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Wirtschaft

Startsignal Monterrey?

Die Konferenz von Monterrey zur Finanzierung der Entwicklungshilfe ist zu Ende. Die angereiste Politprominenz zog am Freitag (22. März 2002) ihr Fazit.

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Gruppenbild vor Stahlwerk: 37 Regierungschefs zum Abschluss des Gipfels

Der mexikanische Staatspräsident Vicente Fox eröffnete als Gastgeber und Tagungsvorsitzender den Reigen jener Redner, die im "Konsens von Monterrey" einen hoffnungsvollen Anfang für die zukünftige Entwicklung der armen Länder sehen. Fox erklärte: "Wir halten die große Chance in unseren Händen, eine menschlichere, wohlhabendere und gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Die zukünftigen Generationen werden unseren Mut anerkennen oder uns das Fehlen von Visionen zum Vorwurf machen."

UNO-Generalsekretär Kofi Annan - ohne dessen freundliche Beharrlichkeit und diplomatisches Geschick Monterrey möglicherweise gar nicht zustande gekommen wäre - hob in seiner Ansprache die wechselseitige Abhängigkeit aller in der einen Welt hervor. Niemand könne auf Dauer sicher leben, während so viele Menschen Armut, Elend und Ausgrenzung erleiden müssten.

Abreise von Staatspräsident Toledo

Der peruanische Staatspräsident Alejandro Toledo bot schon kurze Zeit später ein anschauliches Beispiel für den von Kofi Annan zwar nicht direkt ausgesprochenen, jedoch in Monterrey immer mitgedachten Zusammenhang zwischen Armut und Terrorismus: aufgrund des Bombenanschlages von Lima reiste er unmittelbar mit Beendigung seiner Rede nach Peru zurück.

Weltbankpräsident James Wolfensohn, IWF-Chef Horst Köhler und Generaldirektor Mike Moore von der Welthandelsorganisation beschworen schon wie Fox den 'Geist von Monterrey', der in diesen Tagen dort entstanden und möglicherweise bei der Lösung des weltweiten Armutsproblems auch in Zukunft von Nöten sei.

Venezuelas Präsident Hugo Chavez, der offiziell im Namen der Gruppe der 77 sowie Chinas sprach, erweiterte sein Mandat kurzerhand auf "alle Armen dieser Erde" und hielt der Versammlung eine eineinhalbjährige "absolute Untätigkeit" seit dem Millenniumsgipfel von New York vor.

Kurzer Auftritt von Castro

Dagegen verlief der mit Spannung erwartete Auftritt von Kubas Staatschef Fidel Castro vergleichsweise unspektakulär. Ohne die USA beim Namen zu nennen, beschuldigte er die "Mächtigen dieser Erde", für den Hungertod von Millionen von Kindern und für alle Auswüchse des "Kasino-Kapitalismus" verantwortlich zu sein: "Eine bessere Welt ist möglich." Mit diesem Bekenntnis beendete Castro seinen kurzen Redebeitrag, um dann überraschend zu erklären, dass er "aus Gründen, die mit seinem Besuch in Monterrey in Zusammenhang stünden", sofort nach Kuba zurückkehren müsse; ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein Zusammentreffen mit US-Präsident George W. Bush vermieden werden sollte.

Die Abreise Castros ist ganz offensichtlich auf starken Druck Washingtons und erst nach Intervention der mexikanischen Regierung erfolgt. Eine Tatsache, die nicht nur das Gros der lateinamerikanischen Journalisten als befremdlich empfand, denn die Einladung an Fidel Castro war von Kofi Annan ausgesprochen worden.

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, der etwa eine Stunde vor Castro gesprochen hatte, und der im August Gastgeber des nächsten Gipfeltreffens zur Frage von Umweltschutz und nachhaltiger Entwicklung in Johannesburg sein wird, äußerte sich positiv über die Konferenz. "Dieses historische Treffen von Monterrey ist eine Deklaration der Hoffnung für die Völker der Welt." Wie viel von dieser Hoffnung noch übrig sein wird, kann sich schon in Johannesburg zeigen.

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