Fitch könnten die Ansteckungseffekte bei einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone dazu führen, dass die letzten vier Euroländer mit der Top-Note "AAA" - das sind Deutschland, Luxemburg, Finnland und die Niederlande - diese verlieren.

Der US-Ökonom Nouriel Roubini warnt vor einem Stopp der Finanzhilfen für Griechenland nach der Wahl am Sonntag gewarnt. "Wer den Griechen den Stecker zieht, provoziert den totalen Zusammenbruch der Euro-Zone", so Roubini. Der Euro rutscht wieder unter die Marke von 1,25 US-Dollar.

11.06.2012
Italiens Wirtschaft ist Anfang 2012 so stark geschrumpft wie seit drei Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März ging zum Vorquartal um 0,8 Prozent zurück. Die Verbraucher gaben ein Prozent weniger aus und bremsten die Konjunktur damit deutlich.

Die österreichische Finanzministerin Österreichs Finanzministerin Maria Fekter schließt nicht aus, dass auch das angeschlagene Italien Finanzhilfen seiner europäischen Partner in Anspruch nehmen könnte. Italien müsse sich selbst aus seinem wirtschaftlichen Dilemma hoher Defizite und Schulden befreien, sagt sie im österreichischen Fernsehen. Aber es könne natürlich sein, dass Italien angesichts der hohen Zinsen, die das Land bereits zur Refinanzierung an den Märkten zahlen müsse, auf zusätzliche Hilfen angewiesen sei, so Fekter.

Zypern muss womöglich noch im Juni Hilfen vom europäischen Rettungsfonds beantragen. "Das Thema ist dringend. Wir wissen, dass die Rekapitalisierung der Banken bis zum 30. Juni abgeschlossen sein muss", sagt Finanzminister Vassos Shiarly.

10.06.2012
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat Zweifel, dass die Eurozone in der jetzigen Verfassung eine Zukunft hat. Einer Rückkehr zur D-Mark erteilt er jedoch eine kategorische Absage. "So, wie es im Moment läuft, kann die Währungsunion nicht nachhaltig funktionieren", sagt Weidmann der "Welt am Sonntag". "Notwendig ist vielmehr Klarheit darüber, ob wir den Weg zu einer Fiskalunion gehen wollen, oder ob wir weiterhin auf eigenverantwortliche nationale Haushaltspolitik setzen. Im letzteren Fall müsste die gemeinschaftliche Haftung natürlich eng begrenzt werden."

09.06.2012
Spanien beantragt EU-Hilfen zur Rettung seiner angeschlagenen Banken. Die EU habe sich darauf geeinigt, dem Land bis zu 100 Milliarden Euro bereitzustellen, heißt es in einer EU-Erklärung. Details wie die genaue Summe werde Spanien in den kommenden Tagen bekanntgeben, sagte Finanzminister Luis de Guindos. Der spanische Bankenfonds (FROB) werde das Geld erhalten. Es sei jedoch noch nicht klar, ob die Summe aus dem Euro-Schutzschirm EFSF oder dem permanenten Rettungsmechanismus ESM kommen solle, erklärte de Guindos weiter. Klar ist, dass Spanien keine harten Auflagen für seine Fiskalpolitik fürchten muss.

08.06.2012
Laut Reuters knickt die spanische Regierung nach langem Ringen ein und stellt voraussichtlich am Wochenende beim Euro-Rettungsfonds EFSF einen Hilfsantrag zur Rekapitalisierung seiner angeschlagenen Banken.

07.06.2012
Die anhaltende Schuldenkrise hat das Vertrauen des chinesischen Staatsfonds CIC in Europa erschüttert. Der Fonds mit einem Vermögen von 410 Milliarden Dollar fürchtet, dass die Währungsunion auseinanderbricht. "Wir finden derzeit, dass es zu viel Risiko an Europas öffentlichen Märkten gibt", sagt CIC-Chef Lou Jiwei dem "Wall Street Journal".

06.06.2012
EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier stellt den lange erwarteten Gesetzentwurf zur Bewältigung von Bankenkrisen vor. Demnach sollen Krisenbanken in Zukunft pleitegehen können und den Steuerzahler nicht mehr zu milliardenschweren Rettungsaktionen zwingen. Das Gesetzt soll den Aufsichtsbehörden zudem stärkere vorbeugende Eingriffe ermöglichen. Mit einem neuen Krisenfonds schafft es ein Instrument, um Banken zu sanieren oder zu schließen. Nach dem Plan der Kommission müssten sich die nationalen Krisenfonds in der EU gegenseitig unterstützen. Das könnte dazu führen, dass deutsche Sparer, indirekt über ihre Banken, für Banken anderer Länder einspringen müssten.

Die Industrieproduktion in Spanien ist im April um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat eingebrochen.

05.06.2012
Die sieben größten Industriestaaten (G7) verständigen sich auf eine Zusammenarbeit zur Überwindung der Euro-Krise. Die G7 seien sich darin einig, die Probleme in Spanien und Griechenland gemeinsam zu überwinden, erklärt der japanische Finanzminister Jun Azumi. Japan habe sein Vertrauen ausgedrückt, dass Europa die Krise in den Griff bekommen werde.

Die EU-Kommission sowie Spanien, Italien und Frankreich plädieren für eine direkte Rekapitalisierung von Banken aus dem Euro-Rettungsfonds. Deutschland pocht auf die bestehenden Regeln, nach denen Finanzhilfen an Banken nur indirekt über den betroffenen Mitgliedstaat gewährt werden können.

Erstmals räumt Spanien Probleme bei der Beschaffung von frischem Geld auf den Finanzmärkten ein. "Die Tür zu den Märkten steht uns derzeit nicht offen", sagt Finanzminister Cristóbal Montoro in einem Radiointerview. Der Grund liege in den hohen Zinsen, die Spanien für seine Staatsanleihen bieten müsse.

04.06.2012
China bereitet sich auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vor. Die Regierung habe staatliche Behörden wie die Zentralbank, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission sowie die Bankenaufsicht angewiesen, Notfallpläne zu erörtern, berichtet Reuters.

China bekräftigt seine Unterstützung der Euro-Zone im Kampf gegen die Schuldenkrise. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt werde auch künftig in Staatsanleihen aus der Währungsgemeinschaft und andere Vermögensanlagen investieren, kündigt Zentralbank-Chef Zhou Xiaochuan in der Zeitung "Chinese Business News" an. "Voraussetzung ist sicherlich, dass wir in diesen Ländern Reformen sehen, und dass sich diese Investitionen auszahlen", sagt Zhou.

03.06.2012
Deutschland, Spanien und auch Italien senden am Wochenende das Signal aus, dass Europa enger zusammenrücken muss, um die Euro-Krise zu bewältigen. Über den Weg und die Mittel herrscht aber noch keine Einigkeit. Während Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy in der Not die Schaffung einer Euro-Fiskalbehörde anregt, fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel eine echte politische Union mit stärkeren Zugriffsrechten, um Schuldenländer notfalls auch zur Haushaltskonsolidierung zwingen zu können.

02.06.2012
Die Rettung des Euro hängt nach Einschätzung des US-Großinvestors George Soros an Deutschland, zur Lösung der Krise habe die Bundesregierung nur noch rund drei Monate Zeit. Viel Hoffnung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Position bis dahin ändere und schwächeren Ländern stärker helfe, habe er aber nicht, so Soros auf einer Wirtschaftskonferenz im italienischen Trient. Italiens Ministerpräsident Mario Monti zeigt sich trotz der ablehnenden Haltung Deutschlands überzeugt von einer baldigen Einführung von Euro-Bonds. "Ich glaube, wir werden Euro-Bonds in der einen oder in der anderen Form bekommen, weil unsere Union (in der Euro-Zone) immer integrierter wird", sagt Monti einer griechischen Zeitung.

30.05.2012
Deutschland kann sich zurzeit faktisch zum Nulltarif frisches Kapital besorgen. Die Rendite für zweijährige deutsche Staatsanleihen sinkt auf genau null Prozent.

Die EU-Kommission will Spanien unter bestimmten Bedingungen bis 2014 und damit ein Jahr länger Zeit geben, sein Defizit auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu senken. Zudem strebt die Kommission eine Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion an. Es könnte eine "Bank-Union" in der Eurozone mit einer gemeinsamen Aufsicht geben. Eurobonds gehören ebenfalls in dieses Langfrist-Vorhaben. Auch direkte Bankenhilfen des neuen ständigen Rettungsfonds ESM könnten möglich sein.

Der Euro fällt unter die Marke von 1,24 Dollar auf bis zu 1,2387 Dollar und notiert damit so niedrig wie seit dem 1. Juli 2010 nicht mehr.

29.05.2012
Die spanische Bankenkrise spitzt sich zu. Beteuerungen der spanischen Regierung, die notwendige Milliardenunterstützung für marode Banken ohne europäische Hilfe stemmen zu können, wird an den Märkten zunehmend misstraut. Die Talfahrt der Bankenkurse setzt sich fort. Die Muttergesellschaft BFA der spanischen Krisenbank Bankia hatte zuvor für 2011 Verluste in Milliardenhöhe eingeräumt, nachdem noch im April für das Vorjahr Gewinne ausgewiesen wurden.

In der Rezession schnallen die spanischen Verbraucher den Gürtel noch enger. Der Einzelhandel beklagt einen Rückgang der Umsätze im Jahresvergleich um 11,3 Prozent. Dies ist der stärkste Einbruch seit dem Februar 2009.

28.05.2012
Die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen steigt auf 6,5 Prozent.

27.05.2012
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rüstet sich für den Fall eines Euro-Zusammenbruchs - auch wenn sie diesen Ernstfall für wenig wahrscheinlich hält. "Wir müssen auch für den Fall der Fälle vorbereitet sein, dass die Währungsunion zusammenbricht, obwohl ich nicht damit rechne", so der neue SNB-Präsident Thomas Jordan in einem Zeitungsinterview. "Eine Maßnahme wären Kapitalverkehrskontrollen, also Vorkehrungen, die den Zufluss von Kapital in die Schweiz direkt beeinflussen. Ich kann hier nicht in die Details gehen. Wir identifizieren diese Instrumente für den Fall, dass weitere Maßnahmen nötig wären."

25.05.2012
Ausgerechnet Spaniens reichste autonome Region bittet die Zentralregierung um Finanzhilfe. Katalonien, das ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet, muss in diesem Jahr mehr als 13 Milliarden Euro umschulden. Zudem schießt der Finanzbedarf des teilverstaatlichten Sparkassen-Konzerns Bankia weiter in die Höhe und bürdet dem klammen Land neue Schulden auf.

Französische Banken treiben ihre Vorbereitungen für einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone voran. "Jede Bank hat derzeit eine Arbeitsgruppe, die sich mit den möglichen Konsequenzen einer Rückkehr zur Drachme beschäftigt", sagt ein in Paris ansässiger Banker.

23.05.2012
Eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder fordert die Regierungen auf, nationale Notfallpläne für den Fall eines Austritt Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft auszuarbeiten.Auch die EZB wappnet sich gegen eine mögliche Eskalation in Griechenland. Die Folgen einer Zuspitzung der Lage in Griechenland sind nach Einschätzung der Bundesbank für die anderen Euro-Länder in den Griff zu bekommen. Zwar "wären die Herausforderungen in diesem Fall erheblich, aber bei vorsichtigem Krisenmanagement beherrschbar", schreibt sie in ihrem Monatsbericht.

Der deutsche Staat muss erstmals in der Geschichte für eine Anleihe keine Zinsen zahlen. Die Versteigerung von Bundesschatzanweisungen mit zweijähriger Laufzeit mit einem Zinskupon von null Prozent spülte 4,555 Milliarden Euro in die Staatskassen.

20.05.2012
Frankreich will beim informellen EU-Gipfel in der kommenden Woche trotz des erbitterten Widerstands aus Deutschland Eurobonds fordern. Er werde gemeinsam mit weiteren Partnern dazu Vorschläge auf den Tisch legen, sagt der neue französische Präsident Francois Hollande nach den Beratungen der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G8).

17.05.2012
Die Euro-Krise könnte Deutschland nach Einschätzung des Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn bis zu eine Billion Euro kosten. "Der in Griechenland verlorene Betrag von etwa 80 Milliarden Euro ist klein im Vergleich zu der Summe, für die wir insgesamt haften", so Sinn in einem Zeitungsinterview. Die Bundesrepublik verliere bei einem möglichen Staatskonkurs Italiens, Griechenlands, Spaniens und Portugals über 600 Milliarden Euro. "Und wenn der Euro zusätzlich zerbrechen sollte, kommen noch einmal gut 300 Milliarden für nicht einbringliche Notenbank-Forderungen hinzu. Insgesamt könnte dann eine knappe Billion Euro weg sein", so Sinn.

16.05.2012
Aus Angst vor einem Austritt ihres Landes aus der Euro-Zone heben die Griechen verstärkt Geld von der Bank ab. Präsident Karolos Papoulias spricht von einer Stimmung der Angst, die sich zu einer Panik auswachsen könnte.

10.05.2012
Die Arbeitslosigkeit in Griechenland steigt auf einen neuen Rekord. Insgesamt waren 1,1 Millionen Griechen im Februar ohne Arbeit, wie Daten des griechischen Statistikamtes zeigten. Das sind 42 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Zur Stabilisierung des angeschlagenen Finanzsektors übernimmt Spanien die Kontrolle über die viertgrößte Bankengruppe des Landes. Der Staat stützt mit 4,5 Milliarden Euro den schwankenden Sparkassenkonzern Bankia. Dazu hat die Regierung einen indirekten Anteil von 45 Prozent über den Mutterkonzern BFA gekauft.

07.05.2012
Die Wahlergebnisse in Griechenland und Frankreich halten die Anleger in Atem. Nachdem Euro und Aktienmärkte zunächst massiv unter Druck gerieten, beruhigt sich die Lage im weiteren Handelsverlauf. Als hohen Unsicherheitsfaktor nennen Analysten die problematische Regierungsbildung in Griechenland. Spanien will notfalls erneut öffentliche Gelder in die Hand nehmen, um den Bankensektor des Landes zu retten. Dies sei allerdings nur als letztes Mittel vorgesehen, sagt Ministerpräsident Mariano Rajoy.

02.05.2012
Nach dem historischen Schuldenschnitt in Griechenland stuft auch die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Staats herauf. Die Bonität werde mit der Note "CCC" bewertet und nicht mehr mit dem bisherigen "vorübergehenden Zahlungsausfall", teilte die US-Agentur mit.

30.04.2012
Spanien ist erneut in einer Rezession. Die spanische Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal dieses Jahres um 0,3 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hatte im letzten Quartal 2011 bereits einen Rückgang um 0,3 Prozent verzeichnet.

27.04.2012
In Spanien ist die Arbeitslosenquote im April auf den höchsten Stand seit 18 Jahren gestiegen. In der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone schnellte die Quote von 22,9 Prozent im Vormonat auf 24,44 Prozent nach oben, wie die spanische Statistikbehörde in Madrid mitteilte.

26.04.2012
S&P senkt die Bonität Spaniens gleich um zwei Stufen von "A" auf "BBB+" herab. Zudem ist der Ausblick negativ.

25.04.2012
EZB-Präsident Mario Draghi fordert für die Euro-Zone einen Wachstumspakt. "Was mir jetzt vor allem durch den Kopf geht, ist, dass wir einen Wachstumspakt brauchen", sagt Draghi im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. Die Euro-Staaten müssten mit Strukturreformen für mehr Wachstum sorgen.

24.04.2012
Die griechische Wirtschaft wird nach Ansicht der nationalen Notenbank dieses Jahr um rund fünf Prozent sinken.

22.04.2012
Der Chef-Ökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Olivier Blanchard, sieht Deutschlands Einwände gegen Eurobonds ausgeräumt. Als es noch keine europäischen Instrumente zur Haushaltsdisziplin gegeben habe, sei die Ablehnung gemeinsamer Anleihen begründet gewesen, sagt Blanchard der "Financial Times Deutschland". "Nun haben wir den Fiskalpakt. Deshalb sollten die Deutschen akzeptieren, dass sich die Eurozone in Richtung Eurobonds bewegt."

21.04.2012
Deutschland hat der Forderung von IWF-Chefin Christine Lagarde eine Abfuhr erteilt, notleidenden Banken notfalls direkt durch die europäischen Rettungsschirme unter die Arme zu greifen. "Die Verträge sind völlig eindeutig", sagt Finanzminister Wolfgang Schäuble bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington.

20.04.2012

Die europäische Brandmauer gegen Krisengefahren in Höhe von rund einer Billion Dollar wird durch einen ähnlich hohen Schutzwall auf globaler Ebene ergänzt. Große Schwellen- und Industrieländer verpflichten sich bei der Frühjahrestagung der Internationalen Währungsfonds (IWF) am Freitag, dem Fonds zusätzlich mehr als 430 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, um krisenbedrohten Ländern notfalls zu helfen.

18.04.2012
Italien rechnet nicht mehr damit, schon im kommenden Jahr einen nahezu ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Die Regierung in Rom hebt die Prognose für das Haushaltsdefizit gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2013 auf 0,5 Prozent von zuvor 0,1 Prozent an.

16.04.2012
Spanien gerät an den Finanzmärkten wieder stärker unter Druck. Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen steigen zum ersten Mal in diesem Jahr über die kritische Marke von sechs Prozent.

13.04.2012
Das portugiesische Parlament ratifiziert den Fiskalpakt.

06.04.2012
Spanien wird nach Angaben der Regierung seine Krise aus eigener Kraft meistern. "Wir werden sie überwinden, sogar gestärkt und ohne irgendwelche Hilfe von außen", sagt Wirtschaftsminister Luis de Guindos. Auch die spanischen Banken seien kein Fall für den Europäischen Rettungsfonds.

02.04.2012
Die Schuldenkrise in der Euro-Zone hat die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit fast 15 Jahren getrieben. Mehr als 17 Millionen Frauen und Männer waren im Februar ohne Job - 162.000 mehr als noch im Monat davor. Damit steigt die Arbeitslosenquote in der Währungsgemeinschaft auf 10,8 Prozent. Höher lag die Rate zuletzt im April 1997 mit 10,9 Prozent.

30. 03. 2012
Die Eurozone bekommt einen deutlich höheren Schutzwall im Kampf gegen die Schuldenkrise. Nach Angaben der österreichischen Finanzministerin Maria Fekter haben sich die Ressortchefs in Kopenhagen darauf verständigt, dass die "Brandmauern" auf über 800 Milliarden Euro hochgezogen werden sollen. Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos schließt nicht aus, dass sein Land ein drittes Rettungsprogramm seiner Euro-Partner benötigen könnte.

26. 03. 2012
Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone würde den Währungsraum nach den Worten von Finanzminister Wolfgang Schäuble in eine unkalkulierbare Katastrophe stürzen. Dann käme es umgehend zu einer massiven Krise im Finanzsektor, sagt der Minister bei einer Veranstaltung in Berlin.

25. 03. 2012
Der italienische Ministerpräsident Mario Monti fürchtet eine Eskalation der Schuldenkrise durch die maroden Staatsfinanzen in Spanien. Eine solche Entwicklung könne dann auch Italien wieder in den Strudel der Krise ziehen, warnt Monti.

22.03.2012
EZB-Präsident Mario Draghi macht Hoffnung auf ein Ende der Finanz- und Schuldenkrise. "Das Schlimmste ist vorüber", sagt der Italiener in einem Zeitungsinterview. Zwar bestünden weiterhin Risiken. Aber: "Die Lage stabilisiert sich."

14.03.2012
Italien will in diesem Jahr insgesamt etwa 440 Milliarden Euro Schulden am Finanzmarkt aufnehmen. Das zweite Griechenland-Hilfspaket hat die letzte Hürde genommen. Die zuständigen Finanzstaatssekretäre geben das Programm im Gesamtvolumen von 130 Milliarden Euro frei.

13.03.2012
Nach der Milliarden-Umschuldung in Griechenland stuft Fitch als erste Ratingagentur die Kreditwürdigkeit des Landes herauf. Fitch versieht die neuen Staatsanleihen des Landes mit der Note "B-" und einem stabilen Ausblick.

12.03.2012
Die Eurozone lässt Spanien in diesem Jahr mehr Luft beim Abbau seines Defizits. Die Finanzminister erlauben Madrid für dieses Jahr ein Haushaltsloch von 5,3 Prozent. Bislang war mit den europäischen Partnern ein Ziel von 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verabredet, die Regierung in Madrid hat aber vor kurzem eingeräumt, dass sie das nicht schaffen wird.

Griechenland schließt den historischen Umtausch von Staatsanleihen ab. Nach Aktivierung entsprechender Zwangsklauseln haben alle Besitzer von Hellas-Anleihen nach griechischem Recht im Wert von 177,25 Milliarden Euro offiziell umgetauscht. Fast 86 Prozent der privaten Gläubiger des hoch verschuldeten Landes stimmten freiwillig zu, teilte die Regierung in Athen mit. Die Anleger bekommen im Gegenzug neue Papiere, die aber wesentlich weniger wert sind. Dadurch spart das Land mehr als 100 Milliarden Euro.

03.03.2012
Bundesbankpräsident Jens Weidmann äußert sich skeptisch über die jüngste Geldflut der Europäischen Zentralbank. Die Konditionen seien "sehr generös" geraten, so Weidmann in einem Interview. "Das Programm vermittelt kurzfristig Ruhe, aber es ist eine Ruhe, die trügerisch sein könnte."

Nach der Einigung auf einen Schuldenschnitt senkt die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf die niedrigste Stufe. Die Bonitätswächter begründen die Herabstufung von "Ca" auf "C" mit den deutlichen Verlusten für Privatgläubiger durch den Anleihentausch.

01.03. 2012

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, Bundesbank-Chef Jens Weidmann habe in einem Brief an EZB-Präsident Mario Draghi vor wachsenden Risiken im Eurosystem gewarnt. Weidmann nehme dabei ausdrücklich auf die wachsenden Forderungen Bezug, die im Zahlungsverkehrssystem Target II entstehen.

Bei einer Umfrage in Deutschland sprechen sich 60 Prozent der Befragten für eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme aus.

29.02.2012
Banken der Eurozone erhalten zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten Milliarden billiges Geld von der EZB. Insgesamt leihen sich 800 Banken die Rekordsumme von 529,5 Milliarden Euro für außergewöhnlich lange drei Jahre.

28.02.2012

Die Europäische Zentralbank (EZB) akzeptiert griechische Staatsanleihen nach deren erneuter Herabstufung durch die Ratingagentur S&P vorerst nicht mehr als Sicherheiten für Kredite an Banken.

27.02.2012
Der Bundestag billigt das zweite Griechenland-Hilfspaket. Merkel verfehlt die Kanzler-Mehrheit.

Spanien verfehlt sein Ziel beim Abbau des Haushaltsdefizits 2011 deutlich. Statt sechs Prozent betrug die Neuverschuldung des Staates im vergangenen Jahr 8,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Ratingagentur Standard & Poor's setzt den Ausblick für den europäischen Rettungsfonds EFSF auf negativ herab. Damit ist in den kommenden zwei Jahren eine weitere Herabstufung möglich, nachdem der Fonds im Januar bereits die Bestnote "AAA" verloren hat. Gleichzeitig stuft S&P Griechenland nach dem von der Regierung eingeleiteten Schuldenschnitt auf "teilweise zahlungsunfähig" (selective default) herab.

23.02.2012
Das Gesetz über den Anleihetausch zur Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung Griechenlands passiert das Parlament in Athen.

22.02.2012
Griechenland rechnet für dieses Jahr mit einem höheren Haushaltsdefizit. Statt 5,4 Prozent wird die Haushaltslücke 6,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukt betragen.

Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit Griechenlands wegen des vereinbarten Schuldenschnitts auf "CCC" herab.

21.02.2012
Griechenland kann der Staatspleite ein zweites Mal dank internationaler Hilfe entkommen. Die Finanzminister der Euro-Zone stimmen dem zweiten Kreditpaket für den überschuldeten Euro-Staat zu, erklären EU-Diplomaten am Dienstagmorgen nach nächtlichem Verhandlungsmarathon in Brüssel. Das Volumen öffentlicher Hilfen bleibt bei 130 Milliarden Euro.

18.02.2012
Das griechische Parlament beschließt die letzten Details der Einsparungen, die EU und IWF zur Bedingung für das 130 Milliarden schwere Rettungspaket gemacht haben. Von der Regierung werden Einsparungen von 3,3 Milliarden Euro gefordert, zuletzt waren davon aber noch 325 Millionen Euro offen.

16.02.2012
Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht offenbar, mit einem Anleihetausch über das Wochenende Verluste durch eine Umschuldung griechischer Staatsanleihen zu vermeiden. Die Nationalbanken würden im Vorfeld des nächsten Treffens der Finanzminister der Euro-Zone am Montag Griechenland-Anleihen in neue Papiere tauschen, sagen Vertreter der Euro-Zone.

Die Rezession in Portugal belastet den Arbeitsmarkt immer stärker. Die Arbeitslosenquote stieg im vierten Quartal 2011 auf 14 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag mitteilte.

Griechenlands Präsident Karolos Papoulias ist empört über die harte Haltung Deutschlands und anderer großer Geldgeber. Bei einem Besuch im Verteidigungsministerium sagt er: "Ich akzeptiere es als Grieche nicht, dass mein Land von Herrn Schäuble beleidigt wird. Wer ist denn Herr Schäuble, dass er Griechenland beleidigen kann? Wer sind denn die Niederländer, wer sind die Finnen?"

15.02.2012
Die Wirtschaft in der Eurozone muss der Schuldenkrise Tribut zollen und ist Ende 2011 erstmals seit rund zweieinhalb Jahren wieder geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Währungsunion sank von Oktober bis Dezember wie erwartet um 0,3 Prozent zum Vorquartal, so das Statistikamt Eurostat.

Die Euro-Finanzminister lassen das krisengeschüttelte Griechenland noch über das Wochenende zappeln: Die Eurogruppe vertagt ihre Entscheidung über das 130 Milliarden Euro schwere öffentliche Kreditpaket auf Montag.

14.02.2012
Die Kreditwürdigkeit von Euro-Staaten wie Italien und Frankreich wird nun auch von der Ratingagentur Moody's skeptischer beurteilt. Die Experten stufen die Note für Italien um einen Rang herab auf A3 von A2 und die Bewertung Spaniens um zwei Ränge auf A3 von A1. Auch Portugal, Malta, die Slowakei und Slowenien rutschen in der Bewertung um jeweils eine Stufe ab.

China will den Europäern bei der Bewältigung der Schuldenkrise helfen. "China ist bereit, seine Beteiligung an der Lösung der europäischen Schuldenkrise auszuweiten", sagt Regierungschef Wen Jiabao am Dienstag auf dem EU-China-Gipfel in Peking. So erwäge sein Land "eine größere Beteiligung" an dem Euro-Rettungsschirm EFSF und seinem Nachfolger ESM.

13.02.2012
Der chinesische Staatsfonds CIC hält europäische Staatsanleihen als langfristiges Investment für ungeeignet. Es sei sehr schwierig, in Papiere von Ländern wie Italien oder Spanien zu investieren, sagt der Chef der China Investment Corporation (CIC), Lou Jiwei.

12.02.2012
Das griechische Parlament hat am Sonntag dem umstrittenen Sparpaket zugestimmt. Die mit EU und dem IWF ausgehandelten Ausgabenkürzungen sind eine zentrale Voraussetzung für ein zweites internationales Hilfspaket von 130 Milliarden Euro.

10.02.2012
Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin im Umfang von 480 Milliarden Euro kann in Kürze ein zweites Mal starten. Gut zwei Wochen nach dem Bundestag billigt auch der Bundesrat die Reaktivierung des 2010 stillgelegten Hilfsfonds. Damit können deutsche Banken in diesem Jahr notfalls auch mit Staatshilfe die höheren Kapitalanforderungen im Zuge der Euro-Schuldenkrise erfüllen.

Die Ratingagentur Standard & Poor's stuft die Kreditwürdigkeit von 34 italienischen Banken herab.

09.02.2012
Die Regierungsparteien in Athen einigen sich in letzter Minute auf das neue Sparpaket. Die Euro-Partner drängen dennoch auf verbindliche Zusagen aus Athen und beschließen das neue Hilfspaket vorerst nicht.

Die Arbeitslosenzahl in Griechenland übersteigt zum ersten Mal in der jüngsten Geschichte des Landes die Eine-Million-Marke. Die Arbeitslosenquote beträgt mehr als 20 Prozent.

Die EZB belässt den Leitzins im Euroraum bei einem Prozent.

08.022012
Die Parteispitzen der griechischen Übergangsregierung stimmen den von EU und IWF geforderten neuen Sparmaßnahmen weitgehend zu. Bis 2015 soll Athen insgesamt 14 Milliarden Euro sparen, allein dieses Jahr sollen es 3,1 Milliarden Euro sein. Bis 2015 sollen 150.000 Staatsbedienstete gehen, noch in diesem Jahr sollen 15.000 entlassen werden. Der Mindestlohn in der Privatwirtschaft soll um 22 Prozent von heute 751 Euro brutto auf 586 Euro verringert werden. Die Kürzung der Zusatzrente sei aber noch offen, erklärt Ministerpräsident Lukas Papademos in der Nacht zu Donnerstag in Athen. Darüber müsse mit der Troika von EU, EZB und IWF weiter beraten werden.

07.02.2012
Generalstreik in Griechenland: Die Gewerkschaften machen gegen die Sparauflagen der Regierung mobil.

06.02.2012
Laut einem IWF-Bericht droht China im laufenden Jahr eine Verringerung des Wachstums um fast die Hälfte wegen der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa. Zwar prognostizierte der IWF China noch immer 8,2 Prozent Wachstum, jedoch könnte sich der Wert um vier Punkte verringern, wenn die Krise in Europa anhalte.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy fordert Griechenland auf, im Kampf gegen die Schuldenkrise des Landes alle staatlichen Einnahmen auf ein Sonderkonto einzuzahlen. Das erklärt Sarkozy beim deutsch-französischen Ministerrat in Paris. Kanzlerin Angela Merkel sagt, sie unterstütze diesen Vorschlag.

04.02.2012
Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, fordert weitere Anstrengungen von Griechenland und schließt auch eine Insolvenz des Landes nicht aus. Allein die Möglichkeit, dass so etwas passieren könne, sollte den Griechen "dort Muskeln verleihen, wo sie im Augenblick noch ein paar Lähmungserscheinungen haben", sagt Juncker dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

02.02.2012
Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt in China um Vertrauen in den Euro. Sein Land erwäge eine größere Beteiligung an den Rettungsschirmen EFSF und ESM, sagt der chinesische Premierminister Wen Jiaobao nach einem Treffen mit Merkel.

01.02.2012
Der Abschluss der Verhandlungen über einen Schuldenschnitt in Griechenland verschiebt sich erneut. Mit einer endgültigen Vereinbarung werde in der kommenden Woche gerechnet, teilt der verhandelnde Internationale Bankenverband (IIF) mit. Beide Seiten seien einer Einigung nahe.

30.01.2012
Der EU-Gipfel einigt sich auf einen Fiskalpakt, der Schuldenbremsen und automatische Sanktionen gegen Defizitsünder einführt. Großbritannien und Tschechin machen nicht mit.

28.01.2012
Die Verhandlungen über den griechischen Schuldenschnitt werden wieder einmal ohne Ergebnisse beendet. Man stehe aber kurz vor einem Abschluss der Verhandlungen, erklärt der Internationale Bankenverband (IIF).

27.01.2012
Die Ratingagentur Fitch stuft die Bonität von fünf Euro-Ländern herab. Für Italien, Spanien und Slowenien geht es gleich zwei Stufen runter. Bei Belgien und Zypern wird die Kreditwürdigkeit um eine Note gesenkt.

26.01.2012
Der Bundestag billigt die Neuauflage des Ende 2010 stillgelegten Bankenrettungsfonds Soffin. Der 480 Milliarden Euro schwere Rettungsfonds II ist bis Jahresende befristet.

25.01.2012
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos warnt Bundeskanzlerin Merkel vor einer Überforderung Deutschlands. "Wenn Deutschland, stellvertretend für alle europäischen Länder, etwas verspricht, was bei harter Attacke der Märkte dann nicht einlösbar ist, dann hat Europa eine ganz offene Flanke", sagt Merkel in ihrer Eröffnungsrede.

24.01.2012
Die Euro-Finanzminister einigen sich über den Vertrag des neuen dauerhaften Euro-Rettungsmechanismus ESM. Der ESM soll schon im Juli 2012 und damit ein Jahr früher als geplant an den Start gehen.

23.01.2012
IWF-Chefin Christine Lagarde appelliert an die Euro-Länder, ihre Anstrengungen zur Lösung der Schuldenkrise zu vergrößern. Dazu zählt sie auch eine Vergrößerung des Euro-Rettungsschirms ESM.

21.01.2012
Die von Griechenland angestrebte Einigung mit seinen privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt lässt auf sich warten. Die direkten Gespräche zwischen Regierung und Internationalem Bankenverband IIF werden unterbrochen. Die Verhandlungen würden am Wochenende telefonisch fortgesetzt, so dass eine Vereinbarung wahrscheinlich frühestens kommende Woche erreicht werden könne, heißt es aus Verhandlungskreisen.

20.01.2012
Die griechische Regierung und die Vertreter der privaten Gläubiger können sich nicht auf den geplanten Schuldenschnitt einigen.

Zur Durchsetzung einer strafferen Haushaltsdisziplin in der EU sieht der neueste Entwurf für den Fiskalpakt Geldstrafen für Defizitsünder vor. Der Europäische Gerichtshof soll diese verhängen können, wenn ein EU-Staat gegen die Vorschriften verstoßen hat. Klagen können nur Unterzeichnerstaaten, nicht aber die EU-Kommission. Als Strafe ist ein Pauschalbetrag vorgesehen, der aber nicht höher als 0,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes eines Staates sein soll.

19.01.2012
Die IWF-Pläne stoßen weltweit auf ein geteiltes Echo. Während die USA den Europäern die Hilfe verweigern, zeigen sich Japan und China offen für Verhandlungen.

18.01.2012
Der Internationale Währungsfonds beschließt, seinen Krisenfonds um 600 Milliarden auf knapp eine Billion Dollar aufzustocken. IWF-Chefin Christine Lagarde will dadurch die Weltwirtschaft vor der Schuldenkrise in Europa schützen.

Die Weltbank korrigiert ihre Wachstumsaussichten für dieses und das kommende Jahr nach unten. In diesem Jahr sei weltweit ein Wachstum von 2,5 Prozent zu erwarten, im kommenden ein Wachstum von 3,1 Prozent, so die Weltbank. Bislang war das Wachstum in beiden Jahren auf 3,6 Prozent veranschlagt worden.

17.01.2012
Einen Tag nach seiner Herabstufung durch die Ratingagentur S&P nimmt der Rettungsfonds EFSF erfolgreich 1,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt auf.

Das Misstrauen der Banken untereinander wächst. Erstmals haben die Geldinstitute des Euroraums Einlagen von mehr als 500 Milliarden Euro bei der EZB geparkt, anstatt sie sich untereinander zu leihen.

16.01.2012
Die Ratingagentur Standard & Poor's entzieht dem Rettungsfonds EFSF nach der Herabstufung von neun Euro-Staaten die Bestnote "AAA".

14.01.2012
Bundesaußenminister Guido Westerwelle fordert "unabhängige, europäische Ratingagenturen".

13.01.2012
Standard & Poor's stuft neun Eurostaaten herab. Frankreich und Österreich verlieren ihr Top-Rating.

Die Gespräche zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigerbanken über einen Forderungsverzicht werden unterbrochen.

12.01.2012
An den Anleihemärkten macht sich etwas Entspannung breit: Italien und Spanien können sich wieder zu günstigeren Konditionen Geld leihen. Beide Länder haben jeweils für zwölf und zehn Milliarden Euro Anleihen platziert.

11.01.2012
Die deutsche Wirtschaft ist 2011 nach vorläufigen Berechnungen um drei Prozent gewachsen. Das Haushaltsdefizit ist auf ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesunken.

Deutschland begibt eine fünfjährige Staatsanleihe im Umfang von vier Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 0,9 Prozent.

10.01.2012
Das Misstrauen der Banken in Europa wächst. Sie parken das Geld lieber bei der Europäischen Zentralbank als leihen es anderen Banken gegen höhere Zinsen. Die "Vorsichtskasse" der Banken bei der EZB erreicht mit 463,57 Milliarden Euro neue Rekordwerte.

09.01.2012
Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten. Ein Euro wird mit 1,2687 Dollar bewertet.

Anleger zahlen drauf, um an deutsche Staatsanleihen zu kommen. Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten platziert der Bund 3,9 Milliarden Euro zu einem Durchschnittszins von minus 0,01 Prozent.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nun doch bereit, die Finanztransaktionssteuer vorerst nur in der Eurozone einzuführen. Damit kommt sie Frankreich entgegen. Der Koalitionspartner FDP sperrt sich aber dagegen.

06.01.2012
Investoren gönnen den Anleihen der EU-Sorgenkinder Italien und Spanien keine Ruhe. Die Renditen der zehnjährigen Papiere italienischer und spanischer Papiere klettern auf 7,173 beziehungsweise 5,720 Prozent.

05.01.2012
Bei seiner ersten Emission 2012 leiht sich Frankreich acht Milliarden Euro. Für eine zehnjährige Anleihe muss das Land aber 3,18 Prozent Zinsen zahlen, mehr als im Dezember. Das Top-Rating der Grande Nation gilt als gefährdet. Die erste Anleihe des EFSF mit drei Jahren Laufzeit stößt am Kapitalmarkt auf rege Nachfrage. Der Rettungsfonds EFSF nimmt drei Milliarden Euro auf, um die Hilfskredite für Portugal und Irland zu finanzieren.

03.01.2012
Die EZB teilt mit, dass der Belgier Peter Praet neuer EZB-Chefvolkswirt wird. Seit dem Start der Währungsunion war dieser Posten mit einem Deutschen besetzt worden. Die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone wird damit entschädigt, dass Ex-Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen künftig unter anderem einen Großteil der Außenbeziehungen der EZB steuern wird - etwa die Beziehungen zum EcoFin, zur Euro-Gruppe und zu den G20.

02.01.2012
Spaniens Haushaltsloch ist tiefer als zuvor angenommen. Das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr lag bei acht Prozent. Angestrebt war ein Defizit von sechs Prozent.

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